13.11.1942 - 75 Jahre Erste Schlacht von Guadalcanal

 

Vor 75 Jahren, am 13. November 1942, war das japanische Flaggschiff in der Ersten Schlacht von Guadalcanal das Schnelle Schlachtschiff Hiei (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die Hiei sollte mit ihrem Schwesterschiff Kirishima den US-Flugplatz Henderson Field bombardieren und hatte dafür spezielle Munition geladen, als sie nachts vor Guadalcanal auf eine US-Flotte aus zwei Schweren Kreuzern, drei Leichten Kreuzern und acht Zerstörern traf. Beide Verbände verloren ihre Ordnung, die Entfernungen waren teilweise so kurz, dass die Hiei ihre Hauptartillerie nicht weit genug absenken konnte, um sie zum Einsatz bringen zu können. Dazu dauerte es, bis sie panzerbrechende Granate statt der speziellen Bombardierungsmunition verfeuern konnte. Sie beschädigte die Kreuzer San Francisco und Atlanta und den Zerstörer Laffey, erhielt selbst aber 85 Treffer, wodurch ihre Rudermaschine zerstört wurde und sie nur noch eingeschränkt manövrierfähig war. Sie versuchte sich zurückzuziehen, wurde aber nach Tagesanbruch von US-Flugzeugen mit mindestens zwei Torpedos und drei Bomben getroffen und musste aufgegeben werden. 188 Mann der Besatzung der Hiei wurden getötet.

Das Original

Die Hiei (比叡) wurde am 04.11.1911 auf der Marinewerft Yokosuka in Japan als zweites Schiff der Kongo-Klasse auf Kiel gelegt. Das Typschiff dieser Klasse von modernen Schlachtkreuzern, die Kongo, wurde noch in England gebaut. Die Hiei wurde am 04.08.1914 durch die japanische Marine offiziell in Dienst gestellt. Sie sollte bis zu ihrem kriegsbedingten Verlust am 13.11.1942 einen wechselhaften Werdegang erleben.

Im Gegensatz zu ihren drei Schwesterschiffen Kongo, Haruna und Kirishima wurde die Hiei Ende der zwanziger Jahre nicht modernisiert sondern, um den Londoner Flottenverträgen Rechnung zu tragen, zu einem Schulschiff mit verminderter Bewaffnung und Geschwindigkeit umgebaut bzw. abgerüstet. Durch diese Maßnahme konnten die Japaner vermeiden das wertvolle Schiff abwracken zu müssen. Nachdem sich Ende der dreißiger Jahre die politischen Verhältnisse insofern verschlechtert hatten, dass Japan den Flottenvertrag kündigte, konnte die japanische Marine die Hiei wieder remobilisieren und modernisieren. Hierzu wurde die ursprüngliche Bewaffnung und Panzerung wieder eingebaut, neue Kampon Dampfkessel installiert und der Schiffsrumpf verbreitert sowie verlängert. Vom Kampfwert war sie nun wieder ihren drei Schwestern gleichwertig. Die neuen Kessel erhöhten die Geschwindigkeit der Hiei trotz nun deutlich größerer Verdrängung auf knapp 30 Knoten. Infolgedessen wurde die Klasse nun von der japanischen Marine als Schnelle Schlachtschiffe geführt.

Die Hiei wies gegenüber ihren drei Schwestern einen optisch deutlich wahrnehmbaren Unterscheidungspunkt auf. Ihr Gefechtsturm wurde grundlegend neu gestaltet und entsprach nun mehr den neuen Gefechtstürmen wie sie auf den Einheiten der Yamato-Klasse Verwendung finden sollten.

Ihre Geschwindigkeit prädestinierte die Schiffe der Kongo-Klasse als Begleitschiffe für die schnellen Trägergruppen der Japaner in der Anfangsphase des Pazifikkrieges zu dienen. Die Hiei war eines der Begleitschiffe der Trägerkampfgruppe, die Pearl Harbor angriff. Anschließend operierte sie mit ihrem Schwesterschiff Kirishima in der Javasee. Im Juni 1942 operierte sie gemeinsam mit der Kongo als Geleitschutz für eine Gruppe von Landungsschiffen in der Schlacht um Midway.

Anschließend verlegte sie in den Raum der Salomonen, um hier an den folgenden Schlachten teilzunehmen. In der Nacht vom 13.11.1942 fand die Erste Seeschlacht vor Guadalcanal statt. Die Hiei war gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff Kirishima Teil der Kampfgruppe von Vizeadmiral Abe. Ihr Auftrag war es den Flugplatz von Henderson Field zu beschießen. Auf amerikanischer Seite waren u.a. die Kreuzer Portland, San Francisco und Atlanta sowie diverse Zerstörer beteiligt.

In dem unübersichtlichen Nachtgefecht beschossen sich die Kreuzer, Zerstörer und die Hiei teilweise auf kürzeste Entfernung. Die Hiei erhielt dabei zahlreiche Treffer leichter und mittlerer Kaliber, blieb jedoch schwimm und auch weitestgehend kampffähig. Erst ein Treffer in das Achterschiff welcher die Ruderanlage unter Wasser setzte, so dass diese teilweise ausfiel führte dazu, dass sich die Hiei langsam zurückziehen musste.

Im Morgengrauen wurde die sich langsam zurückziehende Hiei in der Nähe der Insal Savo von amerikanischen Flugzeugen entdeckt und anschließend in rollenden Einsätzen von amerikanischen Bombern und Torpedobombern angegriffen. Bei diesen Angriffen wurden zahlreiche Treffer erzielt. Die Hiei nahm nun, nachdem es kurzfristig schien sie noch retten zu können, immer mehr Wasser auf und blieb manövrierunfähig. Schließlich wurde auf japanischer Seite entschieden die Hiei aufzugeben und selbst zu versenken.

Das Wrack

Die genaue Untergangsstelle der Hiei ist nicht geklärt. Robert Ballard fand bei einer Suchaktion im Bereich der Insel Savo ein kieloben liegendes Wrack der Kongo-Klasse. Er nahm jedoch an, dass es sich hierbei um das zwei Tage später versenkte Schwesterschiff Kirishima handelt.

Das Modell

Meine Hiei baute ich aus dem aktuellen Bausatz von Fujimi. Die Kongo-Klasse (Kongo, Haruna, Hiei und Kirishima) wurde vom Hersteller Fujimi als vollkommen neu entwickelte Bausätze vor einigen Jahren auf den Markt gebracht. Fujimi setzte meines Erachtens mit diesen Bausätzen zur damaligen Zeit einen neuen Maßstab. Das Modell ist ein Quantensprung im Vergleich zu dem bereits seit den 1970 Jahren auf dem Markt befindlichen Fujimi Bausatz. Auch die Anfang der 1990 Jahre erschienenen Bausätze des Herstellers Hasegawa können einen Vergleich mit den aktuellen Fujimi Bausatz nicht standhalten.

Aus der Box heraus lässt sich ein schönes Modell bauen. Die Detaillierung der Spritzlinge ist umfangreich und filigran. Die Formen und Abmessungen der Schiffe werden durch den Bausatz gut wiedergegeben. Fujimi liefert darüber hinaus einen separat erhältlichen eigenen Ätzteilsatz und ein Holzdeck zu seinem Bausatz. Hiermit ist es möglich den Bausatz nochmals aufzuwerten.

Ich habe meinen Bausatz zusätzlich zu den Ätzteilen und dem Holzdeck mit diversen Produkten von Veteran Models (Bewaffnung/Kleinteile/optische Entfernungsmesser etc.) sowie mit Ätzteilen von Flyhawk und Lionroar ergänzt.

Das ganze habe ich dann auf einem Wasserdiorama mit diversen kleineren Booten/Schiffen versucht in Szene zu setzten. Bei dem größeren Verkehrsboot handelt es sich um einen Bausatz der Firma Loose Cannon.

Christoph Mentzel