Modellsuche

Suchen


Aoshima: Japanische Zerstörer Suzutsuki und Fuyuzuki (1/700) Drucken
Dienstag, 03. November 2015 um 06:00

Deckelbild japanischer Zerstörer Suzutsuki von Aoshima (1/700)

Modell: Suzutsuki
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Abziehbilder
Art.Nr.: 025 (008195)
Preis: 15 - 25 €

Das Original

Die japanischen Zerstörer Suzutsuki und Fuyuzuki sind das dritte und vierte Schiffe der Akizuki-Klasse. Diese Klasse ist eine Weiterentwicklung der Murasame- und Takanami-Klasse und ersetzt Zerstörer der Asagiri-Klasse aus den 1980ern. Wie bei den Vorgängern-Klasse liegt auch bei dieser Klasse der Schwerpunkt auf der U-Jagd. Die Schiffen ähneln von den Aufgaben, Auslegung und Größe europäischen Fregatten.

Der wesentliche Unterschied zur Takanami-Klasse ist die Verwendung von aktiven phasengesteuerten Radargeräten des FCS-3A-Feuerleitsystems. Diese acht Radargeräte sind oberhalb der Brücke und auf einem Aufbau auf dem Hangar angebracht. Die vier großen Antennen dienen als Suchradar und nutzen das C-Band, während die vier kleineren Feuerleitradars mit dem kurzwelligeren X-Band sind. Durch diese verbesserten Radargeräte wurde die Fähigkeit zur Luftverteidigung deutlich verbessert. Weitere Verbesserungen der Akizuki-Klasse gegenüber der Vorgängerklasse sind eine reduzierte Radarsignatur. Die Aufbauten sind stärker in den Rumpf integriert und statt eines Gittermasts wurde ein vollständig verkleideter Mast verwendet. Allerdings ging die japanische Marine beim Entwurf nicht so konsequent vor wie manche europäische Marinen bei ihren Neubauten, insbesondere, wenn man die Aufbauten mittschiffs und das Vorschiff anschaut. Wie auch bei der Atago-Klasse wurde hier statt des OTO Melara 127/54 Compact ein Mk 45 Mod 4-Geschütz von BAE Systems eingebaut. Dazu kommen noch Verbesserungen bei den Täuschkörperwerfern.

Insgesamt werden vier Schiffe der Klasse gebaut: Akizuki (DD-115), Teruzuki (DD-116), Suzutsuki (DD-117) und Fuyuzuki (DD-118). Die Schiffe haben alle Traditionsnamen von Zerstörern.

Die Suzutsuki und Fuyuzuki sind 150,5 m lang, 18,3 m breit und verdrängt voll beladen 6800 t. Der Antrieb erfolgt über vier Gasturbinen mit insgesamt 64 000 PS, die zwei Schrauben treiben. Damit werden 30 kn erreicht. Die Besatzung setzt sich aus 200 Personen zusammen.

Bewaffnung
1 x 12,7 cm L/62 Mk 45 Mod 4
2 x 2 cm L/99 Phalanx Mk 15 Block 1B-Nahbereichsabwehrgeschütze (zwei sechsrohrige Gatling-Kanonen)
2-4 x 1,27 cm M2-MG
2 Vierfach-Starter für SSM-1B (Typ 90)-Antischiffsraketen
1 Mk 41 32fach-Starter für ESSM-Flugabwehrraketen (vier pro Zelle) und VL-ASROC U-Jagdraketen (eine pro Zelle)
6 x 32,4 cm HOS-303 Torpedorohre (zwei Drillingsrohre)
1 Mitsubishi SH-60K Seahawk-Bordhubschrauber (eventuell Platz für zwei Hubschrauber vorhanden)

Die Suzutsuki (DD-117) wurde 2011-14 bei Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Sie gehört zur zusammen mit dem Hubschrauberträger Ise, den Lenkwaffenzerstörern Shimakaze und Chokai sowie den Zerstörern Kirisame, Inazuma, Samidare und Sazanami zur 4. Geleitgruppe mit dem Heimathafen Kure.

Die Fuyuzuki (DD-118) wurde 2011-14 bei Mitsui in Tamano gebaut. Sie ist in Maizuru stationiert und Teil der 3. Geleitgruppe, zu der auch der Hubschrauberträger Hyuga, die Lenkwaffenzerstörern Myoko und Atago und die Zerstörern Setogiri, Yudachi, Makinami und Suzunami gehören.

Der Bausatz

Nach Pit-Road ist Aoshima der zweite Hersteller, der Bausätze der heutigen Akizuki-Kasse im Maßstab 1/700 herausgebracht hat. Aoshima bietet alle vier Schiffe der Klasse als Bausatz an, auf den Spritzlingen finden sich jeweils die Bezeichnung "Akizuki", was darauf hindeutet, dass in den verschiedenen Bausätzen die identische Spritzlinge beiliegen. Wie üblich beim Waterline-Konsortium lässt sich der Bausatz nur als Wasserlinienmodell bauen. Der Rumpf scheint von der Form her korrekt zu sein (es liegen uns aber habe keine guten Zeichnungen vor), die Abmessungen sind richtig.

Die meisten Teil des Rumpfs findet man an den Spritzlingen A und B. Die Rumpfseiten weisen kaum Details auf - aber im Maßstab 1/700 ist es so auch maßstabsgetreuer. Auf dem Spritzling mit der Wasserplatte finden sich noch Teile für die Schornsteine und einige Antennen. Velleicht sind diese Teile im Interesse des Nachwuchs in einer anderen Farbe ausgeführt, um auch ein nicht bemaltes Modell mehrfarbig zu haben (siehe auch Spritzling E).

Die restlichen Teile des Rumpfs finden sich auf Spritzlinge C, auf dem sich die Decks und der Heckspiegel befinden. Dazu finden sich der Schraubenschutz, der 12,7 cm-Turm und der VLS-Starter hier. Der Schraubenschutz ist zwar dünn, aber im Vergleich im Original noch immer zu dick. Das gilt auch für das Rohr des 12,7 cm-Geschützes. Für den VLS-Starter liegen zwei alternative Teile bei. Bei einem ist eine der Zellen geöffnet und eine startende Rakete dargestellt - wohl eine Typ 7 VL-ASROC-U-Jagd-Rakete, da der Durchmesser für eine ESSM, von denen vier in eine Zelle passen, viel zu massiv ist.

Auf den Spritzlingen J, K und L sind die Teile der Aufbauten. Spritzling J liegt bei diesem Bausatz zwei Mal bei, was aber nicht notwendig zu sein scheint. Diese Teile sind gut detailliert. Die Mastspitze wirkt etwas massiv, aber ansonsten sind die Teile gut. Die Klappen am Brückenaufbau, hinten denen die Torpedodrillingsrohre bzw. die MOD-Tauschkörperwerfer stehen, können auch geöffnet dargestellt werden.

Viele Teile des Hangars, der offen dargestellt werden kann, befinden sich auf Spritzlinge G. Der Hangar scheint für zwei Hubschrauber ausgelegt zu sein, aber in unseren Quellen ist angegeben, dass nur ein Hubschrauber mitgeführt wird. Die Gestelle der SSM-1B-Starter und insbesondere der Rettungsinseln sind sehr massiv und können verfeinert werden. Das gilt auch für das 7,5 m-Beiboot, das kaum detailliert ist.

Sehr viele Kleinteile finden sich an den Spritzlingen E und F. Der Spritzling E, auf dem sich Radar- und Satellitenantennen befinden, ist heller gespritzt (siehe oben). Die Teile wirken deutich maßstabsgetreuer als in älteren Bausätzen, z.B. die Torpedorohre. Aber die MG sind viel zu massiv. Eine der Antennen in dem Besprechungsmuster ist trotz guter Verpackung angeknickt - ist aber sowieso recht massiv und sollte besser ersetzt werden.

Weitere Teile der Aufbauten sowie viele Kleinteile, u.a. für den Mast, finden sich auf Spritzling H. Auch hier sind die meisten Teile gut detailliert und maßstabsgetreu. Nur das Rah des Masts fällt relativ dick aus, insbesondere die Verstrebungen.

Ob die Klarsichtteile überzeugend wirken, bleibt abzuwarten. Diese umfassen die Brückenfenster, die Kontrollstation auf dem Hubschrauberdeck sowie einen Scheinwerfer.

Dem Bausatz liegen drei SH-60-Hubschrauber bei. Diese sind nicht sehr überzeugend. Einige Details sind sehr fein, aber am Bug fehlen die typischen Sensoren und der Übergang vom Rumpf zum Heckausleger ist ziemlich hart.

Der Bausatz der Suzutsuki enthält als Beilage eine F-35A (landgestütztes Mehrzweckkampfflugzeug) und zwei F-35B (Senkrechtstarterversion). Die japanische Luftwaffe hat F-35A bestellt, eine Anschaffung der F-35B ist durch japanisches Militär bisher anscheinend nicht vorgesehen (obwohl es viele Behauptungen gibt, dass die Hubschrauberträger der Hyuga- und Izumo-Klasse mit F-35B ausgerüstet werden soll). Die Maschinen sind gut detailliert, wiesen aber relativ tiefe Gravuren auf, die man besser nicht betonen sollte.

Abziehbilder

Die Abziehbilder sind für das jeweilige Schiff spezifisch. D.h. in dem Bausatz der Suzutsuki sind nur die Kennnummern für dieses Schiff enthalten. Die Abziehbilder umfassen die Kennnummern, Namensschild, Flugdeckmarkierungen, Markierungen für die Laufwege, Kennzeichen für die Hubschrauber und  Flugzeuge und japanische Flaggen.

Beim Original wirken die Laufwege etwas dunkler, da die Oberflächer rauer ist. Diese müsste man bei diesem Bausatz abkleben - im Gegensatz zu dem Pit-Road-Bausatz, bei dem sie als Abziehbild beiliegen.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst kurze Angabe übers Original, allerdings nur auf Japanisch. Eine noch kürzere Fassung in Englisch findet sich auf der Schachtel. Die Farbangeben beziehen sich auf GSI Creos Mr. Color oder Aqueos Color. Der Zusammenbau wird in 22 Schritten sehr übersichtlich beschrieben.

Positiv ist, dass auf der Anleitung viele Ausrüstungsgegenstände des Originals benannt sind. Zwar ist die Erklärung in Japanisch, aber da die Bezeichnung der Geräte in lateinischen Buchstaben geschrieben ist (z.B. FCS-3A), ist dies trotzdem interessant.

Deckelbild japanischer Zerstörer Fuyuzuki von Aoshima (1/700)

Modell: Fuyuzuki
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol (Spritzguss), Abziehbilder
Art.Nr.: 026 (00817)
Preis: 15 - 25 €

Der Bausatz der Fuyuzuki ist in Bezug auf die Spritzlinge mit dem Bausatz der Suzutsuki identisch. Es fehlen lediglich die Spritzlinge für die SH-60-Hubschrauber und F-35-Flugzeuge. Natürlich liegen andere Abziehbilder bei, die die Kennnummer der Fuyuzuki (DD-118) enthalten.

Es gibt von Aoshima auch Bausätze der Akizuki (DD-115) (enthält auch ein Kawasaki P-1-Patrouillenflugzeug) und der Teruzuki (DD-116) (enthält eine Variante der Su-27/J-11-Reihe). Diese dürfte sich von dem besprochenen Bausatz der Suzutsuki abgesehen von den Abziehbildern und den beigelegten Flugzeugen nicht unterscheiden.

Quellen

Fazit

Die Bausätze der Suzutsuki und Fuyuzuki der heutigen Akizuki-Klasse der japanischen Marine bilden eine sehr gute Grundlage für ein gut detailliertes Modell. Viele der Details sind bereits maßstablich. Lediglich bei Verstrebungen, Antennen und Schraubenschutz sowie einigen ähnlichen Teilen sollte man durch dünnere Metallteile ersetzen. Insgesamt ist der Bausatz

alt empfehlenswert

Lars Scharff und Christoph Mentzel

Wir danken Aoshima für die Bausatzmuster