Das Original

Das italienische Schlachtschiff Roma gehörte zur zweiten Serie der Littorio-Klasse. Diese Klasse war unter den ersten Schlachtschiffen, die nach der durch den Washingtoner Flottenvertrag erzwungenen Pause geplant wurde. Die italienischen Marine hätte, wie die französische, schon Ende der 1920er Schlachtschiffe bauen dürfen, es standen aber nur 71.000 t Verdrängung zur Verfügung. Deshalb gab es diverse Planungen für kleinere Schlachtschiffe, aber als Reaktion auf die Dunkerque-Klasse entschied sich die italienische Marine für vollwertige Schlachtschiffe. Lediglich der Kaliber der Hauptartillerie wurde auf 38,1 cm begrenzt, da die Entwicklung stärkerer Geschütze zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte. Wie damals bei der italienischen Marine üblich (und auch bei den anderen Marinen der späteren Achsenmächte), wurde die erlaubte Verdrängung stark überschritten. Nach den ersten beiden Schiffen, Littorio und Vittorio Veneto, bestellte die italienische Marine als Reaktion auf die französische Richelieu-Klasse (die französische Reaktion auf die Littorio-Klasse!) zwei weitere Schiffe. Von diesen wurde lediglich Roma fertig gestellt.


Roma war 240,7 m lang, 32,9 m breit und verdrängte voll beladen 46.215 t. Der Antrieb erfolgte durch acht Kessel und vier Dampfturbinensätze, die zusammen 130.000 PS (160.000 PS bei Überlast) leisteten, womit 31 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 2020 Mann.

Bewaffnung
9 x 38,1 cm L/50 Mod 1934 (drei Drillingstürme)
12 x 15,2 cm L/55 Mod 1936 (vier Drillingstürme)
4 x 12 cm L/40 Mod 1891 oder 1893 (Einzellafetten für Leuchtgranaten)
12 x 9 cm L/50 Mod 1939 (Einzellafetten)
16 x 3,7 cm L/54 Mod 1934 (acht Zwillingslafetten)
28 x 2 cm L65 Mod 1935 (sieben Zwillingslafetten)
3 Bordflugzeuge (IMAM Ro.43 und Reggiane Re.2000)


Roma wurde 1938-42 von Cantieri Riuniti dell'Adriatico in Trieste gebaut. Als sie fertig war, litt die italienischen Marine bereits unter massiven Ölmangel, so dass sie überwiegend inaktiv blieb. Nach der alliierten Invasion in Nordafrika im November 1942 wurde sie von Taranto nach Neapel zurück verlegt. Nach schweren Luftangriffen auf Neapel wurde sie im Dezember weiter nach Norden nach La Spezia verlegt, wo sie Flottenflaggschiff wurde. Am 5. Juni 1943 wurde Roma durch zwei Nahtreffer durch B-17 beschädigt. Am 23/24. Juni erhielt sie zwei weitere Bombentreffer. Nach dem italienischen Waffenstillstand sollte Roma mit dem Kern der Flotte in alliierte Häfen verlegt werden. Auf dem Weg griffen am 9. September 1943 deutsche Dornier Do-17 K-2-Bomber mit Fritz X-Bomben an und erzielten zwei Treffer auf Roma, die darauf explodierte und schnell sank. Bei dem Untergang starben 1393 Mann. Das Wrack wurde 2012 von einer Expedition auf der Daedalus mit dem Tauchroboters Pluto Palla gefunden und gefilmt.

Das Modell

Dieses Modell des italienischen Schlachtschiff Roma hat für mich einen besonderen Wert. Es war mein erstes Resinmodell und der ursprüngliche Bau liegt schon gut 16 Jahre zurück. Der Versuch, an der Takelage etwas zu verbessern, führte zum Totalcrash der Mastanlage. Das Material, das ich damals verwendete, war durch Hitze nicht zu spannen und klebte so heftig, dass ich mit dem Faden gleich alles mit losriss, an das der Faden geklebt war. Es war wie bei der Kernsanierung eines alten Hauses, man entfernt etwas und es kommt immer mehr zum Vorschein, was es zu sanieren gilt.

Da eh alles kaputt war, studierte ich die Mastanlage anhand der Fotos der echten Roma und stellte fest, dass der verbaute Mast, neben der Tatsache zu dick und krumm, auch die Mastanlage selbst falsch war. Und da ich schon dabei war, wurde auch der hintere Mast entfernt und neu gebaut.

Es war eine Operation am offenen Herzen, mit hohem Risiko, aber jetzt kriegte ich es hin. Damit verbessere ich ein ansonsten schönes Modell nochmal erheblich und korrigiere zum Großteil die ursprünglichen Mängel.
 


Bernd Villhauer

(Text über Original von Lars)