Das Original
Die Yorktown-Klasse entstand als Reaktion auf die Erfahrungen mit früheren US-Trägern (insbesondere der Ranger und der umgebauten Lexington-Klasse) und sollte eine ausgewogene Kombination aus hoher Geschwindigkeit, großer Flugzeugkapazität und ausreichender Panzerung bieten. Dabei musste die Klasse aber innerhalb der Grenzen des Washingtoner Flottenvertrags bleiben. Das Ergebnis war ein Entwurf mit großer Reichweite, hoher Geschwindigkeit und einem Flugdeck, das größere Luftverbände aufnehmen konnte. Zur Yorktown-Klasse gehören drei Einheiten: Yorktown (CV-5), Enterprise (CV-6) und Hornet (CV-8), die 1934 bis 1941 gebaut wurden.
Die Gesamtlänge der Enterprise betrug 246,7 m, die Breite 33,2 m und der Tiefgang 8,5 m. Die Verdrängung lag bei etwa 19.800 Tonnen (Standard) und voll beladen bei 25.500 Tonnen. Als Antrieb dienten neun Kessel und vier Parson-Getriebeturbinen; die Maschinenleistung betrug rund 120.000 PS, daraus ergab sich eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 32,5 kn. Die reguläre Besatzungsstärke lag bei ungefähr 2.919 Mann. Als Bewaffnung hatte Enterprise Frühsommer 1942 acht 12,7-cm/38-Kaliber-Geschütze, 20 2,8-cm-Geschütze (fünf Vierlinge) und 30 2-cm-Oerlikons. Während der Schlacht bei Midway (4.–6. Juni 1942) war Enterprise mit der Enterprise Air Group (VF-6, VB-6, VS-6, VT-6) ausgerüstet: 27 Grumman F4F-4 Wildcat (Jagdflugzeuge), 37 Douglas SBD-2 und SBD-3 Dauntless (Sturzkampfbomber) und 14 Douglas TBD-1 Devastator (Torpedobomber).
USS Enterprise wurde bei Newport News Shipbuilding auf Kiel gelegt (16. Juli 1934), am 3. Oktober 1936 vom Stapel gelassen und am 12. Mai 1938 in Dienst gestellt. Enterprise zeichnete sich durch intensive Gefechtseinsätze im Pazifikkrieg aus und nahm an nahezu allen größeren Trägergefechten des Pazifiks 1942–1945 teil (unter anderem Doolittle-Raid, Schlachten von Midway, Santa Cruz, Ost-Salomonen, Philippinensee und Leyte); sie wurde zur höchstdekorierten Einheit der US-Marine im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende galt sie als überzählig; sie wurde am 17. Februar 1947 außer Dienst gestellt. Mehrere Versuche, das Schiff als Museum zu erhalten, schlugen fehl; schließlich wurde die Enterprise 1958 zum Abbruch verkauft und verschrottet.
Mein Modell der USS Enterprise zeigt den Zustand gegen 17:00 (Hawaii Standardzeit) des gleichen Tages. Die USS Yorktown war zu diesem Zeitpunkt durch japanische Luftangriffe außer Gefecht gesetzt worden, sodass alle Dauntless-Maschinen auf die USS Enterprise verlegt wurden. Gemeinsam mit den verbliebenen Maschinen der USS Enterprise wurde ein letzter Angriff auf die japanische Flotte gestartet, der zur Versenkung der Hiryu führte.
Das Modell
Das Modell des Flugzeugträgers USS Enterprise baute ich aus dem Bausatz von Trumpeter mit den Fotoätzteilen von Tom's Modelworks.
Da ich mit den „Glasbaustein-Flugzeugen“ von Trumpeter ein wenig auf Kriegsfuß stehe, schaute ich mich nach adäquatem Ersatz um und wurde bei Black Cat Models aus Frankreich fündig. Die 3D-gedruckten Flugzeuge sind sicherlich nicht ganz günstig, machen aber einen gewaltigen Unterschied zu den oben erwähnten „Glasbausteinen“. Ich habe bislang keine vergleichbar exakten und detailreich gedruckten Modelle gefunden, zudem diesen Modellen auch Pilotenfiguren beilagen. Leider liefert Black Cat Models keine Decals für die Hoheitszeichen mit, sodass ich auf die Decals des Trumpeter-Bausatzes und meiner Restekiste zurückgriff.
Auch die Luftabwehrgeschütze tauschte ich gegen 3D-gedruckte Teile von Starling Models und Black Cat Models aus. Und wo ich schon am Bestellen war, besorgte ich mir auch einen großen Schwung an 1/700er-Figuren.
Der Bausatz ließ sich grundsätzlich sehr gut, man muss aber darauf achten muss, dass der Bausatz die Enterprise in einem Bauzustand nach der Schlacht um Midway zeigt. Hier muss die Galerie am Bug unter dem Flugdeck geändert werden.
Die USS Enterprise war während der Schlacht um Midway im Ms 11-Schema, d.h. vollständig in Sea Blue (5-S), lackiert. Das Flugdeck war in Deck-Blue (20-B) gestrichen.
Ich habe für die Lackierung die Farben von Vallejo gewählt:
- Sea Blue (5-S): Vallejo 900 (French Mirage Blue)
- Ocean Grey (5-O): Vallejo 907 (Pale Greyblue)
- Haze Grey (5-H): Vallejo 993 (White Grey)
- Deck-Blue (20-B): Vallejo 994 (Dark Grey), das ich mit hellbrauner Ölfarbe ein wenig trockengmalt habe, um die Abnutzungen darzustellen.
Jens Bartels















