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Deutsches Nachtjagdleitschiff Togo (1/700, Niko Model) von Norbert Thiel Drucken
Montag, 03. Juli 2017 um 05:00

Das Original

Das deutsche Nachtjagdleitschiff Togo wurde urspr├╝nglich als St├╝ckgutfrachter f├╝r die Woermann-Linie gebaut und lief 1938 vom Stapel. 1940 diente sie als Transportschiff f├╝r die Besetzung Norwegens. Danach wurde sie zum Minenleger umgebaut und legte in der Nordsee Minenfelder. 1942 wurde sie zum Hilfskreuzer umgebaut und sollte als Coronel dienen. Allerdings wurde sie bei der ersten Fahrt durch Auflaufen und Bombenangriffe besch├Ądigt und kehrte um. Danach wurde sie 1943 zum Nachtjagdleitschiff Togo umgebaut.

Als Nachtjagdleitschiff sollte die Togo Nachtj├Ąger an feindliche Bomber heranf├╝hren. Hierf├╝r erhielt sie umfassende Radaranlagen, dazu Scheinwerfer, Feuerleitanlagen und eine relativ starke Flak. Sie diente in dieser Funktion in der Ostsee. In zunehmendem Umfang wurde sie aber f├╝r die Transporte von Fl├╝chtlingen eingesetzt. Nach Kriegsende ├╝bernahmen die Briten das Schiff, gaben es aber an die US Marine weiter, die es wiederum an die norwegische Marine abgab. Dort fuhr sie als Svalbard┬á bis 1954 als Transporter. Danach wurde sie an eine norwegische Rederei verkauft und fuhr erst als Tilthorn und dann als Stella Marina. 1956 kaufte die Woermann-Linie das Schiff zur├╝ck und setzte es bis 1968 wieder als Togo ein. Danach wurde sie nach Panama verkauft, wo sie 1976 weiter verkauft und in Topeka umbenannt wurde. 1984 strandete sie vor der K├╝ste Mexikos im Sturm.

Die Togo war 134 m lang, 17,9 m breit und verdr├Ąngte 12.700 t. Der Antrieb erfolgte ├╝ber einen Diesel mit 5100 PS, womit 16 kn erreicht wurden.

Bewaffnung (als Nachtjagdleitschiff)
3 x 10,5 cm Gesch├╝tz
8 x 3,7 cm Gesch├╝tz
19 x 2 cm Gesch├╝tz
4 x 8,6 cm-Raketenwerfer
Wasserbomben

Das Modell

Mit dem Bausatz der Togo hat die Firma Niko Model aus meiner Sicht eine weitere Steigerung ihres bisherigen Qualit├Ątsstandards erreicht. Das Modell ist in seiner Filigranit├Ąt vergleichbar mit den exzellenten Baus├Ątzen der Firma Orange Hobby oder auch den Plastikbaus├Ątzen der Firma FlyHawk. Die Radarger├Ąte (W├╝rzburg-Riese und Freya) bestehen jeweils aus mehr als 20 Bauteilen und wurden von mir zuerst gebaut, um sp├Ątere eventuelle Baustopps auszuschlie├čen. Ich hatte alle ├ätzteile bereits grau gespritzt und konnte beide Radars an einem Abend mit etwas Wei├čwein und unter nur m├Ą├čigem Fluchen fertigstellen. Der weitere Bau ging sehr z├╝gig vonstatten, mit Ausnahme der Flakleitst├Ąnde. Alle dort als Boden vorgesehenen ├ätzteile passen nicht in die entsprechenden Resinwannen und m├╝ssen deshalb individuell verkleinert werden. Eine weitere (kleinere) H├╝rde sind die Einzelflaks mit ihren Handgriffen, diese Teile sind wirklich sehr klein! Mehr und mehr f├╝llte sich das Schiff mit einer Vielzahl hervorragend detaillierter Teile, wobei die Schlauchboote einen willkommenen Farbtupfer bringen. Die Bordwand und alle Aufbauten sowie alle Foto├Ątzteile des Modells wurden mit Revell Acryl-Hellgrau gespritzt, die Bemalung der Decks sowie aller weiteren Details erfolgte mit Emaillefarben von Humbrol und Revell. Die Takelage entstand aus gezogenem Gussast aus alten schwarzen Guss├Ąsten von Airfix. Die Figuren stammen aus dem Fundus von Eduard.

Die Holzbasis wurde von einem Freund gefertigt und das Wasser nach der Methode Wasser-Michel! D.h. Holzspachtel als Grundlage, bemalt mit Humbrol-Farben, dann mehrere Schichten Glanzlack von Revell, dann Schaumkronen in Mattwei├č.

Das kleine Geleit entstand mit einem Schnellboot und einem R├Ąumboot von Samek, die ich als Geschenk (fertig gebaut und bemalt) w├Ąhrend unserer damaligen Zusammenarbeit erhalten hatte.

Fazit

Trotz kleinerer M├Ąngel f├╝r mich eines der sch├Ânsten Modelle, das ich je bauen durfte. Ein Muss f├╝r jede Sammlung deutscher Kriegsschiffe im Ma├čstab 1/700. Ich freue mich auf weitere Modelle in dieser Qualit├Ąt!

Norbert Thiel

(Text ├╝ber Original von Lars)