MidShip Models: Zerstörer der Benhem-Klasse mit PE-Satz (1/700) Drucken
Montag, 28. Juli 2008 um 22:31

Ende April wurde im Modellboard ein älterer Thread über den Bau von 700er Schiffsmodellen hervorgekramt und Martin Kohring erzählte, dass sich ein paar Mitglieder der IG Waterline für den Herbst ein interessantes Projekt ausgedacht hatten. Sie wollten die Schlacht von Savo-Island darstellen. Die Waterliner entschieden sich für einen Teil der japanischen Schiffe und im Modellboard stürzte sich ein Teil der User auf einen Teil der US-amerikanischen Schiffe. Mit der Auswahl der USS Wilson (DD-408) suchte ich mir einen Zerstörer der Benham-Klasse aus der Nordgruppe (Das Gefecht fand mit mehreren Teilflotten auf Seiten der US-Navy statt) aus. Bevor es an den Bau geht, möchte ich das Modell von MidShip Models hier vorstellen, außerdem liefert MSM auch gleich einen PE-Satz für Zerstörer der Benham-Klasse mit.


Modell: Benham-Class Destroyer "USS Stack DD-406"
Hersteller: MidShip Models
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: MSM 00704
Material: Spritzguss
Preis: 18,- Euro

Das Original:
Die Benham-Klasse bestand aus zehn Schiffen, von denen die Wilson das letztgebaute war. Die Schiffe wurden in den Jahren 1938 und 1939 in Dienst gestellt. Bis auf zwei überstanden alle Schiffe den zweiten Weltkrieg.
Die USS Wilson wurde nach einem Seemann aus dem US-amerikanischen Bürgerkrieg benannt, der sich dort verdient gemacht hatte.
Im März 1937 auf Kiel gelegt, wurde die Wilson bereits ein Jahr später (im Juli) in Dienst gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie im August 1946 außer Dienst gestellt und im April 1948 aus der Schiffsliste der Navy gestrichen, nachdem sie bei Atomwaffentests am 8. März 1948 gesunken war. Als Zerstörer der Benham-Klasse weist die USS Wilson folgende technischen Merkmale auf:
Länge: 103,9 m
Breite: 10,8 m
Tiefgang: 4 m
Verdrängung: 1.500 t (standardmäßig); 2.350 t (voll beladen)
Leistung: 50.000 PS an der Schraube
Geschwindigkeit: bis zu 40.7 Knoten.
Die Bewaffnung der USS Wilson war wie folgt ausgebildet:
- 4 x 12,7 cm L/38 (vier Einzellafetten, vorne geschlossen, hinten offen)
- 6 x 2 cm (Einzellafetten, 2 vor der Brücke, 2 neben Schornstein, 2 auf der Hütte)
- 16 x 53,3 cm Torpedorohre (vier Vierlinge)


Das Modell:


Nach dem Öffnen findet man in der Schachtel eine zweiseitige Bauanleitung, einen Bogen mit Decals und zwei Spritzrahmen.


Nach eingehendem Studium der Anleitung kann man zu dem Schluss kommen, dass mit diesen beiden Spritzlingen noch diverse andere Zerstörertypen (Bagley- und Gridley-Klasse) des Zweiten Weltkriegs gebaut werden können. U.a. sind verschiedene Brückendecks, zwei unterschiedliche Schornsteine und auch zwei verschiedene Zwischendecks unter der Brücke enthalten. Doch dazu später mehr.
Die Anleitung ist – wie bereits oben erwähnt – zweiseitig ausgeführt. Auf der ersten Seite wird ein kurzer Überblick über die Klasse gegeben und ein Bemalvorschlag für das Tarnschema 21 gegeben. MSM bezieht sich bei der Farbwahl auf die Farbpalette von WEM.


Für die Markierungen und Kennung des Schiffes hat MidShip einen recht üppigen Bogen beigepackt. Er beherbergt neben ein paar Buchstabenflaggen noch diverse Ausführungen der Rumpfnummern für die verschiedenen Tarnschemata bzw. Zeitepochen.


Der erste von den beiden Spritzlingen ist der oben erwähnte für die Hauptstrukturen des Modells, wie Rumpf und Aufbauten. Links der für die Grabbelkiste bestimmte Schornstein der Bagley-Klasse. Der Schlot der Benham-Klasse ist etwas filigraner (Teile 33 – 35). Rechts vom Benham-Schornstein kann man die drei unterschiedlichen Brückendecks sehen, genau wie die beiden Decks, die die vorderen 2 cm-MGs beherbergen (bzw. auch nicht).


Der zweite Ast ist ein universeller, mit dem sich die Bewaffnung div. Schiffe realisieren lässt. Er verspricht wieder jede Menge Zuwachs für die Grabbelkiste, denn für die USS Wilson werden nur die Torpedorohre, der Entfernungsmesser und eventuell die 12,7 cm-Geschütze benötigt (eventuell Letztere nicht, wenn besserer Ersatz im Aftermarket zu finden ist). Leider scheinen die Form für diesen Waffenrahmen schon ein paar Tage auf dem Buckel zu haben, denn an diversen Teilen finden sich Fischhäute (sehr gut an den Davits in der Mitte zu sehen).


Fazit:


Abschließend kann man sagen, dass mit dem Bausatz von MidShip eine Grundlage vorliegt, mit der man einige Schiffe aus dem Zweiten Weltkrieg erschaffen kann. Die beiden Spritzlinge bieten diverse Möglichkeiten und mit dem mehr als üppigen Waffenrahmen lässt sich die Restekiste auch gut erweitern, daher für den Bausatz folgende Bewertung:
Ohne besondere Stärken und Schwächen.


Der PE-Satz:




Modell: PE-Satz für Gridley-/Benham-Class Destroyers
Hersteller: MidShip Models
Maßstab: 1/700
Art. Nr.: MPK801
Preis: 14,50 Euro

Um den oben genannten Bausatz aufzuwerten bzw. zu ergänzen bietet MidShip Models gleich einen passenden PE-Satz an. Dieser Satz ist gleichzeitig für Zerstörer der Gridley-Klasse, so dass beim Bau einige Teile über bleiben.
Dieser Satz besteht aus einer zweiseitigen Anleitung, einer großen Platine und einer kleinen beigepackten Platine mit dem FL-Radar Mk. 12 (siehe oben). Die Anleitung ist recht einfach gehalten, sie zeigt auf der ersten Seite die Platine und eine Auflistung der enthaltenen Teile mit Teilenummer und genauer Bezeichnung, so dass man sie recht einfach identifizieren kann. Leider werden nicht alle Punkte für die Montage der Teile angegeben, so dass man sich Referenzmateral besorgen muss (sie die Zeichnung auf der zweiten Seite).


Auf der großen Platine sind eine ganze Masse an Anbauteilen zu finden. Darunter befinden sich Relings, Niedergänge, Teile der Radaranlage, Wasserbombenracks und auch das oben genannte Feuerleit-Radar Mk. 12. Wieso das Mk. 12 doppelt vorhanden ist, habe ich leider noch nicht herausfinden können. Für die Flak sind 20 mm und 0.50er MGs enthalten.

Und zum Abschluss noch das doppelte FL-Radar Mk. 12.


Abschließend kann man sagen, dass MidShip mit diesem Satz den Bausatz ungemein aufwertet, auch wenn für einige Bauteile die Platzierung am Modell nicht recht schlüssig ist, so dass man doch eine gründliche Recherche betreiben muss.

Carsten