Russisches Raketen-U-Boot K-108 (1/700, PitRoad) von Lars Scharff Drucken
Donnerstag, 05. Dezember 2013 um 06:00

K-108

Das Original

K-108 war eines der U-Boote des Projekts 675 (NATO-Name: Echo II-Klasse). Das Projekt 675 war aus dem Projekt 659 (Echo I) entwickelt worden. Die 1958-63 gebauten fünf Boote des Projekt 659 war darauf ausgerichtet, atomar bestückte P-5D Pitjorka (SS-N-3A Shaddock) Marschflugkörper abzufeuern, waren also Teil der strategischen Raketenstreitkräfte. In den 1960ern wurden aber die strategischen Raketenstreitkräfte auf ballistische Raketen umgerüstet, womit die Boote mit atomar bestückten Marschflugkörpern überflüssig wurden. Die Boote des Projekts 659 hatten keine Möglichkeit, die Marschflugkörper zu steuern, so dass sie nur gegen Landziele, aber nicht gegen Schiffsziele geeignet waren. Deshalb wurden sie ab 1968 zu konventionellen Jagd-U-Booten umgebaut und die Starter für die Marschflugkörper entfernt. Auf der Basis des Entwurfs wurde eine neue Klasse, das Projekt 675 (Echo II) entworfen, das in der Lage sein sollte, mit konventionell bestückten Anti-Schiffsraketen amerikanische Trägerkampfgruppen anzugreifen.

Wie beim Projekt 659 beruhte auch die Antriebsanlage des Projekts 675 auf der des Projekts 627 (November). Der Rumpf war allerdings im Gegensatz zum Projekt 627 konventionell geformt. Das Projekt 675 wurde im Vergleich zur Vorgänger-Klasse verlängert, um zwei zusätzliche Starter mitführen zu können. Auch der Turm wurde verlängert, um vorne den Argument (Front Door) Feuerleitradar für die Lenkung der Anti-Schiffsraketen unterbringen zu können. Der Vorderteil des Turms war um 180° drehbar. Der Radar zeigte bei Tauchfahrt nach hinten und konnte durch Drehen des Vorderteils einsatzbereit gemacht werden. Um die Raketen abzufeuern, mussten die Boote wie die Vorgängerklasse auftauchen, die Starter aufrichten und den Radar klar machen. Um die Raketen lenken zu können, mussten die Boote weiter über Wasser bleiben, was sie verwundbar machte.

Die U-Boote des Projekts 675 waren ursprünglich mit P-6D-Progress (SS-N-3C Shaddock) Anti-Schiffsraketen ausgerüstet. Ein Teil der Boote erhielt später P-500 Basalt (SS-N-12 Sandbox) (Projekt 675 MK) bzw. P-1000 Wulkan (Projekt 675 MKW) und verbesserte Feuerleitanlagen. Dazu gehören auch zwei Ausbuchtungen am Turm. Insgesamt wurden 29 Boote des Projekts 675 von 1961-68 gebaut. Diese Boote waren sehr störanfällig und unterwasser sehr laut. Nach Ende des Kalten Kriegs wurden sie alle außer Dienst gestellt.

K-108, Sawakaze

K-108 war 115,4 m lang, 9,3 m breit und verdrängte 4450 t aufgetaucht bzw. 5760 t getaucht. Der Antrieb erfolgt über zwei Reaktoren, die über zwei Dampfturbinen zwei Schrauben treiben. Der Antrieb leistet 35 000 PS, womit über Wasser 14-15 kn und unter Wasser 22-23 kn erreicht wurden. Die Bewaffnung bestand aus acht P-6D Progress-Antischiffsraketen, vier 53,3 cm-Torpedorohren am Bug (16 Torpedos an Bord) und zwei 40 cm-Torpedorohren am Heck (vier Torpedos an Bord). Die Besatzung setzte sich aus 104 Mann zusammen.

K-108 und USS Tinosa

K-108 wurde von 1965-67 auf der Leninskiy Komsomol-Werft in Komsomolsk gebaut und war danach Teil der Pazifik-Flotte. Am 24. Juni 1970 kollidierte sie im Ochotskischen Meer mit dem amerikanischen Jagd-U-Boot Tautog der Sturgeon-Klasse, wobei sie stark beschädigt wurde. 1971 waren die Reparaturen abgeschlossen. Am 19. April 1990 wurde sie außer Dienst gestellt und danach eingemottet. Sie wurde vor 2009 abgewrackt.

K-108

Das Modell

Dieser Bausatz von Pitroad, der jeweils zwei Modelle der Echo II-Klasse sowie zwei Tupolew Tu-95, vier F-4E Phantom, vier F-16A/C, zwei F-15A/C und zwei F-15 E enthält, ist leider schwer erhältlich und ich danke Filipe Ramires, der mir eines seiner der beiden angefangenen Echo II überlassen hat!

Das Modell ist gut detailliert. Ich habe die großen Antennenradoms am Turm angebracht, um eine spätere Variante darzustellen. Diese werden meist mit der Nachrüstung auf P-500 Basalt in Verbindung gebracht. K-108 soll aber nicht entsprechend modifiziert worden sein, hatte aber laut einem Foto auf Deepstorm.ru auch diese Antennen. Die Ausfahrgeräte  stammen aus dem Bausatz der Foxtrott-Klasse von Admiralty Model Works. Der Antennenmast hinter dem Turm habe ich aus Plastikstäben und Draht neu gemacht.

Der Anstrich erfolgte mit Vallejo 168 Schwarzgrau. Den Bereich des Sonars habe ich erst weiß gestrichen und dann unvollständig wieder mit Schwarzgrau übermalt, um die Verwitterung des Anstrichs darzustellen - dies hatte ich auf mehreren Fotos von Booten der Klasse gesehen. Der Rumpf wurde mit verschiedenen Brauntönen leicht gealtert.

Hier ein Vergleich mit der Omsk der Nachfolge-Klasse (Projekt 949A Antey/Oscar II):

K-108 und Omsk

K-108 und Omsk

Quellen

Lars