
Das deutsche U-Boot U 17 (S196) ist das bisher einzige Exemplar seiner Klasse, das als Museums-U-Boot erhalten ist - im Technikmuseum Sinsheim. Es gehört zur Klasse 206, von der zwischen 1969 und 1975 18 Einheiten gebaut wurden. Die Klasse 206 wurde aus der Klasse 205 entwickelt und ist u.a. durch den erhöhten Bug mit dem besser angeordneten Sonar von der Klasse 205 unterscheidbar. Die Reichweite unter Wasser und die Feuerleitung wurden im Vergleich zur Vorgängerklasse verbessert. Der Einsatzzweck war die Bekämpfung von Schiffen und U-Booten, insbesondere in der flachen Ostsee. Minen konnten über einen Minengürtel transportiert und gelegt werden, so dass eine Minenladung nicht die Anzahl der mitgeführten Torpedos reduzierte. Die Klasse war aus nicht magnetisierbaren Stahl gebaut, um so schlechter detektierbar zu sein (für entsprechende U-Jagdsensoren und Minen).
Zwölf der U-Boote wurden um 1990 zur Klasse 206A umgebaut und erhielten u.a. verbesserte Torpedos. Die sechs nicht modifizierten U-Boote wurden in der zweiten Hälfte der 1990er außer Dienst gestellt, die modernisierten U-Boote folgten 2004-11. Zwei der U-Boote wurden an Kolumbien verkauft, wo sie noch als ARC Intrépido (ex U 23) und ARC Indomable (ex U 24) in Dienst sind. Verkäufe von weiteren Einheiten an Indonesien und Thailand scheiterten. Die neben U 17 noch länger erhaltenen U 15, U 16 und U 18 wurden bereits verschrottet.
U 17 wurde 1970-73 von HDW in Kiel gebaut. Es gehörte zum 3. Ubootgeschwader in Eckernförde, zuletzt zum 1. Ubootgeschwader. 1989-91 wurde es bei HDW zur Klasse 206A modernisiert. 1997 überquerte es mit U 26 als erste deutsche U-Boote nach dem Zweiten Weltkrieg den Atlantik und übte mit Einheiten der US Navy. 2010 diente es im Mittelmeer im Rahmen der Operation Active Endeavour. Im gleichen Jahr wurde es außer Dienst gestellt und im Arsenal in Wilhelmshaven aufgelegt. 2021 wurde es nach Kiel überführt, wo die Batterien und Waffensysteme ausgebaut wurden, 2023 folgte die Überführung von Kiel nach Speyer, u.a. über Rhein und Neckar. Seit 2025 kann es in im Technikmuseum Sinsheim besichtigt werden.
Von der Klasse 206 gibt es von Revell einen Bausatz im Maßstab 1/144 (siehe Bausatzbesprechung), von OKB Grigorov Vollrumpfmodelle im Maßstab 1/700 und 1/350 (siehe gebautes Modell) und 1/700 sowie von NNT einen Bausatz eines Wasserlinienmodells (siehe Bausatzbesprechung). Dazu gibt es Bausätze von RCsubs in den Maßstäben 1/350, 1/144, 1/87, 1/72, 1/48 und 1/35.
U 17 fotografierte ich im Oktober 2017 im Technikmuseum Sinsheim:





















































Weitere Fotos von U-Booten der Klasse 206:
Lars