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Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72 Drucken
Montag, 28. September 2009 um 07:00

Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72

Modell: Supermarine S.6B/S.6A
Hersteller: Pavla
Maßstab: 1/72
Material: Polystyrol/Resin
Art.Nr.: 72060
Preis: ca. 32 Euro

Das Original

Die Supermarine S.6B war ein britisches Wasserflugzeug, das zur Teilnahme an der Schneider-Trophy entwickelt wurde. Die Schneider-Trophy – offizielle Bezeichnung „Coupe d'Aviation Maritime Jacques Schneider“, auch Schneider Cup (Schneider-Pokal) genannt – war ein Rennen fĂŒr Wasserflugzeuge.

UrsprĂŒnglich vorgesehen, um die technische Entwicklung im Bereich der zivilen Luftfahrt zu fördern, entwickelte sich der Cup in der Folgezeit schnell zu einem Wettbewerb, an dem ausschließlich fĂŒr Rennzwecke entwickelte Maschinen teilnahmen.

Teilweise wurden die Veranstaltungen, die auf einem Dreieckskurs von anfangs 280 km, spĂ€ter 350 km, stattfanden, von ĂŒber 200.000 Zuschauern beobachtet. Die Regeln des Schneider Cups sahen vor, dass ein Luftsportverein, der 3 Rennen innerhalb von 5 Jahren fĂŒr sich entscheiden konnte, den Pokal behalten durfte; der Pilot erhielt ein Preisgeld in Höhe von 75.000 französischen Franc.

Bei der Supermarine S.6B handelte sich um einen Einsitzer mit zwei Schwimmern, von dem zwei Exemplare vom Konstrukteur Reginald Joseph Mitchell der Firma Supermarine gebaut wurden. Die S.6B war eine Weiterentwicklung der Supermarine S.6 und mit einem deutlich stĂ€rkerem Motor ausgerĂŒstet.

Der Wettbewerb fand am 13. September 1926 in Calshot Spit, Großbritannien, statt. Eine der beiden S.6B nahm als einziges Flugzeug am Rennen teil, so dass zum Erreichen des ersten Platzes das Abfliegen der Strecke ausreichte. Der Pilot, Flight Lieutenant H.R.D. John Boothman, erreichte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 547,31 km/h, die höchste bislang bei der Schneider-Trophy. Er gewann nicht nur die Schneider-Trophy zum dritten Mal in Folge und holte die TrophĂ€e fĂŒr alle Zeit nach Großbritannien, sondern stellte einige Tage spĂ€ter einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf.

Am 9. September 1931 flog der Pilot Flight Lieutenant H.R.D. G. H. Stainforth mit der gleichen Maschine und einem auf 2550 PS verstĂ€rktem Motor 655,8 km/h, dem damaligen Weltrekord fĂŒr Flugzeuge ĂŒberhaupt.

Die beim Bau der Supermarine S.6B gewonnenen Erkenntnisse fĂŒhrten schließlich zur Entwicklung der Supermarine Spitfire mit ihrem Rolls-Royce-Merlin-Motor. Die S.6B steht heute im Science Museum in London.

Der Bausatz

Der Short-Run-Bausatz der Firma Pavla enthĂ€lt einen Gießast mit 21 Kunststoffteilen, 25 Resinteile, tiefgezogener Cockpithaube, Decals fĂŒr 3 Markierungen und eine 8 seitige Bauanleitung.

Der Bausatz ist qualitativ recht hochwertig. Die einzelnen Bauteile weisen sehr feine versenkte und auch erhabene Gravuren auf. Die Profile auf dem Rumpf und die Rippen der RuderflÀchen sind sehr detailliert nachgebildet.
Es gibt keinerlei Sinkstellen oder Auswurfmarken an sichtbaren Stellen. Die Passgenauigkeit ist sehr gut.
Die Spritzlinge fĂŒhlen sich jedoch etwas rau an, dies kann man aber durch vorsichtiges Abschleifen beheben, denn die glatte OberflĂ€che ist fĂŒr die Aluminium Lackierung sehr wichtig.

Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72

ErgĂ€nzt wird der Bausatz mit Resinteilen fĂŒr das Cockpit und den Slipwagen. Diese sind sehr sauber gegossen und weisen keine LufteinschlĂŒsse auf. Das Cockpit besteht bis auf das Armaturenbrett aus Resinteilen und ist ebenfalls sehr detailliert, die Sitzgurte sind auf den Resinsitz bereits aufmodelliert.
Dem Bausatz liegen 2 tiefergezogene Cockpithauben bei.

Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72

Die Decals

Die TrĂ€gerfolie der Decals ist sehr dĂŒnn. Der Druck ist gestochen scharf, ohne Versatz und ermöglicht den Bau folgender Versionen: S.6A, N247, Rennummer 4 von 1929 und S1595, Rennnummer 1, sowie S 1596, Rennnummer 7 von 1931.

Pavla: Supermarine S.6B/S.6A 1/72

Die Anleitung

Die achtseitige Bauanleitung wirkt auf den ersten Blick sehr ausfĂŒhrlich. Auf der ersten Seite wird kurz die Geschichte des Flugzeuges erzĂ€hlt, dann werden die Bauteile aufgelistet und die Farben erlĂ€utert. Farbangaben gibt es fĂŒr Humbrol-, Agama- und FS-Farben.

Sie ist aber beim genaueren Hinsehen recht einfach gehalten und nur in tschechischer und englischer Sprache. Der ganze Bausatz und auch die Anleitung erinnern sehr stark an einen Resinbausatz. Etwas schwierig wird die richtige Positionierung und Ausrichtung der Schwimmer, da das Modell keinerlei Ansetzpunkte bzw. Pass-Stifte aufweist.

Die Positionierung der Verspannungen könnte auch noch etwas genauer erklĂ€rt werden. Deshalb ist Zusatzliteratur wie zum Beispiel „The Supermarine S4-S6B“ (No 39) von Profile Publications als Referenz sehr hilfreich.

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Fazit

Pavla hat mit seiner „New Line of Models“ ein interessantes Thema der zivilen Luftfahrt aufgegriffen und sehr schön im Modell umgesetzt. Das kleine Wasserflugzeug mit Slipwagen im Maßstab 1:72 eignet sich meiner Meinung nach besonders gut fĂŒr ein Diorama.
Pavla wird in naher Zukunft auch noch die Macchi Castoldi MC.72 und die Curtiss CR-3 auf den Markt bringen. Zwei weitere Flugzeuge die an der Schneider-Trophy teilnahmen.

Ein sehr gelungener Bausatz, der aber auf Grund seiner Umsetzung eher fĂŒr den erfahrenen Modellbauer konzipiert ist.

alt empfehlenswert


Text: Gabriele Fuhrmann
Bilder: Dr. Stefan Labich

Quelle

Wikipedia - Schneider Trophy
Wikipedia - Supermarine S.6B


Wir danken Glow2B fĂŒr das Bausatzmuster