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Hobby Boss: deutsches Kleinst-U-Boot Molch (1/35) Drucken
Mittwoch, 25. Juli 2018 um 05:00

Kleinst-U-Boot Molch Deckelbild

Modell: German Molch Midget Submarine
Hersteller: Hobby Boss
Maßstab: 1/35
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: 80170
Preis: 29,99 ‚ā¨

Das Original

Der Molch war ein in Serie produziertes Kleinst-U-Boot f√ľr die Kleinkampfverb√§nde der Kriegsmarine der deutschen Kriegsmarine w√§hrend des Zweiten Weltkrieges. Sein unbefriedigendes Seeverhalten f√ľhrte dazu, dass der Molch erst sehr sp√§t zum Fronteinsatz herangezogen wurde. Bis Januar 1945 wurden insgesamt 363 St√ľck produziert. Danach erfolgte die Einstellung der Fertigung zugunsten des Seehund.

Die Entwicklung und der Antrieb des Molch erfolgten in Anlehnung an den Standardtorpedo G 7 im Fr√ľhjahr 1944. Hauptforderung des Oberkommandos der Marine war hierbei die Nutzung der ausreichend zur Verf√ľgung stehenden Elektroantriebe vom Typ SSW-Eto mit einer Drehzahl von 596/min. Der erste Prototyp des Molch wurde in der Torpedoversuchsanstalt Eckernf√∂rde entwickelt und am 12. Juni 1944 vorgestellt. Dessen Prim√§rbewaffnung bestand aus zwei 53,3 cm durchmessenden Gefechts-Etos, die in Leitschienen beidseitig des Rumpfes angebracht waren. Die Au√üenhautst√§rke des Molch betrug 3 mm, was ihm eine theoretische Tauchtiefe von 40 m gestattete. W√§hrend der Seeerprobungen wurden jedoch herausgefunden, dass das Kleinst-U-Boot problemlos auch 60 bis 70 Meter tief tauchen konnte.

Die √§u√üere Form des Molch glich einem zylindrischen Bootsk√∂rper mit sich verj√ľngendem Heckteil. Im Heckteil befanden sich die gesamte Antriebsanlage sowie die Steuerzentrale mit einem kurzen Aufsatzturm und Plexiglaskuppel. Das Sehrohr war 1,5 m lang, starr und konnte in einem Winkel von 30 Grad zu jeder Seite geschwenkt werden. An dessen Ende war ein Lichtbildkompass untergebracht, der mittels Spiegel in der Zentrale ablesbar war. Zus√§tzlich beherbergte die Zentrale den Ein- und Ausschalter des Antriebs, ein Rad f√ľr die Seitensteuerung, einen Flugzeugkn√ľppel f√ľr die Tiefensteuerung sowie Flutventile f√ľr die Tauch-, Trimm- und Regelzellen. Die Ausl√∂sung der Torpedos erfolgte mittels Fu√üraste. Der Fahrstufenregler des Molch besa√ü keine R√ľckfahrfunktion und zwei Funktionen mit der Bezeichnung Kleine Fahrt voraus und Alle Kraft voraus.

Die Taucheinrichtungen des Molch bestanden aus einer gro√üen Tauchzelle im Bug sowie Zellen an beiden Seiten der Zentrale. Im Bugbereich war an der Unterseite des Bootes auch der Trimmtank untergebracht. Um ein Gleichgewicht zwischen dem schwereren Heck des Schiffes und dem leichten Bug zu gew√§hrleisten, war der Bugbereich im Einsatz st√§ndig geflutet. Hinter der Tauchzelle des Buges, die zur√ľck bis zur Zentrale reichte, schloss sich der Raum f√ľr die Batterien und Pressluftflaschen an.

Die Seeerprobungen zeigten sehr rasch, dass der Molch w√§hrend der Fahrt infolge seines empfindlichen Trimm-Ballast-Gef√ľges √§u√üerst anf√§llig war. Der Pilot war st√§ndig damit besch√§ftigt, das Boot mit Trimm oder Ballast auszugleichen, um einen sicheren Kurs fahren zu k√∂nnen. Das OKM stufte daher den Molch nicht als Frontwaffe, sondern als Lehrboot ein.

Am 19. September 1944 traf die 1. Molch-Flottille (K-Flottille 411) mit 60 Booten in Sanremo (Italien) ein, um die alliierten Schiffe vor Nizza und Menton zu attackieren. Der Angriff wurde jedoch abgesagt. Die 2. Molch-Flottille (K-Flottille 412) wurde im Dezember 1944 nach Holland verlegt. Dort ging bei den folgenden Gefechten der Gro√üteil der eingesetzten Molche verloren. So gingen am 22. Februar 1945 acht Molche und am 13. M√§rz 14 von 16 Molchen verloren. Die 3. Molch-Flottille (K-Flottille 413) war ebenfalls f√ľr Holland vorgesehen, kam jedoch nicht mehr zum Einsatz. Die 4. Molch-Flottille (K-Flottille 415) wurde in Norwegen und D√§nemark stationiert, kam aber bis Kriegsende zu keinem Einsatz.

Zitat: Wikipedia

Der Bausatz

Der Molch-Bausatz wird in einem stabilen St√ľlpkarton geliefert. Darin enthalten sind die drei grauen Spritzlinge, der Spritzling mit den Klarsichtteilen, die √Ątzteilplatine, die Bau- und Bemalungsanleitung und die Abziehbilder. Die insgesamt 63 Bauteile befinden sich in einem Plastikbeutel, wobei die Klarsichtteile, Abziehbilder und √Ątzteile nochmals separat einget√ľtet sind. Die Bauteile zeigen sich sehr sauber gefertigt und besitzen recht ansprechende Oberfl√§chen mit guten Gravuren. Auch sind Teile f√ľr die Inneneinrichtung des Kleinst-U-Bootes vorhanden. Aufgrund der √ľberschaubaren Teilezahl l√§sst sich der Molch in relativ kurzer Zeit fertig stellen.

Die Abziehbilder

Mit den Abziehbildern lassen sich vier Versionen des Molchs ohne eine spezifische Zugeh√∂rigkeit und/oder √Ėrtlichkeit bauen.

Die Anleitung

Die achtseitige Bauanleitung ist in schwarz-wei√ü gehalten und f√ľhrt in 13 Schritten geschickt durch den Zusammenbau. Der Bau ist in den Schritten √ľbersichtlich aufgezeigt und d√ľrfte auch f√ľr den Anf√§nger keine Probleme bereiten.

Die Bemalung des Molchs erfolgt nach den Nummernhinweisen f√ľr die Mr.Hobby-, Vallejo-, Model Master-, Tamiya- und Humbrol-Farben.

Literaturhinweise

  • Waffen der Verzweiflung: Deutsche Kampfschwimmer und Kleinst-U-Boote im Zweiten Weltkrieg, Lawrence Paterson, Ullstein Maritim, 2009
  • Marine-Kleinkampf-Mittel ‚Äď Bemannte Torpedos, Klein-U-Boote, Kleine Schnellboote, Sprengboote ‚Äď Gestern ‚Äď heute ‚Äď morgen, Harald Focke, Koehler, 1982
  • Bemannte Torpedos und Klein-U-Boote im Einsatz 1939 - 1945, Paul Kemp, Motorbuchverlag, 1999

Einige B√ľcher sind aber nur noch √ľber das Antiquariat zu beziehen.

Fazit

HobbyBoss bringt ein weiteres Klein-U-Boot im beliebten Milit√§rma√üstab 1/35 auf den Markt und das in einer guten Qualit√§t. Die Modelloberfl√§chen sind sehr gut ausgef√ľhrt und der Bau gestaltet sich unproblematisch - auch f√ľr den Anf√§nger.

alt sehr empfehlenswert

Othmar Hellinger

Wir danken Glow2B f√ľr das Bausatzmuster