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Emhar: Gokstadschiff 1/72 Drucken
Montag, 27. Oktober 2008 um 07:00



Modell: 'Gokstad' - 9th century viking ship
Hersteller: Emhar
Maßstab: 1/72
Material: Plastik
Art.Nr.: EM9001
Preis: 27,99€ (z.B. bei Moduni)

Das Original

1880 wurde auf dem Gokstadhof im Süden Norwegens ein vollständiges Schiff aus der zweiten Hälfte des 9. Jh. ausgegraben. Beim Gokstadschiff handelt es sich ein karfi. Unter dieser Bezeichnung werden mittelgroße Ruder- und Segelschiffe mit 12 bis 16 Paar Riemen zusammengefasst.

Das Gokstadschiff hat eine Länge von 23,24m, eine Breite von 5,20m und eine Höhe mittschiffs von 2,02m. Die Steven sind nicht erhalten geblieben und wurden später rekonstruiert. Heute kann das Original im Wikingerschiffsmuseum in Oslo besichtigt werden.

 

Der Bausatz

Von der Nürnberger Spielzeugmesse 2006 brachte mir ein Bekannter die ersten Bilder des Masters des neuen Emhar-Bausatzes mit. Nach gut zwei Jahren Wartezeit ist der Bausatz nun verfügbar. Beim Öffnen des Kartons war ich sehr gespannt, ob er meine hohen Erwartungen erfüllen kann.

Die Bauteile verteilen sich auf 3 Spritzlinge:

Spritzling 1enthält die beiden Rumfhälften sowie die Bauteile für Mast und Rahe. Während die Steven sehr schön und auch historisch richtig umgesetzt worden sind, trüben etliche Sinkstellen an den Bordwänden den positiven Eindruck. Auf eine Holzgravur wurde vollständig verzichtet.

Der zweite Spritzling enthält die Bauteile für das Deck und den Ständer. Ein erster Test hat gezeigt, dass die Passgenauigket der Decksteile sehr gut ist. Der letzte Gießast enthält die Schilde, die Riemen und einige Kleinteile. Der Guß der Schilde kann mich nicht überzeugen. Warum die 64 Schilde in Gruppen zu 8 Schilden zusammengegossen wurden, kann ich nicht nachvollziehen.

 

Segel und  Takelgarn

Das Segel liegt dem Bausatz tiefgezogen bei. Vervollständigt wir der Bausatz durch schwarzes Takelgarn und einen Aufkleber für den Ständer.

Schwarzes Garn wird normalerweise für das stehende Gut verwendet. Da bei einem Wikingerschiff der Mast umzulegen ist, und die Takelage entfernt werden kann, ist fraglich, ob das stehende Gut wirklich geteert worden ist. Beiges Takelgarn ist meiner Meinung nach die bessere Alternative.

 

Die Anleitung

Die gut illustrierte, englischsprachige Bauanleitung beschreibt den Zusammenbau des Modells auf 4 Seiten. Sie geht dabei auch auf die verschiedenen Optionen, die der Modellbauer hat, ein. 

Leider fehlen Angaben zur Bemalung des Modells. Auch die Takelage des Modells wird nur vereinfacht wiedergegeben.

 

Fazit

Die Umsetzung des Vorbildes ist den Konstrukteuren des Bausatzes gelungen. Beim Bau Modells stehen dem Modellbauer verschiedene Optionen offen; er kann das Schiff mit gesetztem Segel oder gerudert bauen. Da die Innenseiten vollständig detailliert wurden, lassen sich auch dynamische Szenen, wie das Setzen des Mastes oder aber die Beladung im Hafen darstellen.
Leider fehlen die erforderlichen Kleinteile, um das Modell vorbildgerecht zu takeln. Zusätzlich trüben Fehler im Guß, insbesondere die Sinkstellen an den Rumpfhälften und die Schilde, den positiven Eindruck.

Trotzdem ist der Bausatz

empfehlenswert

Demjenigen, der mehr über das Vorbild und über die Geschichte des Fundes erfahren, kann ich das Buch Das Gokstadschiff und seine Boote von Werner Dammann empfehlen.


Christian