Modell: Cannon class Destroyer Escort USS Slater version
Hersteller: Black Cat Models
Maßstab: 1/700
Material: Resin (3D-Druck), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 700007c
Preis: 53,94 €
Modell: Edsall class Destroyer Escort U.S.Coast Guard service
Hersteller: Black Cat Models
Maßstab: 1/700
Material: Resin (3D-Druck), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 700008b
Preis: 53,94 €
Black Cat Models hat jetzt auch im Maßstab 1/700 die ersten fünf Bausätze von Geleitzerstörern der US Navy herausgebracht: die Cannon-Klasse in drei Konfigurationen (ursprünglich, mit verstärkter Flak und als USS Slater mit noch mal verstärkter Flak) und die ähnliche Edsall-Klasse (später Bauzustand im Zweiten Weltkrieg und als Kutter bei der US Coast Guard).
Das Original
Für die US Navy wurden im Zweiten Weltkrieg 563 Geleitzerstörer in sechs Klassen gebaut. Auf die Evarts-Klasse (97 Schiffe) folgten drei Klassen, die einen verlängerten Rumpf erhielten, um den Fahrbereich und die Seetüchtigkeit zu verbessern. Hierdurch konnte auch ein Drillingstorpedorohr ergänzt werden. Als Hauptbewaffnung wurde an drei 7,6-cm-Einzellafetten festgehalten. Die drei Klassen unterschieden sich durch den Antrieb: Buckley-Klasse (Dampfturbinen getriebene Generatoren und Elektromotoren, 154 Schiffe), Cannon-Klasse (Dieselmotoren getrieben Generatoren und Elektromotoren, 72 Schiffe) und Edsall-Klasse (Dieselmotoren, 85 Schiffe). Nach diesen drei Klassen ersetzte man die Hauptbewaffnung durch zwei 12,7-cm-Geschütze und reduzierte die Höhe der Brücke. Mit dieser Konfiguration wurden die Rudderow-Klasse (Dampfturbinen getriebene Generatoren und Elektromotoren, 72 Schiffe) und John C. Butler-Klasse (Dampfturbinen, 83 Schiffe) gebaut.
Von der Cannon-Klasse wurden während des Zweiten Weltkriegs sechs an die Freie Französische Marine und acht an die brasilianische Marine abgegeben. Eines von letzteren, die Bauro, ist noch als Museumsschiff in Rio de Janeiro erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen acht weitere an die französische Marine, vier an die griechische, drei an die italienische, zwei an die japanische, sechs an die niederländische, drei an die peruanische, drei an die philippinische (plus zwei als Ersatzteilquelle), vier an die taiwanesische, eines an die thailändische und zwei an die uruguayische Marine. Eines der zeitweise griechischen Schiffe, Aetos ex USS Slater, ist heute wieder unter dem ursprünglichen Namen Museumsschiff in Albany (siehe Fotogalerie). Von den bei der US Navy verbliebenen Schiffe der Cannon-Klasse wurden die meisten in den 1940ern außer Dienst gestellt und in den 1970ern abgewrackt. USS Roche war nach einem Minentreffer 1944 nicht wieder repariert und 1946 versenkt worden. Sechs Geleitzerstörer dienten teilweise noch bis in die 1960er als Schulschiffe für Reservisten.
Von der Edsall-Klasse wurden drei im Zweiten Weltkrieg versenkt. Zwölf - Newell, Falgout, Lowe, Finch, Koiner, Foster, Ramsden, Rickey, Vance, Lansing, Durant und Chambers - fuhren 1951-54 für die US Coast Guard. Hierbei dienten sie als Wetterschiffe, wofür sie einen Hangar für Wetterballons erhielten, und Stationsschiffe zur Unterstützung für Interkontinentalflüge. 34 wurden 1951-57 zu Radarfrühwarnschiffen im Rahmen des SCB-46 und -46B-Programms umgebaut. Diese wurden 1960-73 außer Dienst gestellt, die anderen schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Die meisten wurden in den 1960ern und 1970ern abgewrackt. Eines der nichtmodernisierten, USS Stewart, ist Museumsschiff in Galveston (siehe Fotogalerie). Nur wenige gingen an andere Marinen: eines der nicht modernisierten an Mexiko, zwei zu Radarwarnschiffen modernisierte an Südvietnam und eines an Tunesien. Eines von den südvietnamesischen floh bei der Eroberung Südvietnams in die Philippinen und diente dort weiter. Das andere wurden in den Dienst der Volksmarine Vietnams gestellt.
USS Slater ist 93,3 m lang, 11,0 m breit und verdrängte voll beladen 1646 t. Der Antrieb bestand aus vier Dieselmotoren mit zusammen 6000 PS, die Strom für Elektromotoren lieferten und eine Geschwindigkeit von 21 kn ermöglichten. Die Besatzung setzte sich aus 216 Mann zusammen. Die Bewaffnung bestand aus drei 7,6-cm-Einzellafetten, drei 4-cm-Zwillingen, zehn 2-cm-Einzellafetten, einem Hedgehog-U-Jagd-Mörser, acht Wasserbombenwerfern und zwei Wasserbombenablaufgestellen.
Die Schiffe der Edsall-Klasse im Dienst der US Coast Guard waren 93,3 m lang, 11,2 m breit und verdrängten voll beladen 1615 t. Der Antrieb bestand aus zwei Dieselmotoren mit zusammen 6000 PS, womit 21 kn erreicht wurden. Die Besatzung setzte sich aus 209 Mann zusammen. Die Bewaffnung bestand aus drei 7,6-cm-Einzellafetten, einem 4-cm-Vierling, zwei 4-cm-Zwillingen, zwei 2-cm-Einzellafetten, einem Hedgehog-U-Jagd-Mörser, acht Wasserbombenwerfern und zwei Wasserbombenablaufgestellen.
Der Bausatz des Geleitzerstörers USS Slater
Black Cat Models hat bei den fünf Bausätzen der Cannon- und Edsall-Klasse den Ansatz gewählt, dass die 3D-gedruckten Kleinteile identisch sind, die Rümpfe aber jeweils spezifisch für den Bausatz sind. Die Slater ist im Zustand bei Kriegsende gezeigt.
Der Rumpf der Slater, also eines Geleitzerstörers der Cannon-Klasse mit verstärkter Flak, ist zusammen mit dem Großteil der Aufbauten in sehr guten Qualität gedruckt. Bei meinem Exemplar gibt es einen Schaden an Steuerbord nahe der Wasserlinie, der leicht zugespachtelt können werden sollte. Ansonsten ist die Qualität sehr gut. Abgesehen von den Stützstrukturen unterhalb der Wasserlinie gibt es nur wenige weitere an den Aufbauten zu entfernen.
Die Positionen der Flakwannen entspricht dem Zustand bei Kriegsende - nicht dem Zustand heute als Museumsschiff. Z.B. standen 1945 zwei 2-cm-Einzelflak in einer gemeinsamen Wanne (wie beim Bausatz), während auf dem Museumsschiff zwei 2-cm-Zwillinge in leicht getrennten Wannen stehen.
Die Kleinteile sind identisch bei allen Bausätzen der Cannon- und Edsall-Klasse. Man findet hier also einige Teile, die für Slater in diesem Bauzustand nicht benötigt werden, u.a. das Torpedorohr und der Hangar für die Wetterballons. Die Bewaffnung, Feuerleitgeräte, Radarantennen, Winden, Kabelrollen, Mastteile etc. sind sehr gut detailliert. Von den meisten Waffen bleiben welche für die Restekiste übrig.
Die beiden Beiboote haben sich bei diesem Bausatz von dem Rahmen D gelöst. Sie sind auch gut detailliert:
Für den Bau des Fockmasts liegen Metallstäbe bei:
Es ist auch eine Fotoätzteilplatine enthalten, die bereits abgelängte Reling, Niedergänge und Beibootlager umfasst:
Die Abziehbilder umfassen weiße Rumpfnummern, die man sich für ein bestimmtes Schiff selbst zusammen stellen kann, d.h. alle Schiffe der Klasse in dieser Konfiguration können gebaut werden.
Die Anleitung umfasst zwölf Seiten, die farbig gedruckt sind. Hier findet sich eine Übersicht über die enthaltenen Teile, eine Erklärung des Zusammenbaus in fünf Schritten und eine Bemalanleitung. Bei den perspektivischen Ansichten, die den Zusammenbau erklären, könnten nach meinem Geschmack der Farbkontrast etwas stärker sein, so dass man die Positionen der neuen Teile besser sehen kann. Die Bemalanleitung zeigt Slater im Measure 21 (Zustand 1945) und bezieht sich auf die Namen der Originalfarben.







Bei 72 gebauten Schiffen hat man hier die Auswahl (und die Rechercheaufgabe), falls man ein anderes Schiff der Cannon-Klasse als Slater bauen will. Die Klasse diente auch bei zahlreichen anderen Marinen, so dass man hier noch mehr Möglichkeiten hat, u.a. viele Möglichkeiten, eines der Schiff im Zustand während des Kalten Kriegs darzustellen - auch als Schulschiffe bei der US Navy, z.B. USS Tills in den 1960ern mit 32,4-cm-Torpedodrillingen (siehe hier) und USS Roberts mit stark reduzierter Flak (siehe hier). In den meisten Fällen waren die Umbauten übersichtlich. Ein etwas umfassender Umbau wäre z.B. die französische Arago (ex Somali) als Testschiff in den 1970ern (siehe z.B. hier und in Les escorteurs français de l'après-guerre. Tome II). Black Cat Models bietet auch zwei weitere Varianten der Cannon-Klasse an, so dass man schauen kann, welcher der drei den besten Ausgangspunkt für ein spezifisches Schiff und einen spezifischen Zeitraum bietet.
Der Bausatz des Küstenwachkutters der Edsall-Klasse
Für die zwölf Geleitzerstörer der Edsall-Klasse, die in den 1950ern kurzzeitig für die US Coast Guard fuhren, hat Black Cat Models eine weitere Variante herausgebracht. Soweit ich es gesehen habe, unterscheiden sich diese zwölf Schiff kaum voneinander - aber optisch durch die andere Bemalung deutlich von ihren grau gestrichenen Schwesterschiffen bzw. anderen Bauzuständen. Die Umbauten waren relativ übersichtlich: vier Positionen für 2-cm-Oerlikon beim Schornstein und zwei auf dem Achterdeck wurden entfernt. Ich konnte nicht für alle Schiffe die Konfiguration mit 4-cm-Bofors herausfinden. Zumindest bei manchen wurde ein Paar 4-cm-Zwillinge mittschiffs ausgebaut und die Ausstattung mit Bofors damit auf einen Vierling und zwei Zwillinge reduziert. Ich vermute, dass alle zwölf den Vierling schon vor dem Umbau erhalten hatten (zumindest Koiner und Lansing hatten schon im Zweiten Weltrieg einen Vierling). Die entfernten Flaks mittschiffs ermöglichten den Einbau eines Hangars für Wetterballons und etwas freie Decksfläche, um diese auch ausbringen zu können. Auch ein Mast wurde achtern zwischen den Bofors-Feuerleitgeräten ergänzt.
Der hier gezeigte Rumpf ist ein früher Testdruck von Black Cat Models. Die Druckqualität bei den Serienbausätzen dürfte besser sein, z.B. die Wände der Aufbauten glatter. Die Detaillierung ist sehr gut.
Die restlichen Teile, inklusive der Fotoätzteile, sind identisch mit dem Bausatz der USS Slater, wobei natürlich nicht die exakt die gleichen Teile verwendet werden sollen. So findet man auf dem Rahmen D für ein Modell als Küstenwachkutter den Hangar für die Wetterballons und den zusätzlichen Mast achtern.
Die Abziehbilder enthalten die Rumpfnummern und die Kennung für alle Schiffe der Edsall-Klasse, die in den 1950ern bei der US Coast Guard fuhren.
Die Anleitung ist ähnlich wie bei der für USS Slater aufgebaut. Auf vielen Fotos der Schiffe bei der US Coast Guard sieht man über der Brücke ein Sonnensegel, dass im Bausatz aber nicht beiliegt.







Der Bausatz bietet auch eine Grundlage für den Bau eines der Geleitzerstörer der Edsall-Klasse mit noch mal verstärkter Flak, also mit der Vierlingslafette - allerdings muss man die Positionen für die entfernten Bofors-Zwillinge und Oerlikon ergänzen. Für die frühere Version mit fünf 4-cm-Zwillingen bietet Black Cat Models eine eigene Version an. Es gab nur ein Schiff der Edsall-Klasse, dass noch länger in einem Bauzustand ähnlich des Zweiten Weltkriegs nach dem Krieg fuhr: die mexikanische Commodoro Manuel Azueta (ex USS Hurst), die erst 2015 außer Dienst gestellt wurde! Dieses fuhr zuletzt mit drei 7,6-cm-Einzellafetten, einem 4-cm-Vierling und zwei 4-cm-Zwillingen sowie einer modifizierten Brücke und Fockmast (siehe z.B. hier und hier). Hier wäre der Bausatz der Coast Guard-Version der Edsall-Klasse von Black Cat Models auch ein guter Ausgangspunkt, da die Flakwannen schon fast passend sind. Für die Radarfrühwarnversion, die sehr stark umgebaut wurde und so für die US Navy, Philippinen, Tunesien und Vietnam (Südvietnam und vietnamesische Volksmarine) fuhren, gibt es im Maßstab 1/700 den Bausatz der HQ-4 Tran Khanh Du (ex USS Forster, DER-334) von Doggy Industries.
Quellen
- Cannon-class destroyer escort (Wikipedia)
- Edsall-class destroyer escort (Wikipedia)
- Classes of Destroyer Escorts (USS Slater.org)
- Edsall class destroyer escort (laststandonzombieisland.com)
- Radar Picket Destroyer escort conversions (Wikipedia)
- Geleitzerstörer USS Slater in Albany, Teil 1 und Teil 2 (Fotogalerien als Museumsschiff)
- Buffalo and Erie County Naval & Military Park: US Coast Guard-Modelle, Teil 1
- USS Slater (DE 766) (Navsource, Fotos)
- USS Newell (DE 322) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Falgout (DE 324) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Finch (DE 328) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Koiner (DE 331) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Forster (DE 334) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Ramsden (DE 382) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Richey (DE 385) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Vance (DE 387) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Lansing (DE 388) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Durant (DE 389) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Chambers (DE 391) (Navsource, Fotos, auch bei USCG)
- USS Durant (Wikipedia, auch Foto bei USCG)
- Les escorteurs français de l'après-guerre. Tome II: les unités d'origine étrangère. Navire & Histoire Hors-série N° 5 von Betrand Magueur, Outreau, 2006 (siehe Besprechung)
- Schiffe der U.S. Coast Guard seit 1915 von Lutz A. Kowalzick und Wilhelm M. Donko, Stuttgart, 2023 (siehe Besprechung)
Fazit
Es ist sehr erfreulich, dass Black Cat Models jetzt im zunehmenden Umfang auch Bausätze im Maßstab 1/700 anbietet - ein Beispiel sind die hier besprochenen Bausätze der Cannon- und Edsall-Klasse. Die Bausätze zeichnen sich durch gute Druckqualität und sehr gute Detaillierung aus. Es sind auch alle notwendigen Teile im Bausatz enthalten, also auch Fotoätzteile, Abziehbilder und Metallstäbe für die Masten. Aus diesen Bausätzen können sowohl mit Bauzuständen während des Zweiten Weltkriegs als auch nach dem Krieg zahlreiche Varianten realisiert werden. Die Bausätze sind
sehr empfehlenswert
Lars
























