Baubericht Britische Sloop 1/72 - Teil 4: Schornstein und Aufbauten Drucken
Sonntag, 27. April 2008 um 13:49
Nachdem ich mir aus beruflichen wie privaten Gründen (unter Anderem zähle ich nach einer vierjährigen Pause wieder zur Risikogruppe der Motorradfahrer) eine Auszeit von rund zwei Monaten gegönnt hatte, fand ich nun endlich die Zeit, meine Sloop weiter zubauen.
Ich hatte bei Baubeginn eine Bauzeit von rund 15 Monaten veranschlagt, stelle nun aber fest, dass ich mindestens 5 Monate in die Verlängerung gehen muß, sportlich ausgedrückt. Es zieht sich halt.
Doch nun zum Modell : Den jetzigen Bauzustand schätze ich auf 65 – 70 %.

Der Schornstein


Der Schornstein aus dem Bausatz war für diese Schiffsgröße zu klein geworden und ich suchte mal wieder nach einer unkonventionellen Lösung, bis – ja bis erneut meine Frau mit dem Satz „Hat jemand mein Haarspray gesehen?“ ins Spiel kam.



Nachdem ich die Dose druck- und meine Frau mit der Erklärung, was ich mit ihrer Haarsprayflasche vorhatte, wortlos gemacht hatte („Da baue ich mir gerade einen Schornstein raus“), übernahm ich die Neigung des Bausatzschornsteins und trennte mit dem Dremel Boden und oberes Teil ab. Anschließend walzte ich die Röhre mit der flachen Hand vorsichtig aus, bis die sie eine ovale Form erreicht hatte.
Für die Versteifung und als Aufnahme für den Rauchgenerator zeichnete ich den Umfang des Schornsteins auf Plastiksheet auf und klebte nach dem ausschneiden zwei Scheiben sowie einige Verstrebungen ein.
Die Anbauteile außen stammen wieder größtenteils aus den Bausätzen, wobei ich meistens alle Teile doppelt brauchte, da ich ja die Leiter usw. um die Differenz Bausatzschornstein/Neuer Schornstein verlängern musste.

Der Aufbau mittschiffs


Da mir langsam das Material aus den Bausätzen in Sachen Aufbauten ausging, habe ich den Aufbau scratch gebaut. Die Türen sind ebenfalls scratch, alle anderen Anbauteile, bis auf die Niedergänge, aus der Grabbelkiste. Beleuchtet wird der Aufbau mit einem 6 Volt Birnchen.



Die Lüfter sind ebenfalls aus dem Bausatz, lediglich in der Wandung etwas dünner geschliffen.

Die Beiboote, Mast und „Masthaus“


Die Beiboote mit Wiegen sowie den Davids auf der Steuerbordseite sind aus dem Bausatz,
detailliert mit Teilen aus der Grabbelkiste. Der Kutter auf der Backbordseite ist aus dem Zubehör, die Davids sind aus dem Bausatz, wobei ich drei Davids benötigte, um einen David herstellen zu können.




Das Masthaus ist scratch gebaut. Den Mast verlängerte ich um drei Zentimeter, damit die Proportionen stimmen. Über dem Korb installierte ich in dem umgebauten Gehäuse einer Wasserbombe eine Mastlampe mit einem 6 Volt Birnchen. Das Kabel verschwindet unsichtbar im Mast, nachdem ich ihn mit einer Längsnut versehen und abschließend wieder verspachtelt habe.




Wasserbombenwerfer und Scheinwerferplattform


Die Werfer sind scratch, die Ständer für die Reservebomben bestehen aus kleinen Messingröhrchen (bei deren Herstellung mit dem Dremel habe ich mir so manchen Finger verbrannt. Merke: Reibung erzeugt Hitze!) und den Laufrollen eines Panzers.



Die Plattformen und der Niedergang sind Original, die Säulen sind normalerweise Schutzrohre für Elektrokabel, die unteren Verstrebungen sind scratch bzw. mit Teilen aus dem Bausatz hergestellt. Die Scheinwerfer sind von Robbe und werden ebenfalls mit 6 Volt betrieben.
Abschließend noch ein paar Bemerkungen und einige Bilder für den Gesamteindruck.
Die weißen Seile an den Schlauchbooten unter der Brücke habe ich gegen braune getauscht. Ich finde (nicht nur an meinem Modell), dass sie wie Zielkreuze auf einem getarnten Schiff aussehen. – Bitte treffen Sie mich „HIER“-




Der Hautschalter für den Akku befindet sich zwischen den Schlauchbooten. Das Deck ist nur aufgelegt, deswegen steht es noch etwas auf.
Die Bauzeit für diesen Abschnitt lag bei gut 3 Monaten, in ein paar Monaten folgt Teil 5 mit dem Heck. Dann habe ich auch hoffentlich den gordischen Knoten aufgelöst, den die „paar Birnchen“ verursacht haben.



Bis dahin und Ahoi.
Frank Paprotny