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Regia Marina: italienische U-Boote der Toti-Klasse (1/700) Drucken
Freitag, 18. Mai 2018 um 05:00

Toti-Klasse Deckelbild

Modell: Sommergibili classe Toti
Hersteller: Regia Marina
Maßstab: 1/700
Material: Resin, Fotoätzteile, Abziehbilder
Art.Nr.: RM054
Preis: 12 €

Das Original

Die U-Boote der Enrico Toti-Klasse waren die ersten, die nach dem Zweiten Weltkrieg für die italienische Marine gebaut wurden. Die italienische Marine hatte zwei Boote aus dem Zweiten Weltkrieg im Dienst behalten und ein unfertiges fertig gestellt. Dazu kamen noch neun frühere U-Boote der Gato-, Balao-, und Tang-Klasse der US Navy, die zwischen 1954-1974 bei der italienischen Marine in Dienst gestellt wurden. In den 1950er wurde eine neue Klasse von kleinen Jagd-U-Booten für den Einsatz in küstennahen Regionen geplant, was zur Enrico Toti-Klasse führte.

Die U-Boote hatten einen stromlinienförmigen Rumpf und einen Antrieb über eine Schraube. Anfangs wurde eine Mischung aus Anti-Schiffs- und U-Jagd-Torpedos mitgeführt. Diese waren Weiterentwicklungen des deutschen G7e-Torpedos aus dem Zweiten Weltkrieg: der G6e als Anti-Schiffstorpedo und der G62ef CANGURO als U-Jagd-Torpedo. Letzterer bestand aus einer drahtgelengten 53,3 cm-Einheit, die einen 32,4 cm Mk 44-U-Jagd-Torpedo freisetzte. Später wurden stattdessen A-184 Mehrzwecktorpedos mitgeführt. In den 1970ern wurden die Boote modernisiert, wobei sie passive Sonarsensoren, die nach oben aus dem Rumpf ragten, nachgerüstet wurden.

Die Enrico Toti-Klasse war 46,2 m lang, 4,8 m breit und verdrängten 533 t (aufgetaucht) bzw. 591 t (getaucht). Der Antrieb war diesel-elektrisch und bestand aus zwei Dieseln und einem (unter Wasser batteriebetriebenen) Elektromotor mit 2200 PS, womit 9,5 kn über Wasser und 15 kn unter Wasser erreicht wurden. Die Besatzung bestand aus 26 Angehörigen. Die Bewaffnung setzte sich aus vier 53,3 cm-Torpedorohren zusammen, für die acht Torpedos mitgeführt wurden.

1965-68 wurden bei Cantieri Riuniti dell'Adriatico in Monfalcone vier Boote der Klasse gebaut: Attilio Bagnolini (S 505), Enrico Toti (S 506), Enrico Dandolo (S 513) und Lazzaro Mocenigo (S 514). Diese dienten bei der 2º Gruppo Sommergibili in Augusta. In den 1990ern wurden sie nur noch als Schulboote verwendet und 1991-97 außer Dienst gestellt. Enrico Toti ist heute ein Museumsschiff im Museo nazionale della scienza e della tecnologia Leonardo da Vinci di Milano (Technikmuseum in Mailand), während die Enrico Dandolo im Arsenal in Venedig ausgestellt wird (was aber nur selten für die Öffentlichkeit geöffnet ist). Die beiden anderen Boote liegen noch in Augusta und sollen eventuell auch als Museumsschiffe dienen.

Der Bausatz

Regia Marina hat dieses Jahr vier Versionen der Enrico Toti-Klasse im Maßstab 1/700 herausgebracht: eine frühe und späte Version jeweils als Wasserlinien- und als Vollrumpfmodell. Es gibt auch Bausätze im Maßstab 1/350 und zwar eine Vollrumpf- und eine Wasserlinienvariante.

Hier wird die späte Version als Wasserlinienmodell besprochen. Der Rumpf ist von der Form und den Details gut wieder gegeben. Der Handlauf am Turm ist angegossen, was bei dem Maßstab wohl die beste Lösung ist. Die Gitteröffnung darunter sind nur als vertiefte Vierecke dargestellt, was im Maßstab auch ok sein dürfte. Der Guss ist im Bereich der Wasserlinie nicht ganz perfekt und etwas Nacharbeit dürfte anfallen.

Beeindruckend ist der Guss der passiven Sensoren - die allerdings sehr vorsichtig gehandhabt werden sollten, da sie leicht abbrechen. Alternativ liegen diese Teile als Fotoätzteile bei (siehe unten).

Die Fotoätzteile

Der Bausatz enthält eine kleine Platine mit Fotoätzteilen, die neben den schon erwähnten passiven Sensoren, die Heckflosse und Teile für die Detaillierung des Turms, insbesondere die Ausfahrgeräte, umfasst. Die Ausfahrgeräte sind so natürlich nur zweidimensional, womit man entweder leben muss oder die Teile selbst herstellen muss. Auch die Heckflosse konnte zu zweidimensional sein. Wenn man das Wasserlinienmodell nicht auf einer Wasserfläche befestigt, muss man überlegen, wie man die Heckflosse am Modell befestigt - da sie beim Original an dem Teil des Rumpfs befestigt war, der auch im aufgetauchten Zustand unter Wasser war.

Die Abziehbilder

Der Abziehbilderbogen umfasst die Kennnummern für alle vier Boote der Klasse. Auf den Originalen sind mir außer den Kennnummern am Turm noch noch die Ahminge (Tiefgangsmarken) aufgefallen, die auf dem Bogen aber fehlen.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst kurze Angaben über die Originale auf Italienisch, während die Hinweise zum Zusammenbau sowohl in Englisch als auch Italienisch verfasst sind. Auf einer Seitenansicht und Aufsicht sind die Positionen der Fotoätzteile markiert, während auf einem Foto des Modells die Farbangaben und die Positionen der Abziehbilder markiert sind. Die Farbangaben beziehen sich auf Humbrol und Tamiya.

Die Quellen

Fazit

Der Bausatz der Toti-Klasse von Regia Marine ist eine gute Ergänzung der Flotte der kleinen europäischen Diesel-U-Boote des Kalten Kriegs. Die Detaillierung des Modells ist gut und auch fast komplett. Der Guss ist im Bereich des Bugs und der Wasserlinie zumindest bei meinem Exemplar nicht perfekt und auch die Ausführung der Ausfuhrgeräte als zweidimensionale Fotoätzteile ist nicht optimal. Insgesamt ist der Bausatz

alt empfehlenswert

Lars