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McDonnell Demon F3H-2N 1/48 von Christian Bruer Drucken
Sonntag, 14. Oktober 2007 um 21:25


Das Original
Die Entstehung der Demon geht auf eine Ausschreibung der U.S. Navy aus dem Jahr 1949 zurĂŒck. Im Zuge der Ausschreibung wurde bei McDonnell ein neuartiges Konzept eines trĂ€gergestĂŒtzten dĂŒsengetriebenen Jagdflugzeuges mit gepfeilten TragflĂ€chen anfragte. Das von McDonnell ausgearbeitete Konzept sah ein einsitziges Flugzeug mit 45° nach hinten gepfeilten Trag- und SteuerflĂ€chen vor. Der Antrieb erfolgte durch ein Westinghouse J40 Turbine mit Nachbrenner. Die Bewaffnung bestand aus vier 20 mm-Kanonen, als Radar war ein APG-51 Radar vorgesehen. Der Erstflug fand am 07. August 1951 statt, bereits im MĂ€rz 1951 hat die U.S. Navy bei McDonnell 150 Maschinen in der Konfiguration F3H-1N als AllwetterjĂ€ger geordert. Bei der Erprobung der Maschinen stellten sich wiederholt Probleme ein und innerhalb weniger Wochen stĂŒrzten 11 Maschinen ab. Die U.S. U.S. Navy erteilte ein sofortiges Startverbot und stoppte die Produktion.

Bei der Untersuchung stellte sich das Westinghouse-Triebwerk als Problemstelle heraus. Um das Programm zu retten wurde beschlossen die Produktion auf das Allison J71-Triebwerk umzustellen. Die Änderungen zur Aufnahme des neuen Triebwerks waren jedoch vielfĂ€ltig und so dauerte es bis die Produktion wieder anlief. Die ersten Einheiten wurden ab 1956 mit dem Muster ausgerĂŒstet. Die Demon hatte eine vergleichsweise kurze Einsatzzeit, bereits 1964 wurden die Produktion nach 519 Einheiten eingestellt. Das lag vornehmlich daran, dass das Muster mit dem damals vorhandenen Triebwerk nie die Leistung erbrachte fĂŒr die es ausgelegt war. Heute gilt die Demon als das erste moderne strahlgetriebene Jagdflugzeug der U.S. Navy und sozusagen als der Urvater der F4 Phantom.


Das Modell
Die Demon von Grand Phoenix ist ein typischer Short Run Kit in vergleichsweise guter QualitĂ€t und Passgenauigkeit. Der Bausatz besteht aus Spritzgussteilen fĂŒr Rumpf, TragflĂ€chen und diverse Kleinteile sowie aus Resinteilen fĂŒr Cockpit, Fahrwerk incl. SchĂ€chten usw. Die Resinteile stammen aus dem Hause Aires, was fĂŒr sich selber spricht. ZusĂ€tzlich liegt dem Bausatz eine kleine Ätzteilplatine mit Teilen fĂŒr das Cockpit und fĂŒr die GrenzschichtzĂ€une bei. Die Decals stammen von Eagle Strike und sind ebenso wie die Resinteile erste Sahne. Neben den etwas dicken Klarsichteilen stört das Fehlen der FlĂŒgelpylonen samt Sidewinder-Raketen.



Aufgrund seines Materialmix ist der Bausatz nur fĂŒr den erfahrenen Modellbauer gedacht. Der Zusammenbau ist an der ein oder anderen Stelle kniffelig und jeder weitere Schritt sollte gut ĂŒberlegt sein. Spachteln und Schleifen hĂ€lt sich erfreulicherweise in Grenzen, was letztendlich von der QualitĂ€t des Bausatzes zeugt. Wenn erst einmal der Rumpf samt TragflĂ€chen montiert ist, zeigt sich auch, dass die Demon ein ganz schöner Brocken ist. Einen GrĂ¶ĂŸenvergleich mit der Phantom II braucht sie nicht zu scheuen.
Obwohl die Demon den typischen U.S. Navy Anstrich der frĂŒhen 60er Jahre aufweist, Oberseite FS36440 Light Gull Gray und Unterseite FS17875 White, gestaltete sich die Lackierung doch recht aufwendig. Es gab einige Stellen zu maskieren und es waren mehrere ArbeitsgĂ€nge erforderlich bis die Lackierung abgeschlossen war. Die Decals und eine markante Alterung der OberflĂ€che schlossen den Bau ab.



Fazit
Der Bau der Demon hat eine Menge Spaß bereitet. FĂŒr ein Kleinserienmodell weist der Bausatz eine erstaunlich gute Passgenauigkeit auf. Die Bauteile sind allesamt gut detailliert und stimmig. Die Nachbesserungen halten sich in Grenzen. Aufgrund der Materialvielfalt und KomplexitĂ€t des Bausatzes ist das Modell Einsteigern nicht zu empfehlen.


Bericht und Bilder von
Christian Bruer
VMF-06 „German Gamblers“, IG Waterline