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Sowjetischer Raketenkreuzer Yuri Andropov (Dragon , 1/700) von Jörg Kuhnert Drucken
Mittwoch, 02. Juli 2008 um 01:00


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Das Original

Die vier mächtigen Schlachtkreuzer der Kirov-Klasse haben heute auf den Weltmeeren nicht ihresgleichen. Alle vier Einheiten sind in den letzten Jahren der Sowjetunion entstanden und 1992 umbenannt worden, um den geänderten politischen Verhältnissen Rechnung zu tragen.
Diese ersten atomgetriebenen Überwasserschiffe der ehemaligen sowjetischen und heutigen russischen Kriegsflotte besitzen einen einzigarten CONAS-Antrieb (Combined Nuclear And Steam), der die normale Dampfproduktion durch Überhitzung um 50% steigern kann.
Die Yuri Andropov war das vierte Schiff dieser Klasse und wurde nach dem ehemaligen sowjetischen Staats- und Parteichef benannt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erhielt das Schiff den Namen Pyotr Veliky. Die Kiellegung erfolgte im April 1986, der Stapellauf am 29.04.1989.
Admiral Ushakov und Admiral Nakhimov sind der russischen Nordmeerflotte zugeteilt, doch liegt Admiral Ushakov seit einem Unfall mit der Antriebsanlage seit Ende 1990 in Murmansk fest. Admiral Lazarev befindet sich bei der russischen Pazifikflotte, ist aber nicht einsatzbereit und wurde durch Pyotr Veliky abgelöst, dem heutigen Flagschiff der Nordmeerflotte.
Alle vier Einheiten sind mit 20 nuklearfähigen Seeziel-Fk SS-N-19 Shipwreck mit einer Reichweite von 450 km und 96 SA-N-6 Grumble bewaffnet. Die Bewaffnung unterscheidet sich jedoch von Schiff zu Schiff. Die SS-N-19 können per Satellit oder Hubschrauber gegen Ziele hinter dem Horizont geführt werden. Das als unzureichend betrachtete Fk-Abwehrpotenzial von Admiral Ushakov wurde durch Einrüstung des FlaFk SA-N-9 Gauntlet ab Admiral Lazarev und sechs kombinierten Fla/FlaFk-Systemen CADS-N-1 aus je zwei 30-mm-Gatling-Zwillingsgeschützen und acht SA-N-11 ab Admiral Nakhimov verbessert.
 

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Das Modell

Basis des Modells bildet der Bausatz der Pyotr Veliky in 1/700 von Dragon. Hieraus lassen sich insgesamt fünf Einheiten der Kirov-Klasse darstellen. Die Pyotr Veliky, die Yuri Andropov, die Admiral Nakhimov, die Kalinin und die Frunze, wobei der Bauplan auf die Unterschiede in der Ausstattung der jeweiligen Schiffe eingeht. Für die Admiral Ushakov bietet Dragon einen gesonderten Bausatz an.
Die Passgenauigkeit der Teile ist insgesamt als recht gut zu bewerten. Der Schornsteinaufbau, die Brücke und der Schiffsrumpf sind sehr authentisch wiedergegeben. Allein der achtere Kommandostand für das Helideck hätte präziser ausgeführt werden können. Auch die vorderen Plattformen für die Kashtans sind vom Original abweichend schlichtweg zu klein geraten. Von der nicht besonders sinnvoll zusammengestellten Anleitung von Dragon sollte man abweichen und sich seinen eigen Bauplan kreieren, damit in logischen Baugruppen geplant werden kann.
 

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Für die Lackierung wurde in Baugruppen geplant. Die Farbgebung erfolgte mit den von mir favorisierten WEM-colours für die russische Nordmeerflotte. Verdünnt wurden die Farben mit Model Master Airbrush-Verdünnung, was nach Erprobung ein gutes Spritzbild ergab. Anschliessend wurde eine Alterung mit Künstlerölfarben durchgeführt. Für die Verfeinerung des Modells verwendete ich den spezielen Ätzteile-Satz von WEM für die Kirov-Klasse, der allerdings mehr auf das Modell der Kirov von Trumpeter maßgeschneidert ist. Es war auch das erste Mal, dass ich für ein Schiffsmodell Ätzteile verarbeitete. Auch bei der Verarbeitung dieser PE-Teile galt es sinnvoll zu planen.

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Der Bau des Display erfolgte nach der bewährten Silikon-Methode. Allerdings wurde hier statt eines kleinen Löffels ein in Essig-Essenz getränkter Flachpinsel zur Wellen-Modellage verwendet, um die See auch ziemlich flach zu gestalten. Was meiner Meinung nach authentischer wirkt. Der Display-Untergrund wurde aus einer passgenau zugeschnittenen Styropor-Platte gefertigt. Anschliessend wurde mit weisser Ölfarbe noch trockengemalt.


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Fazit

Obwohl der Dragon-Bausatz der Kirov-Klasse seine Stärken und Schwächen hat, machte es Spass dieses Modell zu bauen und mit Ätzteilen zu verfeinern. Für mich wird es auch nicht das letzte Modell dieser Klasse gewesen sein.
 

Jörg