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Kroatisches Flugkörperschnellboot Petar Krešimir IV. (1/350, Eigenbau) von Alan Divković Drucken
Montag, 29. Juni 2015 um 05:00

Das Original

Das Flügkörperschnellboot Petar Krešimir IV. (RTOP-11) ist eines der Boote der Kralj-Klasse (Kralj = König) der kroatischen Marine. Sie lief am 21. März 1992 in Kraljevica vom Stapel und wurde am 7. Juli des gleichen Jahres in Dienst gestellt. Ursprünglich war sie von der jugoslawischen Marine in Auftrag gegeben worden, aber während des Kriegs verzögerten die Werftarbeiter die Fertigstellung, um die Ablieferung an die damals verfeindete Marine zu verhindern. Die Petar Krešimir IV. wurde als Stolz der kroatischen Marine und des kroatischen Schiffsbaus betrachtet.

Verdrängung: 385 t
Länge: 53,6 m
Breite: 8,6 m
Verdrängung 2,7 m
Antrieb: 3 x M504B-2 (11 328 kW)
Höchstgeschwindigkeit: 36 kn
Fahrbereich: 1700 Nm (mit 18 kn)
Besatzung: 33

Bewaffnung:
4 – 8 RBS-15-Antischiffs-Raketen
1 x Bofors 57 mm D70-Geschütz
1 x 30 mm AK-630-Geschütz

Das Modell

Seit meiner Kindheit, was ein relativer Begriff ist, da manche sagen, dass Modellbauer nie erwachsen werden, war es mein Traum ein Modell der Petar Krešimir IV. zu bauen. Sie wurde damals mit Begeisterung und Stolz in der Öffentlichkeit und den Medien präsentiert. In meinen Augen war sie so groß wie ein Schlachtschiff. In diese Richtung ging auch meine modellbauerischen Vorstellungen. Ich plante ein großformatiges Modell zu bauen. Leider konnte ich diesen Traum aus verschiedenen Gründen nicht realisieren, u.a., ich keinen Zugang zu ausreichenden Unterlagen über das Original verfügte.

Vor kurzem hatte ich ausreichend Fotos und Zeichnungen zusammen gesammelt. Dazu war Zeit ein Faktor („jetzt oder nie“), der jetzt verfügbar war, um dieses Projekt zu realisieren – in einem Monat. Auch das führte dazu, dass ich mich für den Maßstab 1/350 entschied.

Das Grundmaterial für das Modell waren Polystyrolplatten, aus denen ich alle Grundformen ausschnitt: von den Spanten bis zu den Aufbauten. Dazu nutze ich Miliput-Spachtelmasse. Der Bau ging relativ und schnell voran.

Ich fügte dann Details wie Relings, Türen und Seilrollen hinzu, die aus passenden Fotoätzteilsätzen stammten. Die größte Herausforderung stellte der Mast dar. Ich wollte ihn ursprünglich aus Fotoätzteilen bauen, aber letztendlich baute ich ihn aus gezogenen Gussast. Ich denke, dass ich niemals diese sehr arbeitsaufwendigen Methode wieder wählen werde, auch wenn ich damit eine originalgetreuere Darstellung der Struktur erzielen konnte. Andere Details machte ich aus verschiedenen Materialien, u.a. Drähte in verschiedenen Durchmessern, Messingplatten, Plastikprofilen und von anderen Modellen übrig gebliebenen Teilen. Im Prinzip aus allem, das für mich nützlich war.

Die Farben mischte ich aus Tamiya-Acrylfarben anhand der vorliegenden Fotos. Die Alterung wurde mit Ölfarben vorgenommen. Dazu betonte ich Schatten und diverse Details mit verschiedenen Grautönen.

Ich stelle meine Modelle üblicherweise in ihrer „natürlichen“ Umwelt da. Deshalb entschied ich mich für eine typische dalmatische Küste: etwas Meer, Felsen und Pinien. Das Wasser ist am schwierigsten darzustellen. In diesem Fall benutzte ich mehrere Schichten transparentes Gießharz, die ich mit Lebensmittelfarben einfärbte. Es braucht mindestens zwei Schichten, um den notwendigen Tiefeneffekt zu erzielen. Nach dem das Gießharz ausgetrocknet war, modellierte ich die Wasseroberfläche und die Wellen mit Acrylgel mit Hilfe eines weichen Pinsels. Die Wellenspitze schließlich erhielten einen weißen Abschluss, um Schaum darzustellen.

Durch die Fertigstellung des Modells konnte der König schließlich seine kleine Adria bekommen, in der er friedlich fahrend regiert.

Alan Divković
Croatian association of military miniaturist
www.huvm.hr
www.crna-kraljica.com
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