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Russisches Schlachtschiff Potemkin (1/400, Ogonjek) von Andreas Martin Drucken
Montag, 01. Februar 2016 um 06:00

Das Original

Das russische Schlachtschiff Potemkin (Потёмкин) ist als „Panzerkreuzer Potemkin“ durch Sergei Eisensteins Revolutionsfilm über die Meuterei ihrer Besatzung im Jahre 1905 bekannt geworden. Um die Erinnerung an die Meuterei aus dem Gedächtnis der Bevölkerung zu löschen, wurde die Potemkin in Panteleimon (Пантелеимон) umbenannt.

1898 auf Kiel gelegt, erfolgte der Stapellauf und die Schiffstaufe im Oktober 1900. Aufgrund technischer Probleme mit der neuen Ölfeuerungsanlage verzögerte sich die Übernahme in den aktiven Dienst bis 1905. Das Linienschiff nahm am Ersten Weltkrieg teil und wechselte in den Wirren der Russischen Revolution mehrfach den Besitzer. Im November 1920 kam das Schiff endgültig zur sowjetischen Marine, wurde im Jahre 1923 abgebrochen und 1925 aus den Beständen der Roten Flotte gestrichen.

Wer weiteres über die Potemkin erfahren möchte, wird bei Wikipedia fündig.

Das Modell

Wie schon bei dem Modell der Aurora, handelt es sich auch hier um einen alten Heller-Bausatz, der von Ogonjek hinter dem Eisernen Vorhang vertrieben wurde. Aufgrund des Bausatzalters (locker über 40 Jahre), sollten die Ansprüche an die Detaillierung der Bauteile nicht allzu hoch ausfallen. Wer dies berücksichtigt, gewillt ist, ein wenig zu Improvisieren und noch ein paar Fotoätzteile beisteuert, wird durchaus mit einem gelungenen Modell belohnt.

Ein großes Problem des Bausatzes sind die Unmengen an Auswerfermarken. Besonders auf dem Deck lassen sich diese kaum beseitigen, ohne die Holzstruktur in Mitleidenschaft zu ziehen. Ich habe dieses Manko durch Aufkleben kleiner, schwarz eingefärbter Papierstückchen behoben, die auf dem Modell aussehen wie Metallklappen. Zugegeben nicht ganz vorbildgerecht, aber allemal besser als ein Holzdeck mit glatt geschliffenen Stellen.

Die quer über das Deck verlaufende Brücke war aufgrund des mauerdicken Schanzkleides und etlicher Auswerfermarken nicht zu gebrauchen. Ich schnitt daher aus einer Kunststoffplatte eine neue Brücke und versah sie zusätzlich mit filigranen Stützen aus Glasfaser.

Die Rohre der Kasemattengeschütze taugten ebenfalls nur für die Tonne. Stattdessen fertigte ich neue Rohre aus Spritzkanülen an. Die Geschützrohre der Hauptartillerie waren dagegen nicht so schlecht und ein Aufbohren der Mündungen reichte mir aus.

Die vier Kräne für die Beiboote erhielten je sieben Bohrungen sowie eine weitere Detaillierung mit feinem Kupferdraht, was ihr Aussehen erheblich verbesserte. Die Beiboote selbst ersetzte ich teilweise durch bessere Boote aus meinem Fundus und deckte die verbliebenen Boote aus dem Bausatz mit Planen aus eingefärbten Papiertaschentüchern ab.

Wie die Rahen, ersetzte ich auch die Bausatzmasten im oberen Drittel durch Metall, was mehr Stabilität für die Takelage aus feinstem Angelgarn bringt und außerdem noch besser aussieht.

Eingebettet habe ich das Schiff in ein Meer aus klarem Silikon, belebt durch eine Besatzung von Tamiya.

Andreas Martin