Das Original
Die Vought F-8 Crusader war ein überschallschnelles, trägergestütztes Jagdflugzeug, das der US-amerikanische Hersteller Chance Vought Aircraft für die US Navy entwickelte. Ausgangspunkt war eine 1952 formulierte Forderung nach einem Jagdflugzeug, das auch im Horizontalflug Überschallgeschwindigkeit erreichen und von Flugzeugträgern aus operieren konnte. Der Prototyp XF8U-1 absolvierte seinen Erstflug am 25. März 1955, und ab 1957 wurde die Crusader bei der US Navy in Dienst gestellt. Ein charakteristisches Merkmal der Crusader war der hydraulisch verstellbare Einstellwinkel des Tragflügels: Für Start und Landung ließ sich der Flügel anheben, wodurch der Rumpf beim Anflug auf den Flugzeugträger eine günstige Lage einnehmen konnte, ohne die Sicht des Piloten nach vorn wesentlich einzuschränken. Die Hauptaufgabe der Crusader bestand als Abfangjäger in der Verteidigung der Trägerkampfgruppen gegen Luftangriffe. Im Verlauf ihrer Einsatzgeschichte übernahm sie außerdem Jagdbomberaufgaben und wurde im Vietnamkrieg sowohl im Luftkampf als auch bei Angriffen auf Bodenziele eingesetzt. Die Aufklärungsvariante RF-8 erfüllte darüber hinaus wichtige Aufgaben bei der fotografischen Luftaufklärung, unter anderem während der Kubakrise 1962. Insgesamt wurden 1.261 Crusader gebaut; die Serienproduktion erstreckte sich von 1955 bis 1965.
Die Version F-8E, ursprünglich als F8U-2NE bezeichnet, stellte eine wesentliche Weiterentwicklung dar. Sie verfügte über verbesserte Radar- und Feuerleitsysteme und war für den Allwettereinsatz bei der Abfangjagd ausgelegt. Als erste Crusader-Version besaß sie serienmäßig Unterflügelstationen für zusätzliche Außenlasten und konnte dadurch neben ihrer ursprünglichen Jagdrolle auch Angriffsaufgaben übernehmen. Die F-8E war insbesondere im Vietnamkrieg im Einsatz.
Die Vought F-8E Crusader war 16,61 m lang und hatte eine Spannweite von 10,72 m. Ihr maximales Startgewicht betrug 15.442 kg. Als Antrieb diente ein einzelnes Pratt-&-Whitney-Turbojettriebwerk vom Typ J57-P-20A mit Nachbrenner. Der Schub lag bei 47,6 kN ohne und 80,1 kN mit Nachbrenner. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 973 kn beziehungsweise 1.802 km/h. Die Besatzung bestand aus einem Piloten. Zur fest eingebauten Bewaffnung gehörten vier 2-cm-Maschinenkanonen vom Typ Colt Mk 12. Zusätzlich konnte die F-8E bis zu vier AIM-9-Sidewinder-Luft-Luft-Raketen mitführen. An den Unterflügelstationen ließen sich außerdem Bomben, ungelenkte Raketen und weitere Außenlasten mit einem Gesamtgewicht von bis zu 2.268 kg anbringen.
Die Vought F-8E Crusader mit der Bureau Number (BuNo) 150303 gehörte von 1964 bis 1965 zur Jagdstaffel VF-103 „Sluggers“ der US Navy und trug die taktische Kennung AJ-201. Die Staffel war mit F-8E Crusader ausgerüstet und dem Trägergeschwader Carrier Air Wing 8 (CVW-8) zugeordnet. Am 10. Juli 1964 lief der Flugzeugträger USS Forrestal (CVA-59) mit diesem Trägergeschwader zu einem Mittelmeereinsatz im Rahmen der Sechsten US-Flotte aus. 1967 wurde sie bei der VF-211 „Fighting Checkmates“ eingesetzt, die dem Trägergeschwader CVW-21 und dem Flugzeugträger USS Bon Homme Richard (CVA-31) zugeordnet war. Am 1. Mai 1967 erzielte die Maschine im Luftraum über Nordvietnam einen Luftsieg gegen eine nordvietnamesische MiG-17. Als Pilot wird Lieutenant Commander M. O. Wright genannt. Am 6. Juni 1967 wurde die Crusader bei einem Einsatz südlich von Thanh Hóa durch Flakbeschuss getroffen. Der Pilot steuerte die beschädigte Maschine in Richtung Küste und sprang etwa sechs Kilometer vor der Küste mit dem Schleudersitz ab. Er wurde anschließend von einem Rettungshubschrauber aufgenommen.
Das Modell
Die Crusader passt natürlich in mein übliches Jagdschema der Jets der 50er-, 60er- und 70er-Jahre. Und ein Navy-Jet mit High-Visibility-Look ist immer gern genommen. Mit der Crusader verbinde ich zwei Lektüren. Zum einen natürlich Rex (Buck) Danny, dort vor allem Mike Tumbler als Pilot. Und ich bin ein großer Fan des Romans "Der Große Santini" von Pat Conroy über die Familie eines Kampfpiloten in den Südstaaten der frühen 60er Jahre – das Familienoberhaupt Bull Meecham fliegt eine F-8.
Meine Crusader ist ein Hasegawa-Bausatz der F-8J, der sich mit wenigen Anpassungen als F-8E darstellen lässt. Ich habe Decals von AeroMaster, Resin-Räder und einen Aires-Schleudersitz verwendet. Ansonsten weitestgehend "Out of the Box". Das Pitot-Rohr fiel dem Nirvana des Fliesenbodens zum Opfer, und so zeige ich streng genommen eher eine F-8D. Aber damit kann ich leben. In meinen Augen passt der Stummel an der Nase nicht zum eleganten Look der Crusader. Aus dem gleichen Grund habe ich die Flächen nicht im aufgestellten Zustand für Start/Landung dargestellt. Bringt sicher viel Auftrieb, nimmt dem schicken Flieger aber seine Eleganz, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach.
Dargestellt ist die F-8E Crusader mit der Kennung 201 und der BuNo 150303 der VF-103 "Sluggers" 1964/65 auf USS Forrestal (CVA-59).











Ralph Lehmann
(Text über Original von Lars)





