Modellsuche

Suchen


USS Ticonderoga 1/350 von Rainer Michalek Drucken
Samstag, 05. Januar 2008 um 11:08




Geschichtliches:


USS Ticonderoga (CV-14) war ein US-amerikanischer Flugzeugträger der Essex-Klasse. Sie wurde am 8. Mai 1944 in Dienst gestellt und am 9. Januar 1947 zur Reserveflotte verlegt. Am 11. September 1954 wurde sie wieder in Dienst gestellt und operierte bis zur Außerdienststellung am 1. September 1973 meist im Pazifik.
Sie war das erste Schiff der 2. Gruppe dieser Klasse, die oft auch als eigenst√§ndige Ticonderoga-Klasse angesehen wird. Diese unterschied sich von der 1. Gruppe durch eine etwas gr√∂√üere L√§nge √ľber alles. Dies war durch den wesentlich gr√∂√üeren Spantenausfall im Vorschiff bedingt, der diesen Schiffen den weit ausladenden Vordersteven gab, der bis in die Gegenwart typisch f√ľr Flugzeugtr√§ger der US-Marine ist. Zweck dieser Ma√ünahme war, die Luftabwehr nach vorne zu verst√§rken. So konnten zwei 40 mm-Vierlingsflaks am Bug untergebracht werden.



Die USS Ticonderoga wurde zwischen September 1944 und August 1945 im Pazifikkrieg gegen Japan eingesetzt. Dabei erlitt sie im Januar 1945 einen Kamikazetreffer. F√ľr die anschlie√üende Reparatur, die bis Mai 1945 dauerte, musste das Schiff an die Westk√ľste der USA zur√ľckkehren.
1952-1954 wurde die USS Ticonderoga nach dem Schema SCB-27C modernisiert (SCB = Ship Construction Board). Die Kennung wurde in (CVA-14 = Angriffstr√§ger) ge√§ndert. Die Schwesterschiffe, die auch nach diesem Schema umger√ľstet wurden, wurden zur Ticonderoga-Klasse. Wichtigster Unterschied zu den SCB-27A-Schiffen war der Einbau von Dampfkatapulten, die auch den Start schwerer Kampfflugzeuge erm√∂glichten. Ferner wurden u.a. die Decksgesch√ľtze entfernt und eine neue Insel angebracht. 1956 bis 1957 ging die Ticonderoga nochmals in die Werft und wurde mit einem Schr√§glandedeck versehen (SCB-125).



W√§hrend des Vietnamkrieges war sie mit leichten Flugzeugen der Typen A-4 Skyhawk und F-8 Crusader ausgestattet. Die weit verbreitete F-4 Phantom konnte von den Tr√§gern der Essex-Klasse nicht eingesetzt werden. Auf der letzten Einsatzfahrt ersetzten A-7 Corsair die A-4 Skyhawk. Die Ticonderoga wurde zwischen dem 20. Oktober 1969 und 28. Mai 1970 zum U-Jagd-Tr√§ger umgebaut. Daher wechselte die Kennung von CVA-14 in CVS-14. In dieser Rolle fuhr sie noch zwei Jahre, bis sie am 29. Juli 1972 von ihrem letzten Einsatz zur√ľckkehrte. Danach barg sie die Landekapsel der Mondmission Apollo 17 im November 1972, wie sie schon Apollo 16 im April geborgen hatte. Au√üer Dienst gestellt wurde sie am 1. September 1973. Zwei Monate sp√§ter wurde sie gestrichen und am 1. September 1975 zum Verschrotten verkauft.

Das Modell:


Wenn man den Kasten so aufmacht, erwartet den Modellbauer ein geteilter Schiffsrumpf, welcher im vorderen Bereich geteilt ist. Wir haben es ja mit einem Long Hull Träger zu tun. So ist hier schon mal die Spachtelmasse gefragt. Aber mit etwas Geduld kann man den Ansatz unsichtbar machen. Wie schon bei allen anderen Trägern von Trumpeter haben wir auch hier eine Wasserlinien-Option mit Grundplatte. Wenn man es anstrebt, einen Träger mit offenem Hangar zu bauen, welcher auch noch beleuchtet seien soll, darf man schon mal zur Spachtelmasse greifen, da im Innenraum viele Auswerferstellen darauf warten, verspachtelt zu werden. Damit kann man sich wirklich die Zeit vertreiben. Ansonsten gibt es an dem Modell der Ticonderoga nur noch die Passungenauigkeit am Vordeck zu erwähnen, welche man aber in den Griff bekommt.



Die Teile sind sch√∂n gegossen und das Deck ist wunderbar graviert. Flugzeuge vom Typ Avenger, Helldiver, Dauntless und Hellcat sind zahlreich vorhanden, so dass man ein Flugdeck mit vielen sch√∂nen Modellen der Tr√§germaschinen in Szene setzen kann. Der Bauplan ist wie gewohnt sehr √ľbersichtlich und bereitet keinerlei Probleme. Ein Decalsatz von guter Qualit√§t ist auch an Bord. Allerdings sollte man f√ľr die Flugzeuge zu Decals von GMM (Gold Medal Models) greifen, da die vorhandenen nicht historisch korrekt sind. Der Farbplan ist auf Farben von Gunze Sanyo abgestimmt. Ich habe beim Bau des Tr√§gers zu den Farben von WEM (White Ensign Models) gegriffen. Diese haben den Vorteil, dass man sie nicht mehr mischen muss, wie es bei Tamiya der Fall ist. Der Bau des Tr√§gers macht keine gro√üe M√ľhe, solange man ihn aus dem Kasten baut. Sobald √Ątzteile ins Spiel kommen, wird die Sache kompliziert und stellt schon h√∂here Anspr√ľche an den Modellbauer.



An dieser Stelle m√∂chte ich mich bei Caroline und John Snyder von White Ensign Models f√ľr das Sponsern des √Ątzteile-Sets und der WEM Farben bedanken. Au√üerdem m√∂chte ich mich bei Nadja und Norbert Thiel von NNT Modell und Buch bedanken. Wenn was fehlte, ob Farben, Verd√ľnnung, Decals, Figuren, NNT hat immer zuverl√§ssig geliefert. Jim Baumann war auch immer mit Tipps und Tricks zur Stelle. Es ist ja nicht selbstverst√§ndlich, dass immer alles reibungslos klappt. Das mu√üte ich unbedingt mal loswerden, aber nun widmen wir uns wieder der USS.TICONDEROGA.



Wenn man so einen √Ątzteilsatz der Essex-Klasse aufmacht, kommt man unweigerlich ins Schw√§rmen. Diese Detailf√ľlle ist nicht zu √ľbertreffen. Angefangen von der Reling, Catwalks, Radarger√§te, Flakgesch√ľtze und Zur√ľstteile f√ľr die 12cm und 20mm Vierlingsgesch√ľtze, usw . Wenn ich hier alles aufz√§hlen sollte w√ľrde das definitiv den Rahmen sprengen.
Man arbeitet sich so durch den Bausatz, in dem man die Kit-Teile ersetzt bzw. verfeinert. Wenn man sich also dazu entschlie√üt, so ein Zur√ľstsatz zu verarbeiten, muss man tief in die Tasche greifen. Aber das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen.

Die Bemalung:


Ich habe mich von vorn herein dazu entschlossen, die Splittertarnung aufzutragen. Zum Einsatz kamen wie oben schon beschrieben die WEM Colourcoats, welche mit Modellmastermaster Airbrushverd√ľnnung aufgetragen wurden. Zuerst habe ich das Modell hellgrau gespritzt. Die beiden Farbt√∂ne Blaugrau Mittel und Sea Blue habe ich im Abklebeverfahren aufgetragen. Das Flugdeck wurde in Deckblue koloriert. Im gro√üen und ganzen kann man sagen, dass sich das recht schnell bewerkstelligen l√§sst.



Die Washings habe ich wie bei allen anderen Modellen mit Verd√ľnnung und √Ėlfarbe vorgenommen, wobei man behutsam zur Sache gehen sollte, da die WEM Colourcoats nicht so standhalten wie andere Modellbaufarben. Den Rumpf habe ich mit Pastellkreide gealtert.

Die Takelage:


Die Takelage habe ich aus Gießästen gezogen und mit einem Heißwachsspachtelgerät gespannt. Das ist eine wunderbare Sache, da man auch die oberen Fäden spannen kann, ohne dass die unteren in Mitleidenschaft gezogen werden.



Das Diorama:


Ich wollte bei diesem Tr√§ger keine Start- oder Landeszene modellieren, sondern das Verschieben der Flugzeuge bzw. das Best√ľcken der Flugzeuge mit Bomben und Torpedos. Daf√ľr verwendete ich wieder viele Teile aus dem PE-Satz.



Die Wasserfl√§che selber bestand wie immer aus einer Styroporplatte, die ich mit wasserl√∂slichen √Ėlfarben bemalt habe. Das Wasser habe ich aus Silicon modelliert. Zum Formen der Wellen benutze ich immer Spachtel aus dem Zahnarztbedarf. Nach dem trocknen der Wasseroberfl√§che habe ich die Wellenk√§mme mit Schminke Titanwei√ü hervorgehoben.

Fazit:


Das Modell der USS Ticonderoga dauert schon eine Weile, bevor man es fertiggestellt hat. Ich habe daf√ľr 9 Monate ben√∂tigt. Wenn man keine Beleuchtung hinein baut und out of the Box baut, l√§sst sich das Projekt sicher schneller realisieren. Wenn man von den paar Minuspunkten absieht, kann man aus diesem Kit ein sehr sch√∂nes Modell bauen. F√ľr einen Stra√üenpreis von ca. 80 Euro verspricht dieser Kit abendf√ľllenden Modellbauspa√ü, mit einem tollen Ergebnis.



Rainer Michalek,
IG Waterline