Das Original

Die Supermarine Attacker war das erste strahlgetriebene Jagdflugzeug, das bei der Fleet Air Arm der Royal Navy in den regulären Einsatz kam. Ihre Entwicklung geht auf die Supermarine Spitfire zurück, die während des Zweiten Weltkriegs zu den erfolgreichsten Jagdflugzeugen mit Kolbenmotor gehörte. Gegen Kriegsende entwickelte Supermarine mit der Supermarine Spiteful eine modernisierte Nachfolgerin der Spitfire, die ebenfalls von einem Kolbenmotor angetrieben wurde, jedoch einen neuen Laminarflügel erhielt. Parallel dazu entstand das Versuchsflugzeug Supermarine E.10/44, bei dem dieser Flügel mit einem Strahltriebwerk kombiniert wurde. Nachdem die Royal Air Force kein Interesse an einer Serienfertigung zeigte, entwickelte Supermarine das Muster zu einem trägergestützten Jagdflugzeug für die Royal Navy weiter. Die Attacker übernahm dabei den Flügel der Spiteful und besaß weiterhin ein Heckradfahrwerk. Sie wurde als Abfangjäger und später auch als Jagdbomber eingesetzt. Insgesamt entstanden 185 Flugzeuge, darunter drei Prototypen und 182 Serienmaschinen. Die Serienfertigung erfolgte von 1950-53, die Attacker diente bei der Royal Navy nur 1951-57.


Die Supermarine Attacker hatte eine Länge von 11,4 m und eine Spannweite von 11,3 m. Das maximale Startgewicht betrug 5,5 t. Angetrieben wurde sie von einem Rolls-Royce-Nene-101-Turbojet, der eine Leistung von 22 kN entwickelte; dies entspricht einer Antriebsleistung von rund 5.150 PS. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 513 kn beziehungsweise 950 km/h. Die Maschine war für einen Piloten ausgelegt. Zur festen Bewaffnung gehörten vier 2-cm-Hispano-Mk.-V-Maschinenkanonen. In der Jagdbomberausführung konnten zusätzlich zwei Bomben mit je 454 kg oder acht ungelenkte Raketen unter den Tragflächen mitgeführt werden.


Die TS409 war der erste Prototyp der späteren Supermarine Attacker und absolvierte am 27. Juli 1946 mit dem Testpiloten Jeffrey Quill ihren Erstflug. Zunächst entstand sie als landgestütztes Versuchsflugzeug nach der Spezifikation E.10/44. Nachdem sich das Interesse der Royal Navy auf das Muster richtete, wurde die TS409 schrittweise an den Marineeinsatz angepasst und unter anderem mit Fanghaken sowie weiteren Änderungen erprobt. Mit ihr stellte der Testpilot Mike Lithgow am 26. und 27. Februar 1948 zweimal hintereinander einen Weltrekord über einen geschlossenen 100-km-Kurs auf. Nach Abschluss der Erprobung wurde das Flugzeug noch bis 1953 für Test- und Ausbildungszwecke verwendet. Anschließend diente es als Bodenausbildungsgerät, bevor es 1956 verschrottet wurde.

Das Modell

Heute möchte ich meine Supermarine Attacker präsentieren. Der Bausatz stammt von AZmodel und stellt den ersten Prototyp mit der Kennung TS409 dar. Abgesehen vom Gussfehler im Bereich des Fanghakens, den nicht so recht zusammen passenden Rumpfhälften (nur mit sanfter Gewalt) und den nicht wirklich stimmenden Fahrwerksklappen, ging der Bau problemlos über die Bühne.

Manfred Rausch

(Text über Original von Lars)