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Türkische Lenkwaffenfregatte Göksu Drucken
Sonntag, 14. Juni 2015 um 05:00

Göksu

Die türkische Lenkwaffenfregatte TCG Göksu (F497) ex USS Estocin (FFG-15) gehört zu den am stärksten modernisierten Schiffen der Oliver Hazard Perry-Klasse. Die acht türkischen Schiffe - Gaziantep, Giresun, Gemlik, Gelibolu, Gökçeada, Gediz, Gökova und Göksu - bilden die G-Klasse. Diese wurde im Rahmen des GENESIS-Programms ab den späten 2000ern modernisiert. Elektronik, Software und Kommunikationsmittel wurden auf den neuesten Stand gebracht. Der SPS-49 2D-Suchradar wurde durch einen phasengesteuerten SMART-S 3D-Suchradar ersetzt und ein neuer Sonar eingebaut. Außerdem wurde die Flugabwehr durch einen achtzelligen VLS Mk 41-Starter ergänzt, aus dem ESSM-Flugabwehrraketen abgefeuert werden können. Alle Schiffen erhielten zudem ein längeres Heck, um auch SH-60 Seahawk-Bordhubschrauber einsetzen zu können.

Die Oliver Hazard Perry-Klasse wurde ursprünglich für die US Navy als billige Geleitschiffe entworfen. Zwar erhielten die Schiffe eine Bewaffnung gegen Schiffe, Flugzeuge und U-Boote, aber für die Anti-Schiffs- und Flugabwehrraketen war anfangs nur ein gemeinsamer, einarmiger Starter vorhanden. Auch bei der Antriebsanlage wurde gespart: es ist lediglich eine Schraube vorhanden. Durch die für die türkische Marine durchgeführte Modernisierung wurde insbesondere die Flugabwehr verbessert.

Die Klasse erwies sich als letzter Exportschlager eines amerikanischen Entwurfs: sechs Schiffe wurden für die australische Marine (Adelaide-Klasse), sechs für die spanische Marine (Santa Maria-Klasse) und acht für die Marine der Republik China (Taiwan) (Cheng Kung-Klasse) gebaut. Nach Ende des Kalten Kriegs wurden viele der amerikanischen Fregatten außer Dienst gestellt und einige der Schiffe verkauft: vier an Ägypten, eine an Bahrain, eine an Pakistan, zwei an Polen und acht an die Türkei. Die letzten Schiffe der US Navy werden dieses Jahr (2015) außer Dienst gestellt werden, während die modernisierten Schiffe anderer Marinen wohl noch länger in Dienst bleiben, obwohl sie inzwischen meist über 30 Jahre alt sind.

Göksu ist 138,1 m lang, 13,8 m breit und verdrängt 4150 t. Der Antrieb erfolgt über zwei Gasturbinen mit insgesamt 41.000 PS, womit 29 kn erreicht werden. Die Besatzung umfasst 222 Personen.

Bewaffnung 2015
1 x 7,62 cm L/62 Mk 75 OTO Melara
1 x 2 cm L/76 Mk 15 Phalanx-Nahbereichsabwehrgeschütze (je sechsrohrig)
4 x 1,27 cm MG
1 Mk 13 Starter (für 4 Harpoon-Anti-Schiffsraketen und 36 SM-1MR Flugabwehrraketen)
1 8fach VLS Mk 41 Starter (insgesamt 32 ESSM-Flugabwehrrakten, vier pro Zelle)
6 x 32,4 cm-Torpedorohre (zwei Mk 32 Drillingsrohre)
2 Sikorsky SH-60B Seahawk- oder Agusta-Bell AB.212ASW-Bordhubschrauber

Die TCG Göksu (F497) wurde 1979-81 gebaut und war bis 2003 als USS Estocin (FFG-15) bei der US Navy in Dienst. Sie wurde 1982 im Libanonkrieg und 1993 während der US-Invasion in Haiti (Operation Support Democracy) eingesetzt. Seit 2003 dient sie als Göksu bei der türkischen Marine.

Im Maßstab 1/350 gibt es einen Bausatz der Oliver Hazard Perry-Klasse von Academy, im Maßstab 1/700 kann man auf diverse Wiederauflagen des Pit-Road (Skywave)-Bausatzes von Dragon und Revell zurückgreifen.

Die Göksu besuchte im Mai 2015 mit anderen Schiffen der Standing NATO Maritime Group 2 Kopenhagen. Hier Fotos, die am 17. Mai 2015 aufgenommen wurden:

Link zur Bildergalerie

 

Siehe auch die Fotos der Schwesterschiffe ORP Generał Tadeusz Kościuszko, USS Taylor und USS Klakring.

Lars