Das Original

Die japanischen Zerstörer Suzutsuki (すずつき, DD-117) ist das dritte von vier 2009-14 gebauten Schiffen der Akizuki-Klasse. Diese Klasse ist eine Weiterentwicklung der Murasame- und Takanami-Klasse und ersetzt Zerstörer der Asagiri-Klasse aus den 1980ern. Wie bei den Vorgängern-Klasse liegt auch bei dieser Klasse der Schwerpunkt auf der U-Jagd, ihre Flugabwehr wurde aber deutlich verbessert. Die Schiffen ähneln von den Aufgaben, Auslegung und Größe europäischen Fregatten.


Der wesentliche Unterschied zur Takanami-Klasse ist die Verwendung von aktiven phasengesteuerten Radargeräten des FCS-3A-Feuerleitsystems. Diese acht Radargeräte sind oberhalb der Brücke und auf einem Aufbau auf dem Hangar angebracht. Die vier großen Antennen dienen als Suchradar und nutzen das C-Band, während die vier kleineren Feuerleitradars mit dem kurzwelligeren X-Band sind. Durch diese verbesserten Radargeräte wurde die Fähigkeit zur Luftverteidigung deutlich verbessert. Weitere Verbesserungen der Akizuki-Klasse gegenüber der Vorgängerklasse sind eine reduzierte Radarsignatur. Die Aufbauten sind stärker in den Rumpf integriert und statt eines Gittermasts wurde ein vollständig verkleideter Mast verwendet. Allerdings ging die japanische Marine beim Entwurf nicht so konsequent vor wie manche europäische Marinen bei ihren Neubauten, insbesondere, wenn man die Aufbauten mittschiffs und das Vorschiff anschaut. Wie auch bei der Atago-Klasse wurde hier statt des OTO Melara 127/54 Compact ein Mk 45 Mod 4-Geschütz von BAE Systems eingebaut. Dazu kommen noch Verbesserungen bei den Täuschkörperwerfern. Insgesamt wurden vier Schiffe der Klasse gebaut: Akizuki (DD-115), Teruzuki (DD-116), Suzutsuki (DD-117) und Fuyuzuki (DD-118). Die Schiffe haben alle Traditionsnamen von Zerstörern.


Die Suzutsuki sind 150,5 m lang, 18,3 m breit und verdrängt voll beladen 6800 t. Der Antrieb erfolgt über vier Gasturbinen mit insgesamt 64 000 PS, die zwei Schrauben treiben. Damit werden 30 kn erreicht. Die Besatzung setzt sich aus 200 Personen zusammen.

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/62 Mk 45 Mod 4-Geschütz
2 x 2 cm L/99 Phalanx Mk 15 Block 1B-Nahbereichsabwehrgeschütze (zwei sechsrohrige Gatling-Kanonen)
2-4 x 1,27 cm M2-Maschinengewehre
2 Vierfach-Starter für SSM-1B (Typ 90)-Antischiffsraketen
1 Mk 41 32fach-Starter für ESSM-Flugabwehrraketen (vier pro Zelle) und VL-ASROC U-Jagdraketen (eine pro Zelle)
6 x 32,4 cm HOS-303 Torpedorohre (zwei Drillingsrohre)
1 Mitsubishi SH-60K Seahawk-Bordhubschrauber (eventuell Platz für zwei Hubschrauber vorhanden)


Suzutsuki wurde bei Mitsubishi Heavy Industries auf der Werft in Nagasaki vom 2011 bis 2014 gebaut. Ihr Heimathafen ist Sasebo, wo sie der 8. Geleitdivision der 4. Geleitflottille angehört. 2018 war sie an der Indo-Südostasien-Entsendung 2018 (ISEAD18) mit dem Hubschrauberträger Kaga und dem Zerstörer Inazuma beteiligt. Dazu gehörten unter anderem das japanisch-indische Manöver JIMEX 2018 mit U-Boot-Abwehrübungen und Seeversorgungsmanövern im Golf von Bengalen. Im August 2020 nahm sie gemeinsam mit dem US-Zerstörer USS Mustin an einer bilateralen taktischen Übung im Ostchinesischen Meer teil. 2022 übte Suzutsuki gemeinsam mit philippinischen Kräften und wurde von September 2022 bis April 2023 im Golf von Aden zur Pirateriebekämpfung vor Somalia eingesetzt. Anfang 2023 beteiligte sie sich zudem an den multinationalen Manövern AMAN 23 und La Pérouse 23 sowie an Übungen mit dem französischen Flugzeugträgerverband um die Charles de Gaulle. Im Juni 2023 absolvierte sie vor Hawaii einen erfolgreichen Test mit einer Evolved Sea Sparrow Missile (ESSM), und im Juli 2024 geriet sie in die Schlagzeilen, als sie während einer Beobachtungsmission kurzzeitig in chinesische Hoheitsgewässer eindrang, was zu diplomatischen Protesten führte.

Der Bausatz

Dieser Bausatz des japanischen Zerstörers Suzutsuki stammt von Aoshima und wurde hier auf Modellmarine detailliert besprochen. 

Das Modell

Der Bausatz lässt sich ziemlich zügig zusammenbauen, die Passgenauigkeit ist an sich gut, aber an einigen Stellen musste doch etwas gespachtelt und geschliffen werden. Auch ist es ratsam, einige Passstifte etwas dünner zu schleifen (oder die entsprechenden Löcher etwas aufzubohren), da die Toleranzen teilweise sehr eng sind. Einige Teile sind etwas grob modelliert, und sollten durch filigranere ersetzt werden, sofern die Restekiste sie hergibt. So sind die ECM-Antennen (Teil H17) ersetzt worden. Auch das Traggestell für die Rettungsinseln (Teil G19) darf dünner geschliffen werden. Die schwarzen Antennen wurden durch gezogenen Gussast ersetzt, und die Phalanx erhielten einen dünneren Kanonenlauf, ebenfalls aus gezogenem Gussast.

 Die Bemalung erfolgte mit wasserverdünnbaren Acrylfarben von VIC Hobby, die ich bei Hobby Link Japan bestellt habe. Es gibt passenderweise ein Set für die Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte, das vier Farben enthält: Rumpffarbe, zwei Deckfarben und das Rot für das Unterwasserschiff. Die Farben sind von der Verarbeitung her ähnlich die Vallejo, sie lassen sich gut airbrushen, ohne dauernd die Düse zu verstopfen, und halten erstaunlich gut auf einer Grundierung, wofür ich Gunze Mr. Surfacer 1000 verwendet habe. Die Farbe ist seidenmatt, und man kann die Strukturen gut mit Tamiya Washing Fluid betonen, da dieses die Farbe nicht angreift. Leider ist die Farbe sehr dünn, so dass sie sich schlecht pinseln lässt. Es geht im Prinzip schon, aber es braucht mehrere Schichten bis die Farbgebung gleichmässig ist, da sich die Farben stark in die Ecken verkriecht. Dafür hinterlässt sie keine Streifen. Die Farbe für die Decks erschien mir zu dunkel, es entspricht ungefähr dem FS36118, ein sehr dunkles Grau. Die neueren Japanischen Schiffe haben ein weniger dunkles Deck, so dass ich die Farbe entsprechend angemischt habe (ca. 1/2 Deckfarbe, 1/2 Rumpffarbe). So sind die Decks nur ein wenig dunkler als die Rumpfwände, was in meinen Augen etwas passender ist. Das Washing erfolgte wie erwähnt mit Tamiya Washing Fluid (Schwarz).

Die Decals für die "Walkways" habe ich angebracht, bevor ich die Aufbauten auf den Rumpf geklebt habe. Sie reagierten leider nicht besonders gut auf Weichmacher. 

Fazit

Alles in allem ein brauchbarer Bausatz eines aktuellen Schiffes. Noch nicht so steril wie eine Mogami, aber eindeutig moderner als eine Arleigh Burke.


Alex

(Text über Original von Lars)