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AEGIS-Kreuzer USS Yorktown (Dragon/CyberHobby 1/350) von André Middeldorf Drucken
Montag, 12. November 2012 um 07:00

Das Original

Die USS Yorktown (CG-48) war der zweite der neuen, mit dem Aegis-System ausgestatteten Lenkwaffenkreuzer nach dem Typschiff, der USS Ticonderoga. Indienststellung war am 4. Juli 1984 und bereits am 3. Dezember 2004 ging das Schiff wieder außer Dienst. Grund hierfür war, dass die Yorktown noch mit den alten Mk 26 Doppelstartern ausgestattet war, während die Kreuzer der Klasse ab CG-52 bereits das modernere VLS besitzen (Vertical Launching System), welches mehr Raketen fasst. Da eine Umrüstung auf VLS nicht bei allen Schiffen möglich war und man für die wenigen Einheiten nicht die Wartung aufrecht erhalten wollte, wurden die Einheiten CG-47 bis CG-51 (USS Ticonderoga, USS Yorktown, USS Vincennes, USS Valley Forge und USS Thomas S. Gates) außer Dienst gestellt. Die Yorktown dümpelt bis heute in Philadelphia in der Naval Inactive Ship Maintenance Facility vor sich hin und wartet auf ihre Verschrottung.

Am 22. Februar 1988 erregte die Yorktown weltweites Aufsehen, als sie im Rahmen des "Rechts der friedlichen Durchfahrt" Gewässer innerhalb der Zwölfmeilenzone der Sowjetunion passieren wollte. Die von den Sowjets geschickte Fregatte der Kriwak-Klasse Bessawetni kollidierte hierbei mit der Yorktown, es entstand jedoch nur geringer Schaden.

Das Modell

Der Bausatz ist der altbekannte von Dragon irgendwann aus den 90er Jahren und war damals eine wahre Augenweide. Nach heutigen Maßstäben spielt er vielleicht noch im Mittelfeld mit (was weniger einem Mangel an Details geschuldet ist - aber dazu gleich mehr). Eigentlich war gar nicht geplant, diesen Bausatz überhaupt zu bauen, ich hatte ihn mir im Set mit dem russischen Alpha U-Boot gekauft. Allerdings haben mich die AEGIS-Kreuzer schon damals fasziniert, als ich eben diesen Bausatz noch in der Originalschachtel bei meinem Cousin auf dem Basteltisch sah. In diversen Foren wurde ich beim Lesen schon eindringlich vor diesem Bausatz "gewarnt" - aber die Versuchung war einfach zu groß.

Das Zubehör

Als Zubehör kam das Ätzteilset von WEM für 1/350 Ticonderoga-Klasse-Kreuzer zum Einsatz. Dieser umfangreiche Ätzteilsatz ist allerdings eher für die moderneren Einheiten der Klasse ausgelegt, daher kamen viele Teile nicht zum Einsatz. Von Veteran Models kam der SH-60 Seahwak, die Mk 45 5“ Geschütze (welche noch mit gedrehten Messingrohren von Master aufgewertet wurden), das Phalanx CIWS und der Mk 26 Standard Missile Launcher zum Einsatz. RHIB Beiboote von WEM, Abziehbilder und geätzte Schotten von Alliance Modelworks, Tamiya Besatzungsfiguren und eine Metallkette bildeten den Mix an Zubehörteilen.

Die Lektüre bestand aus dem Warship Pictorial 35: Ticonderoga Class Cruisers sowie einer ganzen Menge Fotos von Navysite.de, die die Yorktown im Naval Inactive Ship Maintenance Facility zeigen.

Der Bau

Da ich durch viele Bauberichte bereits vorgewarnt war und die besonders problemhaften Stellen bekannt waren, ging der Bau des Schiffes erstaunlich gut von der Hand. Spachtel- und Schleifarbeiten fielen natürlich am Rumpf und dem Übergang der Aufbauten zu eben diesem an, waren aber gut zu verschmerzen.

Umfangreiche Scratchbauten fielen am Bug an, da hier weder Anzahl noch Struktur der Verstrebungen am Schanzkleid stimmig waren. Dieser Bereich wurde also komplett neu aufgebaut. Der Hangar bekam ebenfalls eine komplette Einrichtung spendiert, da hier beim Bausatz gähnende Leere herrscht. Das Prewetting und System zur Reinigung der Oberflächen nach ABC-Angriffen wurde ebenfalls erweitert.

Die Takelung der Masten basiert auf reiner Fantasie, da aussagekräftige Bilder leider Mangelware sind und erfolgte mittels gezogenen Gussästen, die ich mit einem Räucherstäbchen spannte.

Die Bemalung erfolgte mit WEM-Farben, wobei ich zuerst den kompletten Bau abgeschlossen habe und mich auf die Maskierorgie eingelassen habe. Ein Baubericht findet sich hier:

http://www.modellboard.net/index.php?topic=41771.0

Als Fazit kann ich sagen, dass mir der Bau richtig schöne drei Monate Bastelspaß beschert hat. Trotz seines Alters und da es auch keine Alternative auf dem Markt gibt, ist es ein schöner Bausatz und Modell der kampfstärksten Lenkwaffenkreuzer der Welt.

André Middeldorf