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Einsatzgruppenversorger Berlin und Frankfurt am Main Drucken
Sonntag, 21. April 2019 um 05:00

Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main

Die drei Einsatzgruppenversorger (EGV) der Klasse 702 - Berlin (A 1411), Frankfurt am Main (A 1412) und Bonn (A 1413) - sind mit 173,7 m Länge über alles die größten Schiffe der Deutschen Marine und ermöglichen es, die Reichweite und Seeausdauer anderer Schiffe auf bis zu 45 Tage zu erweitern.

Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Versorgung mit Kraftstoffen für Schiffe und Hubschrauber (9000 m³ Schiffsdiesel und 600 m³ Flugkraftstoff können in den Tanks vorgehalten werden), aber auch die medizinische Versorgung. Die medizinische Versorgung kann weiterhin mit dem Marineeinsatzrettungszentrum (MERZ) erweitert werden. Dieses Modul kann man sich als Containerdorf aus 26 Containern vorstellen, welches auf dem Containerdeck des EGV eingerüstet wird. Alternativ stehen dort bis zu 78 20-Fuß-Container (12-26 Kühlcontainer), die von zwei Bordkränen mit 24 t Hebefähigkeit bedient werden. Die Schiffe verfügen allesamt über eine RAS-Station vor den Aufbauten, mit der die Versorgung anderer Schiffe querab erfolgt. Auf dem Mooring-Deck achtern steht eine weitere Versorgungsstation für das Heck-/Bugverfahren, welches vorrangig von kleineren Einheiten verwendet wird und auch nur die Versorgung mit Dieselkraftstoff zulässt. Die Versorgungsfähigkeit wird durch die Stationierung von bis zu zwei Helikoptern ergänzt, die im VERTREP-Verfahren Festgüter transportieren können. Die Helikopter werden zudem für Rettungseinsätze genutzt.

Berlin und Frankfurt am Main sind die Schiffe des ersten Loses, gebaut bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), während Bonn einige Jahre später ergänzend beschafft und von einem Konsortium aus FSG, TKMS, FLW und Peene-Werft gebaut wurde. Alle drei Schiffe gehören dem Trossgeschwader in Wilhelmshaven an.

Bonn hat vor allem im Inneren einige tiefgreifende Änderungen erfahren. Zum Beispiel wurden die mittelschnelllaufenden Motoren der ersten beiden Schiffe (MAN B&W 12V 32/40 mit 5,28 kW) hier durch schnelllaufende MTU-Aggregate ersetzt, die für das Fahrtprofil des Einsatzgruppenversorgers besser geeignet sind. Die Schiffsstruktur wurde aufgrund neu geltender Regelungen in den Tankbereichen in Doppelhüllen-Bauweise ausgeführt, sodass die Bonn die Vorgaben der MARPOL erfüllt. So sind auch keine Überraschungen zu erwarten, dass die Hafenbehörden die Einfahrt verweigert. Weiterhin wurden Räume zur Unterbringung eines Stabs vorgesehen. Die Bewaffnung der drei Schiffe geht nicht über die Selbstverteidigung hinaus.

Die kanadische Marine hat sich im Rahmen einer Ersatzbeschaffung der Protecteur-I Klasse für diesen Entwurf entschieden. Seaspan Marine Corporation hat mit dem Bau begonnen und im Februar 2019 den ersten Block strukturell fertiggestellt.

Hauptabmessungen
Länge über alles: 173,7 m
Breite: 24 m
Tiefgang: 7,6 m
Verdrängung: 20.950 t
Antrieb 1. Los: 2 MAN B&W 12V 32/40 (5,28 kW)
Antrieb 2. Los: 2 MTU 20V8000 M71R (7200 kW)
Geschwindigkeit: ca. 20 kn

Besatzung:
12 Offiziere
27 Portepéeoffiziere
49 Unteroffiziere
71 Mannschaften

Bewaffnung:
4 x MLG27
4 x sMG
6 x MG
2 Fliegerfauststände

Bisher gibt es von der Berlin-Klasse (Klasse 702) nur einen Kartonmodellbaubogen im Maßstab 1/250.

Hier Fotos der Frankfurt am Main, die im Juni 2018 vor Heikendorf aufgenommen wurden:

Link zur Bildergalerie Frankfurt am Main 2018

 

Weitere Fotos der Frankfurt am Main, die im Juni 2018 während der Kieler Woche an Bord gemacht wurden:

Link zur Bildergalerie Frankfurt am Main (an Bord)

 

Dazu noch einige Fotos der Berlin während der Kieler Woche 2016:

Link zur Bildergalerie Berlin 2016

 

Sowie der Berlin im März 2018 im Trockendock in Hamburg:

Link zur Bildergalerie Berlin 2018

 

Manuel Rosada (Text, Fotos), Falk Pletscher (Fotos), Lars (Fotos)