
Die USCGC Ingham (WHEC-35) gehört zur Treasury-Klasse der United States Coast Guard, einer Serie von sieben 1935-37 gebauten Hochseekuttern, die für Langstreckeneinsätze auf hoher See entwickelt wurden. Die Treasury-Klasse entstand in den 1930er Jahren als Antwort auf die wachsenden Anforderungen an Seenotrettung, Überwachung des Seeverkehrs, Bekämpfung von Schmuggel sowie später auch U-Boot-Abwehr und Geleitschutz. Die Schiffe waren die ersten US-Küstenwachkutter, die von Beginn an für den Einsatz eines Bordflugzeugs ausgelegt wurden. Insgesamt wurden sieben Einheiten gebaut. Die Schiffe blieben außerordentlich lange im Dienst und bewährten sich im Zweiten Weltkrieg, im Koreakrieg und im Vietnamkrieg.
Die USCGC Ingham ist 99,7 m lang und 12,5 m breit. In ihrem letzten Zustand in Dienst verdrängte sie 2.656 t. Der Antrieb bestand aus zwei Babcock-&-Wilcox-Kesseln und zwei Westinghouse-Dampfturbinen mit Untersetzungsgetriebe, die zusammen 6.200 PS auf zwei Schraubenwellen übertrugen. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 21 kn. Die Besatzung umfasste zuletzt 147 Seeleute. In ihrer späten Einsatzzeit war die Ingham mit einem 12,7-cm-Geschütz Mk.30 (5"/38) und 1,27-cm-Maschinengewehren bewaffnet.
Die USCGC Ingham wurde auf der Philadelphia Navy Yard gebaut. Die Kiellegung erfolgte am 1. Mai 1935, der Stapellauf am 3. Juni 1936, die Indienststellung am 12. September 1936. Zunächst diente der Kutter im Pazifik und im Nordatlantik für Patrouillen- und Wetterdienstaufgaben. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg wurde die Ingham zum Geleit- und U-Boot-Abwehrschiff umgerüstet. In dieser Rolle eskortierte sie alliierte Geleitzüge im Nordatlantik und war am 15. Dezember 1942 an der Versenkung des deutschen U-Bootes U 626 beteiligt. 1944 erfolgte ein weiterer Umbau zum Flaggschiff amphibischer Verbände (Kennung WAGC-35), bei dem zusätzliche Führungs- und Nachrichteneinrichtungen eingebaut wurden. In dieser Funktion nahm das Schiff an mehreren amphibischen Operationen im Pazifik teil. Nach Kriegsende wurde die Ingham wieder für die Aufgaben der Küstenwache hergerichtet und als Hochseekutter für Such- und Rettungsdienst, Fischereiaufsicht, Wetterpatrouillen und Drogenbekämpfung eingesetzt. Während des Vietnamkriegs unterstützte sie von August 1968 bis Februar 1969 die Operationen Sea Lords und Swift Raider, wofür sie als einziges Schiff der US Coast Guard zwei Presidential Unit Citations erhielt. Nach mehr als 51 Dienstjahren wurde die Ingham am 27. Mai 1988 außer Dienst gestellt. Anschließend gelangte sie als Museumsschiff zum Patriots Point Naval & Maritime Museum in Mount Pleasant bei Charleston. 2009 wurde sie nach einer Werftüberholung nach Key West geschleppt, wo sie seitdem als Museumsschiff und nationales Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg und Vietnamkrieg gefallenen Angehörigen der US Coast Guard erhalten wird. Die Ingham wurde 1992 zum National Historic Landmark erklärt und gilt als das höchstdekorierte Schiff in der Geschichte der US Coast Guard.
Im Maßstab 1/700 gibt es einen Bausatz von Niko Models des ursprünglichen Bauzustands vor dem Zweiten Weltkriegs und von SNAFU (Echoco) eine Variante des späten Bauzustands (früher auf Shapeways erhältlich, inzwischen für Lars überarbeitet worden).
Die Fotos wurden im Dezember 2024 in Key West aufgenommen:










































Christoph Mentzel (Fotos), Lars (Text)