Marco Ghiglino: Italian Naval Camouflage of World War II Drucken
Samstag, 24. November 2018 um 06:00

Titel

Titel: Italian Naval Camouflage of World War II
Autor: Marco Ghiglino
Verlag: Seaforth Publishing
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN: 978-1-5267-3539-3
Umfang: 240 Seiten. 205 Photos von denen 11 in Farbe. Über 700 Zeichnungen
Preis: 35 Pfund, 40 USD bei Amazon, 45,95 € bei Berliner Zinnfiguren

Inhalt

Der Verfasser beschriebt im Vorwort das Buch als eine Fortsetzung vom La mimetizzazione delle navi Italiane 1940-1945 (siehe Buchbesprechung). Seitdem das Buch 2006 erschien, sind viel mehr Fotos und Dokumente gefunden worden. Das neue Buch ist kompletter und korrigiert einige kleine Fehler im alten Buch, aber vor allem ist es auf Englisch, was es für ein viel breiteres Publikum zugänglich macht.

Im ersten Kapitel wird die Vorgeschichte der italienischen Tarnanstriche erklärt. Als Italien in den Krieg eintrat, war die Flotte nicht ganz darauf vorbereitet und deswegen gingen die Schiffen in ihren Friedensanstrichen im Einsatz. Als Fliegererkennung wurden die Backdecks mit weißer Kreide bemalt. Beim Seegang wurde die Kreide aber weggespült. Das könnte erklären, warum die italienischen Schiffe nach der Schlacht von Punta Stilo von ihrer eigenen Luftwaffe angegriffen wurden.

Das zweite Kapitel beschreibt, wie die ersten Tarnanstriche von Major Luigi Petrillo ab November 1940 entwickelt wurden und auf den Kreuzern Fiume und Duca d'Aosta getestet wurden. Im Sommer 1941 wurde auch der Künstler Rudolf Claudus beauftragt, weitere Anstriche zu entwickeln. Daraus kamen die wunderbar verrückten Tarnschemas in denen z.B. Muzio Attendolo und Guiseppe Garibaldi gemalt wurden.

Beispielseite

Die daraus entstandenen Standardanstriche werden im dritten Kapitel beschrieben. Besonders interessant sind die Erklärungen zu den Variationen der Tarnanstriche. Diese Variationen haben mich oft verwirrt, als ich versucht habe, die Farben für meine italienischen Modelle zuzumischen.

Beispielseite

Im Kapitel 4 geht es um die Weiterentwicklung der Anstriche. Erstens wurden die weißen Farbfeldern am Bug und Heck der Schiffe übergemalt, da sie beim Mondlicht sehr auffällig waren. Dann wurde die hellgraue Farbe oft mit Mittelgrau übermalt und die dunkelgraue Farbe mit Schwarzgrau.

Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit diesem Thema weiter und da gibt es z.B. zwei sehr interessante Bilder, die zeigen, wie die Bolzano in dunkleren Farben umbemalt wird.

Kapitel 6, 7 und 8 beschäftigen sich mit den Anstrichen der U-Boote, Schnellboote und andere Kriegsschiffe. Kapitel 9 widmet sich den Schiffen des griechischen Kriegsschauplatz und im Kapitel 10 geht um die Anstriche der Handelsschiffe. Im elften Kapitel geht es darum, wie die von den Deutschen erbeuteten Schiffe bemalt wurden und wie die italienischen Schiffe bemalt waren, die nach dem Waffenstillstand für die Alliierten dienten.

Kapitel 12 umfasst zwei Drittel des Buches. Hier gibt es Farbpläne für sämtliche große Einheiten und ich denke, auch für die meisten kleineren. Die Schiffe werden von beiden Seiten gezeigt. Es gibt separate Pläne für die unterschiedlichen Tarnschemata in den die Schiffe umgemalt wurden und auch die ungefähren Zeitpunkte, wann sie umgemalt wurden. Für die Littorio gibt es sogar vier Varianten.

Eine kleine Schwäche ist, dass es im Buch keine Farbbeispiele mit den Farben gibt. Auf der anderen Seite sind die Farbfotos sehr interessant. Hier sieht man viel deutlicher, wie ausgeblichen und abgenutzt die Farben der Schiffe tatsächlich waren. Für einen Alterungsfreak wie ich, sind sie eine kleine Goldgrube. Die Farben sind auch blauer als normalerweise dargestellt. Ob das auf den primitiven Zustand der Farbphotographie dieser Zeit, auf die Alterung der Bilder zurückzuführen ist oder ob die Schiffe tatsächlich so aussahen, ist eine interessante Frage. 

Fazit

Auf jeden Fall ist das Buch für diejenigen, die sich für maritime Tarnanstriche interessieren und für Liebhaber der italienischen Flotte sehr empfehlenswert.

alt sehr empfehlenswert

Ulf Lundberg

P.S. Der Autor des Buches ist sehr nett und hilfsbereit. Als ich wegen der Bemalung meiner Duca d'Aosta über Facebook mit ihm in Kontakt war, schickte er mir noch einige Bilder vom Schiff, die mir sehr geholfen haben.