Nachdem ich die neuen Korvetten der Flower-Klasse von Black Cat Models im Maßstab 1/700 in meiner Bausatzvorstellung so ausgiebig gelobt habe, wollte ich mir mit dem Bau nicht allzu lange Zeit lassen. Zu sehr kribbelte es in den Fingern, denn die Bausätze versprachen jede Menge Bauspaß. Und weil ich ja gerne Modelle mit Bezug auf Island baue und die letzte Reise nicht allzu lange zurück lag, wollte ich die Schiffe in einem kleinen isländischen Hafen darstellen. Eine (sehr freie) Inspiration für den Hafen war die Stadt Húsavik im Norden Islands.


Vorweg muss ich gestehen, dass mir hierbei ein Anachronismus unterlaufen ist. Als die HMCS Snowberry am 30.12.1941 in Dienst gestellt wurde, existierte die, am 25.9.1941 versenkte HMS Begonia nicht mehr. Aber das muss man ja nicht jedem unter die Nase reiben….


Der Bau der Korvetten gestaltete sich relativ unkompliziert. Etwas hinderlich war die Farbgestaltung der Bauphasen in der Bauanleitung. Die fertigen Bauphasen sind in dunkelgrau dargestellt. Die jeweils zu verbauenden Teile werden, je nach Material, in Magenta und Orange dargestellt. Als Brillenträger war die Unterscheidung der Teile für mich manchmal etwas undurchsichtig. Aber das ist eher ein persönliches Problem und mindert den sehr guten Eindruck der Modelle nicht.


Bei der Farbgestaltung verwendete ich die Royal Navy Farbsets von AK Interactive. Die Farben passten grundsätzlich recht gut, nur das WA Blue wirkte für mich nicht richtig stimmig, sodass ich hier ein Pastellblau von Vallejo verwendete.

Zwischenzeitlich beschäftigte ich mich mit der Ausgestaltung des Hafens. Die Anleger konstruierte ich in verschiedenen Breiten und Längen mit einem CAD-Programm und druckte sie mit meinem 3D-Drucker aus.


Nun gehören in einen Hafen aber auch Fischerboote und meine Suche nach geeigneten Modellen war erfolglos. Also konstruierte ich ein Grundmodell, wobei ich einen Plan der dänischen Kivioq, den mir Lars Scharff schickte (Vielen Dank dafür!), als Vorbild nahm. Die Konstruktion war ziemlich komplex und hat etwas länger gedauert. Letztendlich hatte ich dann aber doch ein 3D Grundmodell in zwei Ausfertigungen mit verschiedenen Aufbauten (einmal die Original Kivioq und einmal mit veränderten Aufbauten), die ich mehrfach in 3D ausdruckte.


Für die isländischen Häuser dienten mir alte Fotos aus Húsavik als Inspiration, die ich ebenfalls in 3D konstruierte und ausdruckte.

Als alle Teile am Platz waren, die Wasserfläche mit verdünntem Acrylgel gestaltet war und die Schiffe ihren Platz bekamen, fehlte noch ein wenig Ausstattung in Form von (selbstgedruckten) Booten und britischen LKW und Figuren von Starling Models.


Nun ist das Projekt fertig und ich bin relativ zufrieden mit dem Ergebnis. Vielleicht habe ich es mit der Menge an Fahrzeugen etwas übertrieben, aber die waren einfach zu schön, um sie nicht zu zeigen. Allein die Jeeps sind fantastisch.


Jens Bartels