Eisbrecher Stettin

Der norwegische Frachter D/S Hestmanden ist ein bedeutendes maritimes Kulturdenkmal und gehört heute als fahrendes Museumsschiff zum nationalen Erbe Norwegens. Das Schiff wurde 1911 für die Reederei Vesteraalens Dampskibsselskab gebaut und zunächst im Küstengüterverkehr eingesetzt. Seine Aufgaben bestanden vor allem im Transport von Stückgut entlang der norwegischen Küste sowie im internationalen Verkehr, etwa beim Kohletransport zwischen Großbritannien und Frankreich während des Ersten Weltkriegs. Im Verlauf seiner Dienstzeit wurde die Hestmanden mehrfach unterschiedlichen Aufgaben zugewiesen, darunter auch militärisch geprägte Transportaufgaben in beiden Weltkriegen. 

Hestmanden ist 59 m lang und 9 m breit, die Verdrängung beträgt 979 t. Angetrieben wird es von einer kohlebefeuerten Dreifach-Expansions-Dampfmaschine, die eine Leistung von 650 PS entwickelt. Damit erreicht das Schiff eine Geschwindigkeit von 8 kn. Die Besatzungsstärke lag typischerweise bei rund 15 bis 20 Mann. 

Die Hestmanden wurde 1911 auf der Werft Laxevaags Maskin & Jernskibsbyggeri in Bergen gebaut und im selben Jahr in Dienst gestellt. Ihre Laufbahn ist vor allem durch ihre Einsätze in beiden Weltkriegen geprägt, in denen sie Konvoifahrten überstand und dadurch den Ruf eines „Glücksschiffs“ erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie weiterhin im Küstendienst eingesetzt, ehe sie 1955 verkauft und unter dem Namen Vegafjord als Transportschiff für Schrott weiterverwendet wurde. In den 1960er Jahren außer Dienst gestellt, entging sie 1979 der Verschrottung durch den Ankauf durch einen Veteranenschiffsverband. Es folgte eine jahrzehntelange Restaurierung, die das Schiff schließlich wieder in einen fahrfähigen Zustand versetzte. Seit 2017 dient die Hestmanden als norwegisches Museum und Gedenkstätte für die norwegischen Seeleute, die in beiden Weltkriegen starben, und ist das einzige erhaltene Frachtschiff, das an Konvoifahrten in beiden Weltkriegen teilgenommen hat.

Hestmanden lag im März 2026 in Hvide Sande in Dänemark, um dort von dem Hvide Sande Shipyard überholt zu werden:

Jens Bartels (Fotos), Lars (Text)