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JAG: Atomkreuzer USS Virginia CGN-38 1/700 Drucken
Sonntag, 29. März 2009 um 07:00

JAG: Atomkreuzer USS Virginia CGN-38 1/700

Modell: USS Virginia CGN-38 + Upgrade-Set
Hersteller: JAG Collective
Maßstab: 1/700
Material: Polyurethan/Resin
Art.Nr.: JAG 015
Preis: 67,20 ‚ā¨, Upgrade-Set 11,20 ‚ā¨ (NNT)

Das Original

 

Die vier Atom-Kreuzer der Virginia-Klasse entstanden aus dem sogenannten DXGN-Programm, aus dem urspr√ľnglich der Bau von noch mehr solcher Einheiten geplant war. Diese Schiffe hatten viel √Ąhnlichkeit mit denen der vorangegangenen California-Klasse , aus der sie praktisch hervorgegangen waren. Nach Fertigstellung der Arkansas waren diese Schiffe die vorerst letzten Atomkreuzer der U.S. Navy. Sehr hohe Baukosten sind der Grund daf√ľr, dass weitere Planungen auf diesem Gebiet wenig Chancen auf Realisierung hatten, darunter auch die Planung f√ľr die CGN-42-Nachfolger-Klasse, f√ľr die die Bauwerft in Newport News bereits einen Entwurfs-Auftrag hatte. CGN-42 selbst sollte zun√§chst die f√ľnfte Einheit der Virginia-Klasse werden, sp√§ter w√§re dieses Schiff als Leitschiff einer neuen, mit der AEGIS-Anlage ausgestatteten Klasse von Atomkreuzern geworden.

Die USS Virginia wurde im August 1972 auf Kiel gelegt und am 14. Dezember 1974 von Miss Virginia S. Warner, Tochter des fr√ľheren Marineministers, auf den Namen USS Virginia getauft. Noch in der Werft von DLGN-38 auf CGN-38 umklassifiziert, stellte Captain George W. Davis am 11. September 1986 den Kreuzer f√ľr die 2. Flotte in Dienst.¬†
Es folgte ein halbes Jahr an Einfahrprobefahrten im Bereich der amerikanischen Ostk√ľste und in der Karibik. Am 25. April 1977 ging das Schiff nach Portsmouth, um in der dortigen Norfolk NSY einem f√ľnfmonatigen post shake down repair unterzogen zu werden. Nach anschlie√üenden Tests beendete USS Virginia Ende 1977 die Einfahrzeit, verblieb jedoch vorerst in Gew√§ssern an der amerikanischen Ostk√ľste.
Im November folgten ASW-√úbungen vor der kanadischen Atlantik-K√ľste, im Dezember Schie√ü√ľbungen mit den Lenkwaffen in der Karibik. Anschlie√üend kehrte das Schiff ins heimatliche Norfolk zur√ľck.
Mitte Januar schlossen sich wieder lokale Operationen vor der K√ľste von Virginia an, weiter eine Fahrt in den Raum Florida, Antillen usw.
Am 23. August 1978 ging das Schiff erstmals nach √úbersee, und zwar zur Teilnahme am NATO-Man√∂ver Northern Wedding. Danach lie√ü sich das Schiff in Oslo, Rotterdam und im englischen Portsmouth bestaunen, am 12. Oktober 1978 traf es wieder in der Norfolk NB ein. November und Dezember des Jahres waren wieder mit Fahrten in die Karibik bzw. den Golf von Mexico ausgef√ľllt.
Erst 1979 begann USS Virginia ihren ersten Mittelmeer-Einsatz. Es folgte in den nächsten Jahren der routinemäßige Dienstbetrieb, also der ständige Wechsel vom Einsatz bei der 2. Flotte mit mehrmonatigen Dienstperioden bei der 6. Flotte im Mittelmeer.
Die Iran-Krise und der damit verbundene Bedarf an Schiffen im Indischen Ozean ver√§nderte den Routinebetrieb erheblich. Im Januar 1982 verlie√ü CGN-38 Virginia in einer nuklearen CVBG um CVN-69 Dwight D. Eisenhower (und DGN-37) die Ostk√ľste zu einem Einsatz im Indik, vorwiegend im Arabischen Meer. Es war dies die erste Kampfgruppe, die direkt von der 2. Flotte zu einer Einsatzperiode in den Indischen Ozean verlegt wurde.
Neben dem ersten Wechsel der Brennstäbe seit Fertigstellung stand der ROH im Zeichen von WIP, dem schon erwähnten Warfighting Improvement Plan, einem Programm, dem auch die anderen Einheiten der Klassen unterzogen wurden.
Konkret geschah dabei folgendes:
Die Lenkwaffenausr√ľstung "Standard" MR wurde zur Verwendbarkeit von SM-2 anstelle SM-1 Flugk√∂rpern ausger√ľstet, wof√ľr auch die Adaptierung der Leit-Einrichtungen notwendig war. SM-2 FK haben gr√∂√üere Reichweiten, schnellere Abschu√üfolge und brauchen nur in der Endphase des Flugs durch den Leitstrahl gelenkt werden. So k√∂nnen mehr Ziele in k√ľrzerer Zeit bek√§mpft werden. Die FK sind auch best√§ndiger gegen elektronische Abwehr.
Das Mk Weapon Direction System WDS wurde im Rahmen dieser Maßnahme durch Mk 14 ersetzt.
Die Leitanlage f√ľr die Artillerie, Mk 86 Mod 5 wurde in Adaptierung an Mk 14 bzw. SM-2 Lenkwaffen auf Mod 12 umger√ľstet, um auch weiterhin zur FK-Lenkung verwendet zu werden.
Die Computer wurden aufger√ľstet, die verbesserte Navigationsanlage WSN-5 installiert.
Besonders wichtig aber: Zwei Vierfachstarter f√ľr Tomahawk -Cruise Missiles wurden in Form von ABL am Heck aufgestellt, dies erh√∂hte die Kampfkraft besonders stark. Allerdings musste der Verlust der Landeplattform f√ľr Helikopter in Kauf genommen werden. Das Hangar-System war ohnehin seit geraumer Zeit au√üer Betrieb.
 
Technische Daten
Wasserverdrängung          11.260 ts
Abmessungen                  178,3 x 19,2 x 9 m
Antriebsanlage                 2 Atom-Reaktoren D2G, Getriebe-Turbinen
Leistung in PS                  60.000
Geschwindigkeit               + 30 kn
 
Bewaffnung
2  x 12,7 cm L/45 - Mk 45
1Starter Mk 26 Mod. 0 f√ľr Standard-SM-1-MR/ASROC vorn
1 Starter Mk 26 Mod 1 f√ľr SM-1-Standard MR achtern
2 Starter Mk 141 Harpoon
6 UTR - Mk 32
ab 1984 2 Vierfachstarter f√ľr Tomahawk -Cruise Missiles
2 x 20 mm-CIWS Mk 15 Phalanx
 

Der Bausatz

JAG aus USA ist ein Garant f√ľr hohe Qualit√§t, was sich nun auch in diesem Modell eines Atomkreuzers der U.S. Navy aus der Zeit des Kalten Krieges best√§tigt. In einer stabilen Pappr√∂hre kommen in Plastikt√ľten eingeschweisst und gut gesichert der in grauem Resin gegossene Rumpf, eine PE-Platine, ein Decal-Blatt, auf zwei Leisten gesockeltes Zubeh√∂r, in einen Tr√§gerfilm gegossene Gesch√ľtzt√ľrme und eine kleine T√ľte mit Plastik-Sheet f√ľr Masten und Plattformen zum Modellbauer.¬†Der Rumpf liegt plan und verwerfungsfrei in einem St√ľck vor, die Aufbauten sind schon mit angegossen. Feine Schanzkleider und die Basis der Mk 26-Starter, sowie im Bugbereich filigrane Ankerketten und Poller¬†sind ebenfalls schon angebracht. Meisterhafte Formentechnik insgesamt.
 
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Die Br√ľcke besitzt feine¬†Schanzkleider, sehr sch√∂n¬†ausgeformte Fenster, an den¬†komplett angeformten Aufbauten befinden sich Leitern, wasserdichte T√ľren, Plattformen und die markanten hornartigen Entl√ľftungssch√§chte. Bei meinem Bausatz ist das feine¬†Schanzkleid der Br√ľcke steuerbords etwas¬†gebrochen, was sich aber mit¬†Feinspachtel und Schleifen schnell reparieren l√§sst. Die pyramidenartigen¬†Radarmasten sind insgesamt sehr gut wiedergegeben.
 
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Auf zwei langen Guss√§sten gesockelt befinden sich die Teile f√ľr das SPS-48A Luft-Suchradar, Plattformen, die beiden Beleuchter f√ľr das SPG-51D Mess- und Leitradar, das SPG-60D-Feuerleitradar, die Gesch√ľtzrohre f√ľr die Mk 45, Teile f√ľr die beiden Doppelstarter Mk 26, das TACAN-Radom. Der untere Sockel enth√§lt die Davits, die Rettungsboote, vier Mast-Plattformen, die Raketen SM-1, die Launch Arms der Doppelstarter, sowie die Top-Plattform. Die st√∂renden Fischh√§ute lassen sich relativ leicht entfernen.
 

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Die beiden T√ľrme f√ľr die 127- mm-DP-Gesch√ľtze Mk 45¬† sind f√ľr den Ma√üstab gut wiedergegeben, ebenso die Rettungsinseln und das SPQ-9A-Radom f√ľr das Artillerie-Feuerleitradar. Beim Austrennen der Rahen sollte man sehr vorsichtig sein. Mit dem extra anzufordernden Upgrade-Set l√§sst sich der Bauzustand ab etwa 1985 darstellen. Allerdings fehlt hier eine Anleitung zur Positionierung der Plattform. Sehr sch√∂n detailliert sind die Vierfachstarter f√ľr die Tomahawks. Auch die Harpoon-Starter. Eine zus√§tzliche Plattform f√ľr die Mk 15 Phalanx und die SLQ-32 liegt ebenfalls bei.
 
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Die Fotoätzteile

Die PE-Platine misst 54mm x 30 mm und enth√§lt Heli-Netze, drei Schanzkleider, Niederg√§nge, Plattformen, die NTDS-Antenne, sowie das Teil f√ľr das SPS-40B Luftraum√ľberwachungsradar, das¬† allerdings bei GMM besser wiedergegeben wird.
 
JAG: Atomkreuzer USS Virginia CGN-38 1/700

 

Decals

Das Decal-Blatt ist sauber gedruckt, wie bei JAG nicht anders zu erwarten, und beinhaltet die vier verschiedenen Schiffskennungen der Virginia-Klasse, Warning Circles, Flaggen, sowie Markierungen f√ľr das Heli-Deck, die allerdings bei der modernisierten Version wegfallen.
 
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Die Anleitung

Die Montageanleitung besteht aus einem gro√üformatigen beidseitig bedruckten Blatt und beinhaltet auf der Vorderseite eine Teilebeschreibung, Geschichtliches und eine Zeichnung mit Seitenansicht und Draufsicht der Virginia-Klasse. Auf der R√ľckseite ist die Montageanweisung der Resin- und PE-Teile in Explosionsperspektive gehalten. Beschrieben sind weiterhin einzelne Arbeitsg√§nge zur Verarbeitung der beiliegenden Styrene-Teile, sowie ein Bemalungsplan. Allerdings fehlt eine Anleitung zur Montage des SPS-40B-Radars, so dass der Modellbauer hier angehalten ist, sich den Plan eines anderen Herstellers zu Rate zu ziehen.
 
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Fazit

√úberdurchschnittlich gute Gussqualit√§t, was allein schon der Rumpf mit bereits angegossenen Details best√§tigt. Bei den gesockelten Teilen sind allerdings Fischh√§ute vorhanden, was aber der Qualit√§t nicht abspricht. Die Montageanleitungen f√ľr das SPS-40B-Luftraum√ľberwachungsradar, sowie f√ľr das Upgrade-Set fehlen. Zwei Versionen baubar. Das Upgrade-Set erm√∂glicht den Bauzustand ab 1985. Nicht f√ľr Beginner, sondern f√ľr versierte Modellbauer gedacht, die sich auch M√ľhe in Form von Recherche und Investitionen in¬† Zur√ľstteilen¬†machen.

 

 
JAG: Atomkreuzer USS Virginia CGN-38 1/700 uneingeschränkt empfehlenswert
 
 
Jörg

Quellen

Stefan Terzibaschitsch Seemacht USA, Bechterm√ľnz Verlag 1997
Wilhelm M. Donko Die Atomkreuzer der US Navy, Bechterm√ľnz Verlag 1997