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Five Star Model: chinesisches Patrouillenboot der Shanghai-Klasse (Typ 062) (1/350) Drucken
Donnerstag, 28. Juni 2018 um 05:00

Typ 62 Shanghai-Klasse Deckelbild

Modell: Plan 62 Type (Shangahi Class) Fast Patrol Boat
Hersteller: Five Star Model
Maßstab: 1/350
Material: Resin, Ätzteile, Messingrohre
Art.Nr.: FS360001
Preis: ca. 35 € (bei NNT)

Das Original

Nach dem Bau von einigen kleinen Wachbooten, ging die Volksrepublik China daran, größere Patrouillenboote zu entwickeln, die sie für den Schutz ihrer langen Küsten benötigte. Gefragt war daher ein einfacher Entwurf, der schnell und billig zu bauen war. Diese im Westen als Shanghai-Klasse bezeichneten Boote vom Typ 062 hatten für ihre Größe eine relativ starke Bewaffnung. Sie waren zwar nicht wirklich hochseetauglich, aber für den Einsatz im Küstenvorfeld geeignet.

Nach einigen Prototypen, die von verschiedenen Werften entwickelt wurden, gingen die ersten Boote in Serie. Sie waren aber offenbar noch nicht zufriedenstellend, denn von diesen, im Westen als Shanghai I-Klasse bezeichneten, Booten wurden zwischen 1952 und 1962 nur ca. 25 Stück gebaut. Ein großer Teil davon wurde an Nordkorea abgegeben oder gestrichen. Erst ein etwas vergrößerter, im Westen als Shanghai II-Klasse bezeichneter, Entwurf wurde dann zwischen 1960 und 1975 in großer Stückzahl gebaut. Es ist von ca. 300 Booten die Rede. Dabei soll es sich um fünf Versionen mit leicht variierenden Brückenformen gehandelt haben. Die westlichen Bezeichnungen sind hier eher unklar und uneinheitlich. Teilweise wird der gesamte Typ 062 auch in fünf Klassen (Shanghai I bis V) unterteilt. Teilweise wird eine leicht vergrößerte Version (Typ 062/1G) die von 1970 bis 1995 gebaut worden sein soll, als Shanghai III Klasse bezeichnet, teilweise aber auch als Haizhui-Klasse. Etliche Boote wurden auch an andere Marinen abgegeben. Bei der Marine der Volksrepublik China waren die Boote der Shanghai II-Klasse bis über das Jahr 2010 hinaus noch vereinzelt im Einsatz, der Nachfolgetyp 062/1G ist dies heute noch.

Technische Daten:

Verdrängung: 120/150 ts
Länge: 38,8 m ü.a.
Breite: 5,4 m
Tiefgang: 1,7 m
Fahrbereich: 800 sm bei 18 kn
Besatzung: 25 Mann
Antrieb: 2 Dieselmotoren mit je 883 kW und 2 Dieselmotoren mit je 910 kW, 4 Wellen
Bewaffnung: 4 – 37 mm Flak L/63 in Doppellafetten,
4 – 25 mm Flak L/70 in Doppellafetten,
8 Wasserbomben,
Zuladung von 10 Minen möglich.
2 – 75 mm rückstoßfreie Kanonen in Doppellatte (bei einigen der frühen Boote auf der Back))
2 – RBU 1200 U-Jagd-Raketenwerfer (bei einigen der späteren Boote auf der Back)
Elektronik: Seeraumüberwachung- und Navigationsradar (Skinhead, später Pothead)
IFF (Highpole)
VDS (vereinzelt)

Der Bausatz

… ist der erste komplette Bausatz in 1/350 des für seine Nachrüstsätze bekannten Herstellers. Er besteht aus dem Resin-Rumpf mit angegossenem Brückenbau,

knapp 30 weiteren Resinteilen,

gedrehten Geschützrohren für die Geschütze

und einer sehr umfangreichen Platine mit Ätzteilen.

Zusätzlich benötigt man noch (im Bausatz nicht vorhanden) einige Plastik-Rundstücke und Messingdraht für die Schraubenwellen, ein Abgasrohr, einen Teil des Mastes und verschiedene weitere Teile.

Abziehbilder sind auch keine vorhanden, obwohl diese Boote Rumpfkennungen führten.

Die Anleitung

Die Bauanleitung ist mit vier Seiten recht umfangreich.

Die Fotos sind zwar sehr groß, zeigen aber nicht immer, wie einzelne Ätzteile zu falten sind. Sie täuschen auch darüber hinweg, dass einige Teile sehr klein sind. Wo Plastik-Rundmaterial oder Messingdraht benötigt wird, gibt die Bauanleitung zwar den Durchmesser an, nicht aber die Länge.

Bemalungshinweise fehlen gänzlich. Anfangs hatten diese Boote einen dunklen Anstrich.

Später war der Anstrich oft sehr hell.

Die Schlingerkiele sollen stumpf an den Rumpf geklebt werden. Hier wäre eine Nut für besseren Halt sinnvoll gewesen. Man sollte sie daher selbst eingravieren. Es sind aber nicht einmal Markierungen vorhanden, die zeigen, wo die Schlingerkiele hingehören.

Quellen

  • Siegfried Breyer und Jürg Meister: Die Marine der Volksrepublik China
  • Conway’s All the World’s Fighting Ships 1947-1995
  • Jane’s Fighting Ships 1970/71
  • Jane’s Fighting Ships 2010-2011
  • Combat Fleets of the World 1990/1991
  • Combat Fleets of the World 2000-2001
  • Weyer’s Flotten-Taschenbuch 2013/14
  • wikipedia.org

Fazit

Die Abbildungen am Ende der Bauanleitung zeigen, dass man aus diesem Bausatz ein kleines aber feines Modell bauen kann. Die Bauanleitung lässt aber auch erahnen, was einen dabei erwartet. Für Einsteiger ist dieser Bausatz sicherlich nicht geeignet. Die oben aufgeführten Schwächen führen außerdem zu einem Punktabzug.

alt empfehlenswert


Falk Pletscher