Modellsuche

Suchen


Deutsches Katapultschiff Bussard (1/700, Niko Model) von Norbert Thiel Drucken
Montag, 24. Juli 2017 um 05:00

Das Original

Das deutsche Katapultschiff (Schleuderschiff) Bussard wurde zusammen mit seinem Schwesterschiff Falke f├╝r die deutsche Luftwaffe gebaut. Das Katapult war 60,5 m lang und erm├Âglichte den Start von Flugzeugen bis zu 20 t Startgewicht, darunter Blohm & Voss Bv 138 sowie Dornier Do 18 und Do 24. Es reichte ├╝ber einen gro├čen Teil der Schiffsl├Ąnge. Die Aufbauten fielen minimalistisch aus, um den Flugzeugen nicht im Weg zu sein. Achtern konnten Flugzeuge geparkt werden, sie wurden mithilfe eines Landesegels und eines Krans an Bord gebracht.

Die Bussard war 98,3 m lang, 14,0 m breit und verdr├Ąngte 2040 t. Der Antrieb erfolgte ├╝ber zwei Diesel mit insgesamt 1800 PS, womit 12 kn erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 54 Mann. Die Bewaffnung bestand anfangs aus aus drei, ab 1944 aus f├╝nf 2 cm-Einzelflak.

Die Bussard wurde 1940-42 bei Schichau in Pillau gebaut. Sie diente anfangs in D├Ąnemark, sp├Ąter wurde sie nach Norwegen verlegt. Dort diente sie zur Unterst├╝tzung der Seeaufkl├Ąrergruppen und K├╝stenfliegergruppen, u.a. um alliierte Russlandkonvois aufzusp├╝ren. Nach dem Krieg fiel die Bussard in britische H├Ąnde und wurde am 22.02.1946 den USA ├╝bergeben, aber ├╝ber Belgien an die niederl├Ąndische Firma J.C. Oosterwijk Rotterdam (van Boele & Oosterwijk?) verkauft, die sie 1951 von Piet Hein/W.Schram in Papendrecht zum Saugbagger Ahoy umbauen lie├čen. Dieser diente vor allem in Zeeland und auf dem De Nieuwe Waterweg (M├╝ndung des Rhein) bis er in Ghent abgewrackt wurde (sicher nach 1980).

Das Modell

Der Bausatz der Bussard von Nikomodel zeigt als erster im Ma├čstab 1/700 ein sogenanntes Schleuderschiff der Luftwaffe ausger├╝stet mit drei Flugbooten Bv 138. Der Bausatz ist ├Ąhnlich hochdetailliert wie der der vor Kurzem vorgestellten Togo. Allerdings ist der Bau wesentlich einfacher und kann mit etwas Erfahrung im Bau von Resinmodellen problemlos gelingen. Es m├╝ssen allerdings auch hier sehr kleine Resinteile sowie ebenfalls extrem kleine Foto├Ątzteile angebracht werden (z.B. einzelne Poller oder Schulterst├╝tzen f├╝r die Flak).

Bei meinem Bau habe ich mich zu einer fiktiven Szene entschlossen: dem Einholen eines dritten Flugboots mit Hilfe des ÔÇ×Kn├╝ppelteppichsÔÇť und des gro├čen Krans, zus├Ątzlich abgesichert durch zwei Verkehrsboote. Neben den Verkehrsbooten wurden noch Antennen und MG an den drei Flugbooten sowie ein Kranhaken aus GMM-Best├Ąnden erg├Ąnzt. Die Figuren stammen aus dem Fundus von Eduard. F├╝r die Flugboote habe ich die Seetarnung aus RLM 72/73 und RLM 65 noch mit teilweiser und individueller Wintertarnung in Wei├č ausgef├╝hrt. Die Abziehbilder f├╝r Schiff und Flugboote sind im Bausatz enthalten und nicht ganz einfach aufzubringen, da sie sich gerne aufrollen und dann unbrauchbar werden. Zu meinem Gl├╝ck waren zumindest in meinem Bausatz zwei kleine B├Âgen f├╝r die Flugboote enthalten. Bei den Bildern f├╝r das Schiff warte ich noch auf entsprechenden Ersatz, da bei mir ein Namensschild unbrauchbar wurde.

Das Modell wurde ├╝ber alles mit Revell-Acryl-Hellgrau gespritzt und dann mit Humbrol 103/121 (Holzdecks) und Humbrol 27 (Stahldecks) mit dem Pinsel bemalt. Weitere Details wurden mit Humbrol und Revell Emailfarben bemalt. Die Kranseile sowie die Antennenverspannung der Flugboote erfolgte mit gezogenem Gussast. Das Wasser auf dem Holzsockel gelingt mit feinem Holzspachtel und Humbrol- und Revell-Farben und Lacken.

Das Modell ist ein ungew├Âhnlicher Blickpunkt in meiner doch schon sehr gro├čen Sammlung von Waterline-Modellen. Ich freue mich auf weitere ungew├Âhnliche Modelle.

Norbert Thiel

(Text ├╝ber Original von Lars)