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FlyHawk: britischer Leichter Kreuzer HMS Naiad (1/700) Drucken
Dienstag, 09. Mai 2017 um 05:00

Leichter Kreuzer Naiad: Deckelbild

Modell: HMS Naiad 1940
Hersteller: FlyHawk
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Fotoätzteile, gedrehte Messingteile, Takelfaden, Abziehbilder
Art.Nr.: FH1112S
Preis: 68,6 ‚ā¨ (bei NNT)

Das Original

Die HMS Naiad war ein britischer Leichter Kreuzer der Dido-Klasse, die als Vielzweckkreuzer f√ľr die Verwendung mit der Flotte entworfen wurde. Die Klasse sollte deshalb m√∂glichst klein sein, um gro√üe St√ľckzahlen bauen zu k√∂nnen, die notwendig waren, um die alten Kreuzer der C- und D-Klasse zu ersetzen.

Als Bewaffnung waren f√ľnf 13,3 cm Zwillingst√ľrme vorgesehen. Dieser Kaliber wurde gew√§hlt, um die Gesch√ľtze als schwere Flak und als Artillerie gegen andere Kreuzer einsetzen zu k√∂nnen, so dass die neuen Kreuzer einerseits die Luftabwehr der Flotte st√§rken sollten, aber auch selbst√§ndig als Kreuzer eingesetzt werden konnten. F√ľnf Schiff der Klasse (Dido, Bonaventure, Naiad, Phoebe, Euryalus) waren Teil des Programms von 1936, zwei (Hermione, Sirius) wurden 1937, drei (Cleopatra, Charybdis, Scylla) 1938 und sechs (Argonaut, Bellona, Spartan, Royalist, Black Prince, Diadem) 1939 bestellt. Von den letzten sechs wurden f√ľnf nach einem modifizierten Entwurf als Bellona-Klasse fertiggestellt. Wegen Engp√§ssen bei den 13,3 cm Zwillingst√ľrmen ‚Äď die auch f√ľr die Schlachtschiffen der King George V-Klasse gebraucht wurden - wurden drei Schiffe des 1936 Programms (Dido, Bonaventure, Phoebe) mit nur vier T√ľrmen fertiggestellt. F√ľr die drei Schiffe des Programms von 1938 waren nur T√ľrme f√ľr ein Schiff vorhanden, so dass Charybdis und Scylla nach einem modifizierten Entwurf als Flaggschiff f√ľr Zerst√∂rer-Flottillen gebaut wurden und lediglich vier 11,4 cm Zwillingsgesch√ľtze erhielten.

Die Dido-Klasse erwies sich im Einsatz zwar als sehr erfolgreich, aber auch als anf√§llig bei Torpedotreffern. Die 13,3 cm-Gesch√ľtze, um die die Klasse gebaut wurde, waren als Flakgesch√ľtze nicht optimal, da die Feuergeschwindigkeit zu gering war. Die Klasse war zudem zu klein, um die notwendige Feuerleitung f√ľr die Flugabwehr aufnehmen zu k√∂nnen und um gen√ľgend Stabilit√§tsreserven f√ľr Modernisierungen zu haben. Deshalb wurden die √ľberlebenden Schiffe - vier Schiffe der Dido-Klasse und eines der Bellona-Klasse wurden im Zweiten Weltkrieg versenkt - nach dem Krieg auch sehr schnell ausgemustert.

Naiad war 156,05 m lang und 15,39 m breit. Die Verdrängung betrug voll beladen 7013 ts, während der Tiefgang 5,18 m betrug. Mit vier Schrauben und 62 000 PS starken Turbinen wurde 32,2 kn erreicht.

Bewaffnung 1940
10 x 13,3 cm L/50 Mk I (f√ľnf Mk II-Zwillinge)
8 x 4 cm 2 Pdr Pom-Pom (zwei Mk VII-Vierlinge)
8 x 1,27 cm Vickers (zwei Vierlingslafetten)
6 x 53,3 cm Torpedorohre (zwei TR IV-Drillinge)

Die Naiad wurde 1937-40 bei R&W Hawthorn, Leslie & Co. Ltd in Hebburn gebaut. Noch w√§hrend des Baus wurde sie 1940 bei zwei Luftangriffen besch√§digt. Sie wurde anfangs in der Nordsee und im Atlantik eingesetzt, √ľberwiegend um Konvois zu geleiten. Im April 1941 wurde sie √ľber den Suezkanal ins Mittelmeer verlegt und operierte von Alexandria aus. Sie geleitete Konvois nach Malta, Griechenland und Kreta. Am 22. Mai versenkte sie s√ľdlich von Milos zwei Schiffe aus einem Konvoi der Achsenm√§chte, wurde danach aber selbst das Ziel von schweren Luftangriffen und wurde besch√§digt. Zwei T√ľrme fielen aus und die Geschwindigkeit wurde auf 16 kn reduziert, sie konnte sich aber nach Alexandria zur√ľck ziehen. Danach wurde sie vor Syrien gegen Vichy-Frankreich eingesetzt und war am 22. Juni mit dem Leichten Kreuzer HMS Leander an einem Gefecht gegen die franz√∂sischen Gro√üzerst√∂rer Valmy und Gu√©pard beteiligt. Anschlie√üend operierte sie zur Unterst√ľtzung der britischen Armee in Nordafrika, geleitete Konvois nach Malta und griff selbst Konvois der Achsenm√§chte an. Am 17. Dezember 1941 war sie an der Ersten Schlacht im Golf von Sirte beteiligt. Nach weiteren Geleiteins√§tzen f√ľr Maltakonvois wurde sie am 11. M√§rz bei der R√ľckkehr von einer Suche nach einem italienischen Kreuzer von dem deutschen U-Boot U 565 bei Sollum torpediert und kenterte. Dabei wurden 86 Mann der Besatzung get√∂tet, 582 √ľberlebten. Naiad erhielt drei Battle Honours f√ľr ihre Eins√§tze im Mittelmeer.

Der Bausatz

Dieser Bausatz des britischen Leichten Kreuzers HMS Naiad stellt einen fr√ľhen Bauzustand von 1940 mit f√ľnf 13,3 cm-T√ľrmen und Vickers-Maschinengewehren dar. Es gibt ihn in einer normalen Variante und eine limitierte Auflage mit Bonusteilen. Die Verpackung des Bausatzes ist sehr umfangreich und d√ľrfte sicher stellen, dass die Teile den Transport unbeschadet √ľberstehen.

Zuerst die Teile, die auch der normalen Variante des Bausatzes beiliegen:

Der Rumpf ermöglicht sowohl den Bau eines Wasserlinienmodells als auch eines Vollrumpfmodells. Der Rumpf ist von den Abmessungen und der Form vorbildgetreu. Die Rumpfseiten sind mit schönen Details versehen. Der Seitenpanzer ist gut ausgearbeitet, aber auch Blechstöße, Steigeisen, Bullaugen etc. sind gut gemacht. Auch die Decksdetails sind gut detailliert, so das beplankte Deck und die Übergänge zu den Rumpfseiten. Vielleicht ist die Riffelung auf dem Stahldeck vorne etwas zu massiv.

Die Teile der Aufbauten wurden mit beweglichen Formen (sliding moulds)hergestellt, d.h. ein Deckshaus besteht aus einem Teil und sowohl das Deck als auch die Seitenw√§nde sind sehr fein detailliert. Schotten, Fenster etc. sind alle bereits angegossen. Auch das Feuerleitger√§t f√ľr die Artillerie (DCT) ist bemerkenswert detailliert.

Auch die auf den normalen Spritzlingen befindliche Teile sind sehr gut detailliert, z.B. die Schrauben, Winden, Beiboote und Torpedorohre. Bei dem Motorboot sind die Niedergänge zu den Kabinen offen dargestellt.

Auch auf dem n√§chsten Spritzling, der u.a. die Schornsteine, den Wellenbrecher, die HACS, Anker, Plattformen und L√ľfter umfasst, finden sich wieder sehr detaillierte Teile, z.B. die Oberseiten der Schornsteine.

Die 13,3 cm-Zwillingst√ľrme sind auch sehr detailliert gemacht und bestehen aus jeweils vier Teilen. F√ľr die Rohre gibt es alternativ auch Messingteile in dem Bausatz mit der limitierten Auflage (alle anderen k√∂nnen passende Rohre bei Master kaufen).

Auch der Fock- und Gro√ümast liegen als sehr detaillierte Spritzgussteile bei. Die Frage ist nur, ob man aus Stabilit√§tsgr√ľnden nicht statt dessen selbst Masten aus Metall bauen sollte.

Die n√§chste S√§tze von kleinen Spritzlingen sind auch als Extrateile von FlyHawk erh√§ltlich. Auf GB01 findet man zwei Vierfach-Pom-Pom-Lafetten, zwei Vickers-Vierlings-MG und ein 4,7 cm-Salutgesch√ľtz - alle sehr gut detailliert. GB02 umfasst diverse sehr gut gemachte Scheinwerfer- und Signalscheinwerfer, w√§hrend der zwei Mal enthaltene GB03 Winden und Otter enth√§lt.

Auf den n√§chsten Spritzlinge findet man Ausr√ľstung f√ľr die Br√ľcke, Rettungsfl√∂sse und T√ľren - auch diese gibt es wieder als extra erh√§ltliche S√§tze.

Die letzten kleinen Spritzlinge enthalten u.a. Davits, Kisten und kleine Kräne.

Die Fotoätzteile

Die Foto√§tzteile der Standardversion umfassen bereits abgel√§ngte Reling, Radarantennen, Niederg√§nge, Ankerketten, Details f√ľr die 13,3 cm-T√ľrme und diverse andere Details.

Abziehbilder

Der Abziehbilderbogen umfasst einen Satz mit britischen Flaggen (White Ensign).

Die Anleitung

Die Bauanleitung ist, meiner Meinung nach, in einem sehr unpraktischen Format, in Hochglanz farbig auf sehr festes Papier gedruckt. Sie umfasst eine √úbersicht √ľber die Teile, die Bauanleitung in 13 Schritten und eine Bemalanleitung. Die Farben beziehen sich auf Mr. Hobby und Tamiya. Abgesehen vom Format denke ich, dass die Anleitung sehr √ľbersichtlich und detailliert ist.

Der Tarnanstrich mit Braun und Gr√ľn w√ľrde (wenn √ľberhaupt) nur kurzfristig verwendet und dann durch ein sehr √§hnliches Tarnschema aus Schwarz, 507B (Mittelgrau) und 507C (Hellgrau) ersetzt. Im M√§rz 1942 hatte sie den Rumpf und Aufbauten bis zum Backdeck 507B gestrichen und die Aufbauten dar√ľber in 507C.

Extrateile der Limited Version

Die limitierte Version umfasst zus√§tzliche gedrehte Messingteile, weitere Foto√§tzteile und Takelgarn. Dadurch steigt der Preis von 35,6 ‚ā¨ der Normalversion auf 68,6 ‚ā¨ (fast verdoppelt).

Als gedrehte Messingteile findet man 13,3 cm-Rohre, Poller und Kranbalken.

Die zus√§tzlichen beiden Foto√§tzteilplatinen enthalten alternative Teile, z.B. Davits, T√ľren, Flagstengen und weitere Details f√ľr Masten und Aufbauten.

Zusätzlich findet sich hier auch ein feiner schwarzen Faden zum Takeln, wahrscheinlich ähnlich den 20 Denier-Faden, die es z.B. auch von UNI Caenis gibt.

F√ľr die zus√§tzlichen Teile der limitierten Version ist eine extra Bauanleitung enthalten. Diese umfasst eine √úbersicht der enthaltenen Teile, eine Erkl√§rung f√ľr die Faltung der zus√§tzlichen Foto√§tzteile (mit Angabe, welche Plastikteile durch sie ersetzt werden) und Fotos, die zeigen, wo diese montiert werden sollen.

FlyHawk hat mit der Naiad eine fr√ľhe Version der Dido-Klasse herausgebracht. In einem √§hnlichen Bauzustand, ebenfalls mit f√ľnf 13,3 cm-T√ľrmen und mit ebenso aufgestellter leichter Flak, fuhren auch Euryalus und Hermione - interessanterweise mit sehr verschiedenen Tarnschemen. Cleopatra wurde auch √§hnlich fertig gestellt, hatte aber 4 cm-Pom-Pom-Einzellafetten statt der Vierlings-MG. √Ąhnlich war auch Dido und Phobe (mit einem 10,2 cm-Gesch√ľtz statt dem dritten Turm) und Bonaventure (mit einem 10,2 cm-Gesch√ľtz statt dem vierten Turm). Alle fr√ľhen Schiffe der Dido-Klasse lassen sich mit einem √ľberschaubaren Aufwand aus dem Bausatz bauen, wobei einem dann eine Vielfalt an Tarnschemen zu Verf√ľgung steht. Ab 1942 erhielten die meisten Schiffe f√ľnf 2 cm Oerlikon statt der beiden Vierlings-MG, deren Position man dann erg√§nzen muss (Dido erhielt damals auch den f√ľnften Turm nachger√ľstet). Das gilt auch f√ľr die erst 1942 fertig gestellte Sirius und Argonaut. F√ľr sp√§tere Bauzust√§nde muss man genauer recherchieren. FlyHawk hat die Sirius im Zustand von 1942 und die Phoebe im Zustand von 1943 angek√ľndigt. Diese Baus√§tze k√∂nnten die besseren Ausgangspunkte sein, wenn man eines der Schiffe in einem Zustand ab 1942 darstellen will.

Der Umbau in eines mit 11,4 cm-Gesch√ľtzen ausger√ľstetes Schiffe, Scylla oder Charybdis, w√§re aufwendiger, noch aufwendiger w√§re nat√ľrlich der Umbau in die Bellona-Klasse.

Quellen

Fazit

Der Bausatz der Naiad ist auf dem Niveau, das heutige mit Spritzguss m√∂glich ist. Der Bausatz ist schon in der Grundversion sehr detailliert und sehr gut gegossen. Ob sich die fast doppelt so teuere limitierte Version mit gedrehten Messingteilen, weiteren Foto√§tzteilplatinen und Takelgarn lohnt, muss jeder f√ľr sich selbst entscheiden. Es d√ľrfte auf jeden Fall ein au√üergew√∂hnlich detailliertes Modell m√∂glich sein. Insgesamt ist der Bausatz

alt sehr empfehlenswert

Lars

Wir danken FlyHawk f√ľr das Bausatzmuster