Nachtjäger des Typs Messerschmitt Bf 110 E geleiteten die deutschen Schiffe während des Unternehmen Cerberus, dem berühmten Kanaldurchbruch. Die Luftunterstützung wurde Unternehmen Donnerkeil genannt.

Das Original

Die Messerschmitt Bf 110 wurde als zweimotoriger Jäger entwickelt. Dabei versprach man sich durch die zwei Motoren eine größere Reichweite und Geschwindigkeit im Vergleich zu einmotorigen Jägern. Durch den Einbau von zwei 20-mm-MG FF-Kanonen und vier MG 17 war die Bf 110 sehr stark bewaffnet. Dadurch sollte die Bf 110 durch einen schnellen Anflug aus großer Höhe den Gegner mit einen einmaligen Anflug zerstören. Sollte dies nicht gelingen, konnte die Bf 110 durch ihre höhere Geschwindigkeit im Vergleich zu einmotorigen Jägern fliehen. Die Taktik funktionierte am Anfang des Krieges gut, allerdings mit der Luftschlacht um England traf die Bf 110 vermehrt auf moderne britische Jäger vom Typ Hurrican und Spitfire. In diese Luftkämpfen konnte die Bf 110 nicht mehr den Geschwindigkeitsvorteil nutzen und war im Nahkampf den britischen Jägern unterlegen. Dazu kam der angeordnete Nahbegleitschutz für die Bomberverbände und die Bf 110 benötige daraufhin selbst Begleitschutz. Trotz dieses Rückschlages bei der Schlacht um England konnte sich die Bf 110 auf anderen Schauplätzen und zur Heimatverteidigung beweisen. Neben dem Einsatz als Abfangjäger wurde sie als Schnellbomber, Aufklärer und Nachtjäger genutzt. Erst mit dem Auftreten von amerikanischen Jägern als Begleitschutz der Bomberverbände 1944 verblieb die Bf 110 nur noch die Rolle als Nachtjäger.

Das Original mit der Kennung „G9+JM“

Das Model ist gebaut als Bf 110 E von der 4. Staffel des Nachtjagdgeschwaders 1. Als Besonderheit war es mit einem roten Haifischmodel dekoriert und hatte neben einen temporären gelben Rumpfband auch eine temporäre RLM 72 Tarnung auf der Oberseite. In dieser Ausführung nahm die Bf 110 am Unternehmen Donnerkeil teil. Dabei sollte die Luftwaffe den Begleitschutz für den Kanaldurchbruch der Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau sowie dem Schweren Kreuzer Prinz Eugen sorgen. Bei Dämmerung und in der Nacht waren die Flugzeuge vom NJG 1 und 3 dafür vorgesehen. Das Unternehmen fand zwischen dem 11 und 13 Februar 1942 statt. Das NJG 1 flog zuerst vom Flugplatz St. Trond in Frankreich aus. Am zweiten Tag wechselten Teile auf einen Flugplatz in Norwegen, um von dort die Reststrecke abzudecken.

Das Modell

Das Modell der Messerschmitt Bf 110 E stammt von Eduard. Es hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, bietet aber dennoch eine sehr gute Basis für ein Modell. Dazu kommt der Vorteil, dass bei den Profikits auch gleich Masken und Ätzteile dabei sind. Bei der Passgenauigkeit gibt es vor allem Schwierigkeiten bei den Motorgondel und der MG-Abdeckung am Bug. Guten Trockenpassen und späteres Schleifen ist da leider nötig. Zu dem Bausatz zusätzlich verwendete ich noch separate Vorflügel und Auspuffe von Quickboost. Die Auspuffe ersparen den Zusammenbau aus Einzelteilen und die Vorflügel sind nötig, die diese bei parkenden Maschinen immer ausgefahren sind. Dazu kamen von Eduard noch neue Räder und das MG 15 aus Resin. Lackiert ist das Model in schwarz mit Aufhellung in Dunkelgrau. Die Oberseite wurde in RLM 72 abgetarnt.

Quelle

Messerschmitt Bf 110 – Wikipedia


Christian Abraham