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Britisches U-Boot HMS Otus in Sassnitz Drucken
Sonntag, 08. Juni 2008 um 13:00

U-Boot HMS Otus

Die Otus (S18) ist eines der britischen Jagd-U-Boote der Oberon-Klasse. Diese Klasse ist eine Weiterentwicklung der Porpoise-Klasse, hatte aber einen stärkeren Rumpf, war leiser und verfügte über verbesserte Sonar- und Kommandosysteme. Für die britische Royal Navy wurden 13 Boote von 1957-67 gebaut, wovon zwei später an Kanada abgegeben wurden (als Schulboot bzw. für Ersatzteile). Die Klasse war ein Exporterfolg: für Australien wurden von 1964-78 sechs Boote, für Brasilien von 1970-77 drei Boote, für Chile von 1972-76 zwei Boote und für Kanada von 1962-68 drei Boote gebaut. Heute ist keines der Boote mehr in Dienst, allerdings sind in Australien (Onslow in Sydney und Ovens in Perth), Brasilien (Riachuelo in Rio de Janeiro), Chile (O'Brien in Valdivia), Großbritannien (Ocelot in Chatham) und Kanada (Ojibwa in St. Thomas und Onondaga in Rimouski) Boote als Museumsschiffe erhalten. Eines, HMS Otus, kann in Sassnitz auf Rügen besichtigt werden (siehe hier).

Die Otus ist 90 m lang, 8,1 m breit und verdrängte 2030 t aufgetaucht bzw. 2410 t getaucht. Ihr Antrieb war diesel-elektrisch. Aufgetaucht konnten 12 kn, getaucht 17 kn erreicht werden. Die Besatzung umfasste 69 Mitglieder. Die Bewaffnung bestand aus acht 53,3 cm-Torpedorohren (sechs Bug- und zwei Heckrohre), für die 22 Torpedos mitgeführt wurden (alternativ 50 Minen und zwei Torpedos).

Die Otus wurde 1961-63 von Scotts Yard in Greenock gebaut. Sie wurde weltweit eingesetzt. Wahrscheinlich 1977-79 wurde sie für Spezialoperationen modifiziert, d.h. sie erhielt eine Schleuse, um getaucht Spezialkräfte absetzen zu können. Ab Oktober 1990 war sie Teil von Operation Granby, dem britischen Beitrag zu Zweiten Golfkrieg. Während des Kriegs diente sie wahrscheinlich zum Einschleusen von Spezialeinheiten in den Irak. Im April 1991 kehrte Otus nach Portsmouth zurück und wurde im gleichen Jahr außer Dienst gestellt. Bis 2002 lag sie in Tipner Lake als sie von einem deutschen Unternehmer gekauft wurde, der sie nach Sassnitz auf Rügen schleppen lies, wo sie seither als Museumsschiff geöffnet ist.

Die Fotos habe ich 5.6.2008 aufgenommen:

Link zur Bildergalerie

 

Lars