Das Original
Die Wilhelm Bauer (ex U 2540) war ein deutsches U-Boot des Typs XXI, einer neuen Generation von sogenannten Elektrobooten, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurden. Der Typ XXI sollte den klassischen U-Boot-Betrieb revolutionieren: Er war für längere, überwiegend unter Wasser stattfindende Fahrten konzipiert und damit wesentlich moderner als vorherige Klassen, die primär Überwasserfahrzeuge mit begrenzter Tauchfähigkeit waren. Insgesamt wurden 118 Boote des Typs XXI wurden 1943-45 gebaut. Diese U-Boote waren mit modernen Batterie- und Antriebssystemen ausgestattet, die höhere Unterwassergeschwindigkeiten und längere Tauchzeiten ermöglichen sollten. Allerdings kamen nur wenige Boote noch im Krieg zu Einsätzen. Die Wilhelm Bauer selbst diente nach ihrer Wiederinstandsetzung in der Bundesmarine vor allem als Ausbildungs- und Erprobungsboot.
Die Wilhelm Bauer hat eine Länge von 76,7 m und eine Breite von etwa 8,0 m bei einem Tiefgang von rund 6,3 m. Die Verdrängung beträgt 1621 t an der Oberfläche und 1819 t unter Wasser. Der Antrieb bestand aus zwei MAN-Dieselmotoren mit insgesamt 4000 PS, zwei Siemens-Schuckert-Elektromotoren mit jeweils 5000 PS und zwei zusätzlichen leisen Elektromotoren mit jeweils 226 PS für den Schleichgang. Die maximale Oberflächen-Geschwindigkeit lag bei 15,6 kn, unter Wasser erreichte das Boot rund 17,2 kn, wobei der Schleichgang etwa 6,1 kn ermöglichte. Die Besatzungsstärke umfasste rund 52 bis 58 Mann, und die Bewaffnung bestand teilweise aus vier 53,3-cm-Bugtorpedorohren.
U 2540 wurde am 28. Oktober 1944 bei der Werft Blohm & Voss in Hamburg auf Kiel gelegt und am 13. Januar 1945 vom Stapel gelassen; die Indienststellung erfolgte am 24. Februar 1945. Aufgrund des Kriegsverlaufs nahm sie nicht an Kriegseinsätzen teil und wurde im Mai 1945 von ihrer Besatzung im Rahmen der Selbstversenkung (Bfehl „Regenbogen“) in der Flensburger Förde versenkt. Nach dem Krieg lag das Boot auf dem Meeresgrund, wurde aber 1957 gehoben und wieder instand gesetzt. Ab 1960 diente es in der neu gegründeten Bundesmarine als unbewaffnetes Ausbildungs- und Erprobungsboot Wilhelm Bauer; der Dienst endete 1982. Seit 1984 ist das Boot am Deutschen Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven als Museumsobjekt ausgestellt, wobei sie wieder dem Zustand als Typ XXI angenähert wurde (siehe Fotogalerie).
Das Modell
Das Modell der Wilhelm Bauer wurde aus dem Bausatz von Revell (Dreierset mit Klasse 206A und Klasse 212A) als Messemodell für Revell gebaut.
Olaf Krabbenhöft
(Text über Original von Lars)


