Modell: USA NAVY Arleigh Burke-class Destroyer Flight III
Hersteller: DreamModel
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Resin (3D-Druck), Schablonen, Abziehbilder
Art.Nr.: SML28-7000
Preis: ca. 35 € (inkl. MwSt. und Versand)

Das Original

Der 2019-23 gebaute Lenkwaffenzerstörer USS Jack H. Lucas (DDG-125) ist das erste Schiff des Flight III der Arleigh Burke-Klasse der US Navy. Die Arleigh Burke-Klasse wurde in den 1980ern entwickelt und der Bau des ersten Schiffs 1989 begonnen. Der Flight III ist die erste stark überarbeitete Version der Klasse seit der Flight IIA-Version, von der das erste Schiff 1997-2000 gebaut wurde. Der Flight III erhält einen aktiven phasengesteuerten Radar, SPY-6(V)1, der wesentlich leistungsfähiger als der passive phasengsteuerte SPY-1-Radar der älteren Schiffe ist. Der neue Radar hat die Form eines perfekten Achtecks, während die Längen des Achtecks des SPY-1 ungleich waren. Um diesen Radar betreiben zu können, erhält diese Variante stärkere Stromgeneratoren. Der Flight III ist auch dafür ausgelegt, die Flugabwehr eines Verbands zu koordinieren und in dieser Funktion die Lenkwaffenkreuzer der Ticonderoga-Klasse zu ersetzen. Um das erhöhte Gewicht zu kompensieren, fällt der Flight III größer aus, was sich aber nur durch eine größere Breite im Achterschiff äußerlich bemerkbar macht. Ein weiterer sichtbarer Unterschied ist der nach vorne vergrößerte Aufbau auf der Steuerbordseite, weshalb die Beiboote übereinander gelagert werden müssen. 

Der SPY-6-Radar, wie der SPY-1, arbeitet im S-Band und ist hiermit nicht präzise genug für die Feuerleitung. Deshalb wird er durch einen SPQ-9B-Radar bei der Erfassung von Anti-Schiffsraketen und drei SPG-62-Feuerleitradare, die alle im X-Band arbeiten, ergänzt. Ein neuer phasengesteuerter X-Band-Radar als Ersatz für den SPQ-9B ist in Entwicklung und kommt eventuell auf zukünftigen Schiffen des Flight III zum Einsatz. Ein Teil der Flight IIA-Schiffe soll auch den SPY-6-Radar erhalten, aber die kleinere und weniger leistungsfähige SPY-6(V)4-Variante mit nur 24 Modulen pro Antennengruppe statt 37 bei der SPY-6(V)1-Version der Flight III. Die ersten Schiffe des Flight III haben das AN/SLQ-32(V)6 für elektronische Gegenmaßnahmen. Eventuell erhalten spätere Schiffe das AN/SLQ-32(V)7, mit dem bisher nur einige Schiffe des Flight IIA nachgerüstet wurden (mit sehr prominenten "Hamsterbacken" unter der Brücke). Eigentlich gilt der Rumpf und die Energie- und Antriebssysteme der Arleigh Burke-Klasse - eine Klasse, die bisher seit fast 40 Jahren im Bau ist! - als komplett ausgereizt, so dass schon länger nach einem neuen Entwurf als Ersatz gesucht wird. Mehrere Entwürfe, sowohl als Lenkwaffenzerstörer als auch als Lenkwaffenkreuzer bezeichnet, sind bisher an den Kosten gescheitert. 2009 wurde entschieden die Zumwalt-Klasse auf drei Schiffe zu begrenzen, weshalb die Arleigh Burke-Klasse weiter gebaut wurde und der Flight III entwickelt wurde. Dieser ist seit 2019 im Bau. Bisher sind 24 Schiffe des Flight III geplant: zwei in Dienst, eines abgeliefert, acht im Bau und der Rest bestellt bzw. autorisiert. Eigentlich soll danach der DDG(X) folgen, der aber nach dem Willen der Trump-Administration durch die wesentlich teueren "Schlachtschiffe" der Trump-Klasse, BBG(X), ersetzt werden soll. 

Jack H. Lucas ist 155,3 m lang, 20,1 m breit und verdrängt 9900 t. Der Antrieb besteht aus vier Gasturbinen mit zusammen 105.000 PS, womit über 30 kn erreicht werden. Für die Stromerzeugung sind drei durch Gasturbinen angetriebene Generatoren mit zusammen 16.200 PS vorhanden (im Vergleich: 12.000 PS bei den Flight IIA und 10.200 PS bei den Flight I und II). Die Besatzung setzt sich aus 300-380 Personen (je nach Quelle) zusammen.

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/62 Mk 54 Mod 4 Geschütz
2 x 2,5 cm Mk 38 Mod 3 Geschütze (zwei Einzellafetten)
1 x 2 cm Phalanx Block 1B-Nahbereichsabwehrgeschütz
4 x 1,27 cm Browning M2 Maschinengewehre (Einzellafetten)
96 Zellen in VLS Mk 41 (32 vorne, 64 achtern für SM-2-, SM-3-, SM-6 und ESSM-Flugabwehrraketen, Tomahawk-Marschflugkörper und VL-ASROC-U-Jagdraketen)
6 x 32,4 cm Mk 32 Torpedorohre (zwei Drillingsrohre für Mk 46-, Mk 50- oder Mk 54-U-Jagd-Torpedos)
2 Sikorsky MH-60R Seahawk Bordhubschrauber (mit Mk 54-U-Jagd-Torpedos, Hellfire- und APKWS-Raketen und Maschinengewehren)

Jack H. Lucas wurde 2019-23 von Ingalls Shipbuilding in Pascagoula gebaut. Ihr Heimathafen ist San Diego und sie gehört zur Naval Surface Group Southwest (COMNAVSURFGRU Southwest). Sie war bisher an noch keinen Einsätzen beteiligt, aber an mehrere Übungen zur Abwehr von ballistischen Raketen wie FTM-32 „Stellar Laelaps“ 2024 und Pacific Dragon 2026. 

Der Bausatz

Der chinesische Hersteller DreamModel hat bisher einige Bausätze chinesischer und russischer Schiffe im Maßstab 1/700 herausgebracht. Der Bausatz des Lenkwaffenzerstörers USS Jack H. Lucas (DDG-125) des Flight III der Arleigh-Burke-Klasse ist der erste Bausatz eines Schiffs der US Navy. 

Der Bausatz besteht aus Spritzgussteilen sowie 3D-gedruckten Teilen. Aus Spritzgussteilen besteht der Rumpf, die Hangartore, einige Teil der Masten, Kräne, Antennen und das Rohr des 12,7-cm-Geschützes. Einige der größeren Teile sind beim Transport aus dem Rahmen herausgebrochen, so die Rumpfseiten und das Hubschrauberlandedeck. Die Detaillierung ist für Spritzgussteile ok, aber nicht auf dem gleichen Niveau wie die enthaltenen 3D-gedruckten Teile. Details an den Rumpfseiten finde ich etwas massiv. Die Spitzen des Bugs haben sich auf beiden Rumpfseiten verbogen und müssen wieder gerade gebogen werden (und sehen deshalb auf dem Foto unten merkwürdig aus). Zumindest bei anderen Modellbauern war die Passgenauigkeit des Rumpfs nicht optimal. Das breitere Heck scheint, soweit man das im noch nicht zusammen gebauten Zustand beurteilen kann, richtig wiedergegeben zu sein.


Die großen Aufbaublöcke sind alle als 3D-gedruckte Teile enthalten. Hier die Brücke mit bereits vielen angedruckten Details und offenen Brückenfenstern. Dieses Teil ist gut gemacht. Allerdings muss man beim Entfernen einer Stützstrukturen, z.B. an den Rettungsinseln, aufpassen. An diesem Rahmen findet man auch den Turm des 12,7-cm-Geschützes, die Torpedorohre und Satellitenantennen.


Der nächste Block ist der achtere Schornstein, der gut gemacht ist. Hier sind auch die Nulka-Störkörperstarter und 2,5-cm-Bushmaster-Geschütze mit angedruckt. Diese Kleinteile finde ich nicht so gelungen, z.B. die recht dicken Rohre der Geschütze. 


Der nächste Rahmen enthält den Hangar, der so gemacht ist, dass man ihn mit offenen Toren darstellen kann. Die Detaillierung ist gut.


Der nächste Rahmen umfasst u.a. den vorderen Schornstein, Beiboote, Feuerleitradargeräte, SRBOC-Störkörperwerfer und Satellitenantennen. Auch hier finde ich, dass manche Details feiner sein könnten, z.B. an den SPG-60-Feuerleitradergeräten. 


Der Mast ist zwei Mal enthalten und wegen der Stützstrukturen kaum sichtbar und schwer beurteilbar. Der obere Teil wird aus Spritzgussteilen ergänzt, genauso die beiden Stützbeine des Dreibeinmasts und die Rahen. Der SPQ-9B-Radar ist bereits angedruckt, genauso eine weitere Antenne, ein AN/SPS-73(V)18 (NGSSR)?


Auf einem weiteren Rahmen findet man z.B. Teile für die See-zu-See-Betankung, Scheinwerfer, künstlicher Horizont, Navigationsradarantennen, Sessel für die Brückenflügel, Spille, Maschinengewehre etc. Diese Teile sind teilweise ok, teilweise sind sie viel zu dick, wie z.B. die Maschinengewehre und deren Lafetten. Zuletzt gibt es noch eine Darstellung für die hochgefahrenen Hangartore.


Als Fotoätzteile liegen bereits abgelängte Relingteile, Sicherheitsnetze für das Hubschrauberdeck, eine Ankerkette und Niedergänge bei.


Für das Abkleben der Decks sind Schablonen enthalten:


Die Abziehbilder umfassen die Markierung für das Vorder- und Hubschrauberdeck, Namenszüge und andere Markierungen für Jack H. Lucas sowie Kennnummern, die auch den Bau anderer Schiffe des Flight III erlauben - nur fehlen dann die Namenszüge.


Ein Hubschrauber oder Markierungen für diesen sind nicht enthalten.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst drei Seiten mit Explosionszeichnungen, die den Zusammenbau erklären. 


Ein weitere Seite der Anleitung erklärt die Bemalung. Die Farbhinweise beziehen sich auf Farben von Mr. Hobby. 

Quellen

Fazit

Dies ist der erste Bausatz eines Lenkwaffenzerstörers des Flight III der Arleigh Burke-Klasse im Maßstab 1/700 (wenn man einige 3D-gedruckte ohne Angabe des Herstellers auf eBay ignoriert). Der Bausatz macht auf den ersten Blick wegen Spritzguss, 3D-gedruckten Teile und Fotoätzteile einen sehr guten Eindruck. Allerdings sind einige der 3D-gedruckten Teile nicht so überzeugend, z.B. die 2,5-cm-Geschütze, Maschinengewehre und die SPG-60-Radarantennen. Hier sind die 3D-Teile nicht auf dem Niveau der besseren Hersteller. Einige der Spritzgussteile habe sich auch aus dem Rahmen gelöst und sind hierdurch leicht beschädigt, insbesondere die Bugspitze bei beiden Rumpfseiten wurde deutlich verbogen. Ich bin auch gespannt, wie die Passgenauigkeit ist, insbesondere, wenn es um die Verbindung der großen Aufbaublöcke und dem Rumpf geht - eigentlich sollten beide Herstellungsmethoden ausreichend präzise sein. Insgesamt ist der Bausatz meiner Einschätzung nach

alt empfehlenswert


Lars