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U-Boot Typ XXVIIB/B5 "Seehund" (Bronco Models, 1/35) von Michael Beduhn, Teil 1 Drucken
Donnerstag, 21. Juli 2011 um 07:00

Seehund

Mit dem Erscheinen des Seehundes / U-Boot Typ XXVIIB/B5 von Bronco (Art. Nr.: CB35053) im Ma├čstab 1:35 (siehe auch diese Bausatzbesprechung) ging ein schon l├Ąnger gehegter Wunsch in Erf├╝llung und er wurde umgehend beim H├Ąndler des Vertrauens erstanden.

Doch zuvor etwas Geschichtliches zu diesem interessanten U-Boot-Typ und zum Bausatz:

Der Seehund (Typ XXVII B, sp├Ąter "127") war eine Serie deutscher Kleinst-U-Boote mit zwei Mann Besatzung aus den letzten beiden Jahren des Zweiten Weltkriegs. Gebaut wurden 285 Seehunde, von denen rund 70 noch operativ eingesetzt wurden. Ich m├Âchte hier nicht zu ausf├╝hrlicher werden - im Internet gibt es genug nachzulesen; z.B.
http://de.wikipedia.org/wiki/Seehund_(U-Boot)
http://www.one35th.com/seehund/sh_develop.htm

Der Bausatz

Der ausreichend stabile Karton mit dem m.E. nach recht ansprechenden Bild beinhaltet vier Spritzrahmen in einem mittelgrauen Farbton sowie einem kleinen durchsichtigen f├╝r die Plexiglashaube und einen schwarzer Standfu├č. Dazu kommen ein Decalbogen und ein kleiner ├ätzteilsatz mit dem Typenschild f├╝r den St├Ąnder und Kleinteilen f├╝r die Torpedoz├╝nder.

Erg├Ąnzt wird das ganze durch eine ├╝bersichtliche 8-seitige Bauanleitung (mit einem kleinen Einleger f├╝r Korrekturen) und einem DIN-A4-gro├čen Blatt mit vier farbigen Optionen.

Der Seehund l├Ąsst sich in zwei Versionen bauen:

3x XXVIIB f├╝r die Boote Nr. 17, 075 und 329 mit Kortd├╝se sowie
1x XXVIIB5 mir normaler Schraube und Seitentanks

Mit den beiliegenden Decals lassen sich aber auch noch
U-5052 (Elefanten-Emblem)
U-5070 (rotes Herz)
U-5364 (Kleeblatt)
bauen; weiterhin sind 4x die Zahlen 0-9 enthalten zur Kennzeichnung weiterer Boote.

Die wenigen Auswerfermarken die mir bisher auffielen, liegen alle nach dem Zusammenbau im nicht sichtbaren Bereich.

Der Bausatz kam aber nicht sofort zur modellbauerischen Umsetzung. Wie fast immer trat danach bei mir das typische Krankheitsbild der Rechercheritis auf ÔÇô Modellbau hat f├╝r mich auch immer etwas mit Geschichte und Geschichten zu tun; es wurden alle m├Âglichen schon vorhandenen Quellen und auch das Internet durchw├╝hlt, um Material ├╝ber diesen U-Boot-Typ zu sammeln. In diesem Zusammenhang konnte ich auch noch ein Exemplar des Buches "Die Seehunde" von Klaus Mattes ergattern. Zusammen mit den Informationen aus diesem Buch ├╝ber den K-Verband 1945 in Ijmuiden und dem Erscheinen des Bausatzes "River Embankment SectionÔÇť von Miniart keimte so langsam die Idee, wie ein Seehund artgerecht pr├Ąsentiert werden k├Ânnte. So einfach sein Dasein auf einem simplen Sockel zu fristen und verstauben sollte er nicht und so kam es bisher zu dieser Umsetzung:

Das Modell

Die Grundlage zur Idee waren Fotos in "Die Seehunde" von Klaus Mattes, Fotos aus dem Library and Archives Canada (Foto 1, Foto 2, Foto 3) bzw. welche, die ich im Internet gefunden hatte (Foto 4, Foto 5, Foto 6). Die Bilder zeigen u.a. Lt.Gen. Foulkes vom Royal Canadian Regiment mit seinem Stab am 15. bzw. 25.05.1945 im St├╝tzpunkt Ijmuiden des K-Verbandes. Wie auf einem der Fotos zu sehen, konnten sich deutsche Soldaten frei im St├╝tzpunktbereich bewegen. Es gibt sogar ein Foto von der Wache des St├╝tzpunktes: zwei kanadische Soldaten und ein deutscher ÔÇô alle drei bewaffnet. Irgendwie war mein Interesse geweckt, zumal hier U-Boote au├čerhalb ihres eigentlichen Elements zu sehen sind.

Erste Schritte:
Das Erscheinen des Bausatzes ÔÇ×River-Embankment-SectionÔÇť von MiniArt war bei der Umsetzung meiner Idee sehr hilfreich; hier einige der Vacu-Teile:

Die ├ťberlegung, mein erstes Diorama mit zwei Blickebenen zu bauen (Seehund mit Fig├╝rchen auf Pflastersteinen erschien mir einfach zu simpel) f├╝hrte zur Beschaffung eines Wasserlinienmodells des Seehunds von Verlinden und dann zu diesem St├╝ck Kaimauer, auf welcher der Bronco-Seehund dann aufgebockt seine Sch├Ânheit zur Geltung bringen soll:

Grundlage f├╝r den Aufbau war ein Bilderrahmen eines Discounters f├╝r ganze 3,99 ÔéČ mit den Innenma├čen 20x42 cm. Zur Wasserdarstellung w├Ąhlte ich ein St├╝ck Seefolie von Faller. Die Wasserdarstellung mit Silikon oder andere in verschiedenen Foren schon beschriebene Methoden waren mir f├╝r dies kleine St├╝ck Hafenwasser zu aufwendig. Die hintere "Abst├╝tzung" der Vacu-Teile wurde aus Styrofoam-Mauerteilen aus dem Eisenbahnmaterial von Faller erstellt.

Die Grundierung des "Bauwerks" erfolgte mit "Chaos black" aus der Spr├╝hdose (von Games Workshop)

Einzelne Steine wurden dann mit dem Pinsel hervorgehoben; verwendet wurden dabei die Tamiya-Farben XF-9 Hull Red, XF-50 Field Blue und XF-63 German Grey - sieht schon etwas befremdlich aus, aber nach Trockenmalen mit XF-53 Neutral Grey und XF-54 Dark Sea Grey kam dies heraus:

Der Wasserrand wurde mit XF-2 White und XF-65 Field Grey trocken getupft. Auf eine gr├Â├čere Verschmutzung wurde bewusst verzichtet; die Seehunde lagen in Ijmuiden hinter der kl. Schleuse zum Nordseekanal und da gab es keine Tide!

Die seltsame Zeichnung auf dem Wasser war ├╝brigens ein Versuch auf dem Papier unter der Seefolie ein wenig Unterwasserschiff des Seehundes zu simulieren. Diese Idee habe ich allerdings sp├Ąter wieder verworfen - ebenso wie Versuche mit gr├╝nem, braunem, grauem und schwarzen Papier. Zur Verwendung kam das der Seefolie beigef├╝gte Papier und dabei die grau-braune Seite. Sie gibt m. E. nach das brackige Hafenwasser an der kleinen Schleuse von Ijmuiden ganz gut wieder. Die hellblaue Seite h├Ątte dann doch zu sehr nach Karibik und Badeurlaub ausgesehen...

Beim n├Ąchsten Schritt ging es dann um Holz - bisher im Modellbau von mir noch nicht verwendet. Dabei wurden kurze St├╝cke eines Buchenstabes (der sollte bei uns mal einen Ficus st├╝tzen) benutzt, die zun├Ąchst ordentlich mit einer Rei├čnadel zerkratzt und dann wieder mit Tamiyafarben behandelt wurden.

Der Spalt zwischen Mauer und Wasser wurde mit verd├╝nntem Wei├čleim (Uhucoll) aufgef├╝llt - hier noch nicht ganz trocken, es trocknet aber ganz klar aus.

...ach so - ein wenig Rost um die Eisenringe (Tamiya-Pigment) und nat├╝rlich M├Âwensch... durften auch nicht fehlen.Ich denke bisher war es ganz gut gelungen - im n├Ąchsten Teil geht es ├╝ber die Boote.

TEIL 2

Michael Beduhn aka Sparky