Das Original

Die Pinta war eines der drei Schiffe von Christopth Kolumbus, der 1492 Amerika entdeckte. Er landete auf der Insel Hispaniola in der Karibik. Das grundsätzliche Aussehen des Schiffs ist in etwa bekannt, es handelt sich dabei um einen Dreimaster mit zwei Rahen und einem Lateinsegel. Die Größe des Schiffes ist unklar. Zur damaligen Zeit gab es keinerlei Pläne, es wurde nach Erfahrung der Schiffsbaumeister gebaut. Das Schiff  ist ein Standardschiff der damaligen Zeit und recht stabil.

Das Modell

Gereizt hat mich das, für einen Plastikmodellbauer, ganz untypische Modell und die gute Qualität des Bausatzes (siehe Bausatzbesprechung).

Neben den vorgeprägten Teilen sind zahlreiche Leisten aus verschiedenen Hölzern und Längen und Breiten vorhanden. Bei einige Leisten ist die Anzahl recht knapp bemessen. Man sollte den Ausschuss generell möglichst gering halten. Das helle Sapelliholz ist recht weich und sollte vorsichtig mit Werkzeugen behandelt werden. Das dunkle Nussbaum ist wesentlich stabiler. Alle Leisten sind passend zurecht zu schneiden. Das Material ist ausreichend zur Montage.

Die Bauanleitung liegt auf CD vor und es gibt auch eine Übersicht auf Papier. Die Bauanleitung ist bebildert und mehrsprachig. Es wird jeweils der Zusammenbau der Teile mit den Teilenummern beschrieben. Die Teilenummern sind am Ende des Dokuments aufgelistet.

Zunächst werden die Spanten des Schiffes aufgebaut. Diese Teile sind bereits vorgeprägt und fest zu verleimen. Verwendet wurde dazu wasserfestes Ponal.

Um das Schiffsskelett hinstellen zu können wurde auf der beigefügte Ständer gleich mit erstellt.

Hier die Ansicht von oben mit dem entsprechendem Teil der Bauanleitung.

Nach ausreichender Trocknungszeit ist das Deck anzubringen. Dadurch werden die Spanten stabilisiert.

In das Deck werden auch die Öffnungen für die Masten gebohrt. Die Öffnung für den Fockmast hatte leider nicht gepasst so dass diese später versetzt wurde.

Im nächsten Schritt sind die Spanten so abzuschleifen das sich eine Wölbung ergibt auf die später die Rumpfverkleidung angebracht wird. Die Spanten werden schwarz lackiert. Schwarz ist die einzige hier verwendete Farbe. Alle anderen Farben ergeben sich durch unterschiedliche Holzarten. Auf das Deck kommen nun die Leisten. Die erste Leiste ist mittig anzubringen. Damit sich die Leiste an das Deck anpasst wird das mit Spannzangen gehalten.

Nach erfolgter Trocknung sind nun die weiteren Leisten Stück für Stück anzubringen. Holz ist nicht perfekt und es können unterschiedlichen Höhen auftreten. Das ist danach auf gleiche Höhe anzuschleifen. Wichtig ist das möglichst keine Fugen auftreten. Kleinere Fugen lassen sich mit Wasser verschliessen. Durch das Wasser quillt das Holz auf und die Fuge ist geschlossen. Erst danach ist das Deck plan zu schleifen.

Auf einen realen Schiff gibt es keine über das gesamten Schiff durchgängige Leisten, sondern einzelne Bretter. Die „Bretter“ werden mit Fuge und „Nägeln“ per Bleistift gezeichnet.

Über das Hauptdeck kommen nun die Decks für das Vor- und Achterschiff. Auch diese sind vorgeprägt, ebenso die Seitenteile. Die Decks werden durch weitere Leisten vervollständigt.

Zusätzlich wurde eine Luke mittschiffs angebracht, damit bei geöffneter Luke eine Vertiefung sichtbar ist. Die Ränder wurden verstärkt  damit sich das Deck nicht verzieht.

Generell muss man bei Kleben des Rumpfes und bei Einsatz von Spannzangen vorsichtig sein, damit keine Verformung auftritt. Bei realen Schiffen wie der Victory und der Vasa ist die Korrektur von Verformungen ein recht aufwändiger Prozess. Bei einem Modell ist das vermutlich kaum noch zu korrigieren.

Die Rumpfverkleidung wird von oben nach unten aufgebracht, d.h. geklebt und genagelt. Die Leisten werden immer beiseitig angebracht.

Die Leisten sind sowohl quer als auch längs gebogen. Das erreicht man durch Wässern der Leisten. Bei größeren Krümmungen hilft ein Leistenbieger. Auch hier ist das mehrfach zu wässern und zu biegen damit die Leiste nicht bricht.

Vor dem Anbringen der weiteren Leisten ist der Rumpf plan zu schleifen. Durch die Biegung der Leisten sind Nähte unvermeidbar. Mit Holzkitt und dem feineren Holzspachtel lassen sich diese verschliessen.

Nun kommt die eigentliche Rumpfverkleidung mit einzelnen dünnen Leisten. Diese beginnen am Achterdeck oben.

Da der Rumpf abgerundet ist lassen sich keine Spannzangen einsetzen. Hier kommt neben Ponal zum kleben Tamiyatape zu Einsatz. Oder auch mal eine Pinzette. Immer schön warten bis die Leiste sicher verklebt ist bevor man mit der nächsten beginnt. Die Leisten werden etwa bis zur Mitte angebracht. Danach beginnt man vom Kiel aufwärts.

Die Leisten sind passend zu kürzen. Glücklicherweise sind diese sehr dünn und leicht mit einem Cuttermesser schneidbar. Spannend ist das bis zum Schluss.

Wie man sieht legen sich die Leisten nicht immer komplett an. Hier ist nachträgliches kleben erforderlich. Dort wo dennoch Spalten zu sehen waren wurden schmale Streifen eingeklebt. Am Heck sind die Leisten etwas anders gestaltet.

Die Leisten sind vorsichtig plan zu schleifen so dass sich eine glatte Außenhaut ergibt. Um das Holz zu schützen wurde dieses mit Seidenmatt-Klarlack behandelt. Nun ist der Rumpf fertig.

Für die Reling sind Leisten auf die Bordwand zu montieren. Dazu ist die recht breite Leiste mit einem Leistenbieger vorzubiegen. Die Leiste ist ausreichend zu wässern und dann in den Leistenbieger zu montieren. Je größer die erforderliche Krümmung desto häufiger ist das Wässern und Biegen notwendig. Hat die Leiste die richtige Krümmung kann die Montage erfolgen.

Die mit Klebeband fixierten Hölzer dienen nur dazu den richtigen Abstand der äußeren Seite zum Rumpf sicher zu stellen. Verklebt wird Relingleiste mit Ponal. Das sollte mindestens einen Tag aushärten. Der Bau dieses Schiffes dauert seine Zeit. Das gleiche ist an Vorschiff notwendig.

Nach der Leiste Mittschiffs sind die nächsten Leisten als Anschluß zum Vor bzw. Achterschiff notwendig. Auch hier Geduld zu empfehlen.

Der nächste Schitt sind die Scheuerleisten am Rumpf.

Die Scheuerleiste als auch die Relingleisten werden Acryl Matt lackiert. Das gilt auch für die Rumpfverstärkungen.

Mit den Rumpfverstärkungen wird  der Abstand zur unteren Scheuerleiste festgelegt. Deshalb ist das zuerst zu montieren.

Auf die zuvor montieren Leisten auf der Bordwand kann nun die Reling angebracht werden. Zur sicheren Befestigung wurden bei jeder Stütze ein Stift verwendet und dann noch verklebt.

 Jede Stütze und jedes weitere Teil sind auf Maß zu schneiden ein entsprechendes Tool ist unverzichtbar.

Die Luken wurde wurden inzwischen angebracht und um in das Schiff zu kommen braucht es natürlich Leitern (Niedergänge). Diese werden nach Vorgabe angefertigt.

Auch die Luken benötigen Deckel …

An Bord gibt es auch Eimer und Fässer …

Die Bewaffung besteht aus zweu Kanonen mit Lafetten aus mehreren anzufertigenden Einzelteilen. Die Messingkanone wurde schwarz lackiert, wie das in Museen standard ist.

Eine Bilgenpumpe darf auch nicht fehlen.

Nach Fertigstellung von Anker und Winde sind die Decksarbeiten weitgehend abgeschlossen und es geht nun in die Höhe, mit der Montage der Masten. Laut Bauanleitung soll ein 98 Grad Winkel des Fockmastes zum Deck eingehalten werden. Das passt aber nicht, also wurde der Winkel relativ zum Kiel verwendet.

Sind die Masten montiert ist das stehende Gut anzubringen. Für jedes Tau sind entsprechende Vertäublöcke notwendig und anzufertigen.

Dazu sind kleine Hilfsmittel sinnvoll.

Hier einer der montierten Vertäublöcke am Besanmast.

Die Vertäuung des stehenden Guts am Fockmast:

Für den Hauptmast ist eine andere Vertäung nötig. Diese nennen sich in Deutsch Jungfern. Wer danach im Internet sucht, findet aber nichts seemännisches. Besser ist die Suche nach dem englischen Begriff Deadeye. Dann findet man Anleitungen zu Montage.

Nach Montage des stehenden Guts sieht das Model schon beeindruckend aus.

Da der Rumpf gekrümmt ist und das Schiff mit der beigefügten Stütze beim Montieren häufig „kentert“, ist eine feste Halterung unbedingt notwendig.

Laut Bauplan sind Webleinen notwendig. Das Schiff hat weder einen Mastkorb noch gab es Webleinen zu dieser Zeit. Für Arbeiten am Segel wurde einfach die Rah niedergeholt.

Jetzt ist es an der Zeit die Segel zu setzen. Beim Bausatz sind Stoffsegel dabei. Leider fehlt das Liek an den Segeln und wurde ergänzt.

Die Schiffe der Kolumbusflotte hatten wohl große rote Kreuze auf den Segeln.

Um die Schablone für das Kreuz korrekt auf der Rücksseite anzubringen wurde das auf ein LED Light Pad gelegt.

Im folgenden sind die Rahen der Segel zu montieren. Diese bestehen aus zwei Hölzern. Das Tamiya-Tape unten zeigt die Abstände der Taue zur Segelbefestigung.

Das Bild zeigt das Segel an der Rah und die Vertäublöcke für das laufende Gut.

Die Rah wird von Takelagenkügelchen ubd Rakringen  am Mast gehalten. Diese Teile sind beim Bausatz dabei.

Zu guter Letzt noch die Flaggen und das Schiff kann in See stechen.

Der Größenunterschied zwischen den eigentlich fast gleichen Maßstäben - Artesiana 1/65 hinten, Heller 1/75 vorne - ist recht deutlich zu sehen.


Norbert Windrich