Modellsuche

Suchen


Fujimi: japanisches Schlachtschiff Yamato (1/700) Drucken
Dienstag, 25. April 2017 um 05:00

Schlachtschiff Yamato: Deckelbild

Modell: Japanese Navy Battleship Yamato
Hersteller: Fujimi
Maßstab: 1/700
Material: Spritzguss, Aufkleber
Art.Nr.: 460000
Preis: 24,93 € / 3040 ¥ (bei HLJ.com)

Das Original

Das japanische Schlachtschiff Yamato (大和) war das Typschiff der aus fünf Schiffen bestehenden Yamato-Klasse. Davon wurden allerdings nur die Yamato und Musashi als Schlachtschiff in Dienst gestellt. Das dritte Schiff, die Shinano wurde als Flugzeugträger fertig gestellt. Das vierte Schiff wurde noch während des Baues wieder abgebrochen. Vom fünften Schiff wurde der Auftrag wieder zurück genommen.

Entstanden ist die Yamato-Klasse in den 1930er Jahren nachdem Japan das Washingtoner Flottenabkommen aufkündigte und aus dem Völkerbund ausgetreten war. Man sah in die USA einen zukünftigen Gegner und da man nicht deren zahlenmäßige Überlegenheit bei Schlachtschiffen ausgleichen konnte, wollte man ein Schiff bauen, welches mit mehreren gegnerischen Schlachtschiffen aufnehmen konnte. Als Überlegung kam hinzu, dass die USA durch die Notwendigkeit der Benutzung des Panamakanales gezwungen war, eine bestimmte Schiffbreite nicht zu überschreiten. Von daher nahm man an, dass die USA nicht in der Lage wäre, ein Schiff mit einen ähnlichen Kaliber oder größeren zu bauen. Allerdings bestand von Anfang an Uneinigkeit darüber, ob neue Schlachtschiffe noch zeitgemäß wären und ob man nicht eher Flugzeugträger bauen sollte.

Bei der Yamato-Klasse entschied man sich für ein Hauptkaliber von 46 cm. Dies ist das schwerste verbaute Geschütz auf einem Kriegsschiff. Die Panzerung war dafür ausgelegt, diese Kaliber auszuhalten. Aus den besagten Gründen rechnete man nicht mit einen Schiff mit einem größer Kaliber. Den Bau wollte man geheim halten, was aber einen Schiff dieser Größe schwer gelingen kann. Entsprechend wurden die neuen Schiffe mit einer Verdrängung von 35.000 ts und die Bewaffnung mit 40 cm angegeben. Die Baukosten wurden ebenfalls verschleiert und zum Beispiel wurden 16 Otori-Klasse Schiffe finanziert, aber nur acht Stück gebaut. Die Geheimhaltung funktionierte so gut, dass die USA erst nach dem Krieg die wahre Größe und die Bewaffnung herausfanden. Allerdings waren beide Schlachtschiffe nie in einen Kampf mit anderen Schlachtschiffen verwickelt und wurden durch eine große Anzahl von Trägerflugzeugen versenkt.

Die Yamato wurde 1937 in der Marinewerft in Kure auf Kiel gelegt. Der Stapellauf fand am 8. August 1940 statt. Die Indienststellung fand am 16.Dezember 1941 statt und die Yamato wurde das Flaggschiff der Kombinierten Flotte unter Admiral Isoroku Yamamoto. Den ersten Einsatz hatte die Yamato bei Schlacht von Midway. Die Schlachtschiffgruppe war aber zu weit entfernt, um am Verlauf der Schlacht teilnehmen zu können. Nach dem katastrophalen Ausgang für die Japaner, kehrte die Yamato zur Werft in Kure zurück. Danach lag die Yamato ein Jahr lang bei den Truk Inseln. Am 11.Februar 1943 wurde das Schwesterschiff, die Musashi, das neue Flaggschiff. Es folgte ein weiteres ereignisarmes Jahr. Die Yamato erhielt unter anderem wären der Zeit eine verstärkte Flakbewaffnung. Sie wurde in der Zeit auch als Truppentransporten eingesetzt. Dabei erhielt es einen Torpedotreffer von einem amerikanischen U-Boot. Der Schaden konnte allerdings notdürftig repariert werden und in der Werft in Kure vollständig ausgebessert werden. Nach der ereignislosen Teilnahme an der Schlacht in der Philippinen See nahm die Yamato mit ihren Schwesterschiff an der Schlacht von Leyte teil. Für den Durchbruch bei Nacht durch die San Bernadino Straße erhielt es ein schwarz gestrichenes Holzdeck. Bei der Schlacht erzielte die Yamato die einzigen Treffer auf einen gegnerischen Schiff, den Geleitflugzeugträger USS Gambier Bay. Aufgrund von den heldenhaften, oder verzweifelten Gegenwehr der amerikanischen völlig unterlegenen Kräften und der Annahme von stärkeren Feindkräften zog sich die Yamato mit den Begleitschiffen zurück. Die letzte große Offensivaktion der japanischen Marine kostete neben vier Flugzeugträgern, zehn Kreuzern auch die Musashi. Die Yamato konnte fast unbeschädigt nach Kure zurück kehren. Dort wurde erneut die Flakbewaffnung verbessert. Wie die anderen verbliebenden Großkampfschiffe blieb die Yamato in japanischen Gewässern. Nachdem die Invasion der Insel Okinawa Anfang 1945 drohte, ersah man den Plan diese mit der Yamato zu behindern. Im Ideallfall sollte die Yamato den feindlichen Flottenverband direkt angreifen. Im wahrscheinlichsten Fall sollte sie vor Okinawa auf Grund gesetzt werden, um als Artilleriestellung zu dienen. Aber zumindest würden sie so viele Flugzeuge auf sich ziehen, damit die Kamikazeflieger ungehindert die Landungsflotte angreifen können. Mit dem Leichten Kreuzer Yahagi und acht Zerstörern sollte die Yamato am 6. April 1945 auslaufen. Entgegen dem Befehl erhielten alle Schiffe fast den gesamten Treibstoff des Hafens. Eine Rückkehr nach Japan wäre dennoch unwahrscheinlich gewesen. Am Morgen des 7. Aprils wurde die Flotte von amerikanischen Aufklärern entdeckt. Die Task Force 54 mit mehreren Schlachtschiffen wurde dem japanischen Verband entgegen geschickt. Allerdings startete die Task Force 58 ohne konkreten Befehl mit dem Angriff von etwa 400 Trägerflugzeugen von acht Flugzeugträgern aus. Gegen der Mittagszeit erreichten diese den Verband und begannen mit dem Angriff. Um 14:02 Uhr wurde der Befehl zum Verlassen der Yamato gegeben. Sie wurde von mindestens elf Torpedos und sechs Bomben getroffen und war manövrierunfähig. Beim Sinken kenterte die Yamato und explodierte schließlich. Von der Besatzung von 3.332 Mann gingen 3055 mit ihr unter.

Technische Daten:
Länge über alles: 263 m
Breite über alles: 38,9 m
Tiefgang: 11 m
Verdrängung: 65.027 – 71.659 ts
Besatzung: 2.500 – 2.800 Mann
Antrieb: 12 Dampfkessel - 4 Turbinen - 4 Schiffsschrauben (Gesamtleistung 150.000 PS)

Bewaffnung 1941
9 x 46 cm L/46 Typ 94 (drei Drillingstürme)
12 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (vier Drillingstürme)
12 x 12,7 cm L/40 Typ 89 (sechs Zwillingslafetten)
24 x 25 mm Typ 96 (acht Drillingslafetten)
4 x 13,2 mm Typ 93 (zwei Zwillingslafetten)

Bewaffnung 1945
9 x 46 cm L/46 Typ 94 (drei Drillingstürme)
6 x 15,5 cm L/60 Typ 3 (zwei Drillingstürme)
24 x 12,7 cm L/40 Typ 89 (zwölf Zwillingslafetten)
162 x 25 mm Typ 96 (52 Drillingslafetten, sechs Einzellafetten)
4 x 13,2 mm Typ 93 (zwei Zwillingslafetten)

Der Bausatz

Der Bausatz ist der Erste der neuen „NEXT“ Reihe von Fujimi. Dort versucht Fujimi einerseits der aktuelle Stand im Plastikspritzguß, Stichwort „slidemold“ (bewegliche Formen), und andererseits einfacher klebeloser Zusammenbau zu vereinen. Zu dem einfachen Zusammenbau gehört auch ein mehrfarbiger Kunststoffspritzlinge und Aufkleber statt Abziehbilder. Dies schreckt vielleicht den einen oder anderen Modellbauer ab, aber schauen wir erst mal.

In roten Kunststoff ist der lose beiliegende Unterwasserrumpf enthalten. Ein alternativer Wasserlinienrumpf liegt allerdings nicht bei.

Spritzling „A“ enthält beide Rumpfhälften. Diese enthalten schon Details wie die Bootsdavits, Ersatzanker oder die Entmagnetisierungskabel. Die Details sind soweit gut.

Das Rumpfmittelstück ist am Spritzling „C“ enthalten ebenso wie das Oberteil von Turm „Anton“ und mehrere Geschützplattformen. Etwas herausstechen tun die Anker, diese sind etwas dicker als gewohnt, da gibt es aber auch Ersatz mit Ätzteilen. Das beiliegende Typ 22 Radar ist wiederum super fein gegossen.

Spritzling „D“ ist in einem Beigeton gespritzt und enthält das Holzdeck und die vier Schiffsschrauben. Dadurch, dass man dieses Deck aufstecken kann, erleichtert es natürlich die Bemalung, da nur wenige Details auf dem Holzdeck sind, die eine andere Farbe erhalten.

Am Spritzling „E“ sind weitere Unterwasserschiffteile enthalten wie die Ruder und Wellen der Schiffschrauben. Die Teile sind ebenfalls rot.

Das Schornsteingitter ist am Spritzling „F“ enthalten und ist schon in schwarzer Farbe.

Dreimal enthalten ist der Spritzling „G“. An diesen sind je 26 einzelne Munitionskisten enthalten.

Ebenso dreimal enthalten ist der Spritzling „H“. Dieser enthält die leichte Flakbewaffnung mit 25 Drillingslaffeten in geschützter und ungeschützter Ausführung. Diese entsprechend in etwas der Qualität von normalen Fujimi-Bausätzen, vielleicht einen Tick feiner.

Der Spritzling „J“ ist ebenso dreimal vorhanden. Dieser enthält die 46 cm-Türme und die 12,7 cm-Flak Geschütze ebenfalls in geschützter und ungeschützter Variante. Die 46 cm-Rohre sind offen gespritzt und das Turmoberteil hat Details auf allen fünf Außenseiten. Die Turmoberseiten haben alle zwei Bohrungen für eine anzubringende Flakplattform. Da Turm „Anton“ diese nicht hatte, liegt diese extra bei. Die Rohrhosen (Blastbags) sind schon an den Rohren mit enthalten.

Am zweimal vorhandenen Spritzling „K“ sind die Türme mit der Sekundärartillerie enthalten. Die Rohre sind schon mit angespritzt, von daher ist eine andere Rohrstellung so ohne weiteres nicht möglich. Sehr schön sind die einzelnen Schlauchtrommeln und die Scheinwerfer. Die Beiboote haben allerdings viel zu schwach angedeutete Sitzbänke.

Mehrere Geschützplattformen sind auf dem Spritzling „M“ enthalten.

Wieder doppelt vorhanden ist der Spritzling „N“. Dieser enthält für den fortgeschrittenen Modellbauer ein paar Kleinteile, die anzukleben sind, wie vier 25 mm-Einzellafetten oder Teile für den Hauptmast.

Die Bordflugzeuge sind auf den grünen Spritzling „P“ enthalten. Es ist einmal eine Aichi E13A und eine Mitsubishi F1M. Die Flugzeuge haben auf der Unterseite große Löcher um die Schwimmer anstecken zu können. Deswegen hat die E13A leider Sinkstellen auf der Oberseite. Dies ist sicherlich einer der Schwachpunktes des Bausatzes und die Flugzeuge bedürfen eines Ersatzes.

Am doppelt vorhandenen Spritzling „Q“ ist die Auflage für den Schiffsrumpf enthalten. Zur Abwechslung ist dieser in schwarz gehalten.

Der Spritzling „R“ enthält das Flugdeck und den Bugbereich. Dieser verfügt über eine der besten angegossenen Ankerkette, die ich bisher gesehen habe.

Am Spritzling „S“ sind mehrere Brückenteile, der Schornstein und der Mast enthalten. Der Schornstein hat feine Details und der Entfernungsmesser hat zwar ein angegossenes Typ 21 Radar, aber besser ist es in Spritzguss nicht möglich. Nur das Typ 13 Radar am Mast ist so als solches nur schwer zu erkennen.

Weitere Aufbauten sind am Spritzling „T“ enthalten. Die Form der Teile ist komplex, entsprechend handelt es sich hier um einen slidemold-Spritzling.

Der eigentliche Ständer für den Rumpf befindet sich am Spritzling „U“ und ist aus schwarzem Kunststoff. Für die Auflage für den Schiffsrumpf muss allerdings die Teile vom Spritzling „Q“ nehmen.

Auch ein slidemold-Spritzling ist „V“ mit dem Hauptaufbau. An diesen werden diverse Geschützplattformen und die Brück angesteckt. Die Form ist komplexer, Fujimi hat es aber geschafft ringsum für Details zu sorgen.

Und zum Schluß liegt noch eine Pinzette bei. Sicherlich ganz nett gedacht, aber da hat jeder Modellbauer etwas Besseres daheim.

Der Bausatz entspricht von der Ausführung her der Yamato, wie diese am Unternehmen Ten-Go teilnahm. Allerdings hatte die Yamato seit der Schlacht von Leyte ein geschwärztes Holzdeck. Darauf wird in der Anleitung nicht eingegangen, im Gegenteil, das beiliegende Deck hat ja eine Holzfarbe. Auch wird zwar in der Anleitung auf die 25 mm-Einzelflak hingewiesen, nicht aber wo diese hingehören. Je zwei waren steuer- und backbord zwischen Turm „Anton“ und „Berta“ platziert. Der zugehörige Sandsackschutz fehlt dafür, ebenso wie für die anderen Flakstellungen. Zwei weitere waren am Heck am Ende der Katapulte platziert. Dafür fehlen aber im Bausatz zwei weitere Flaks. Dies sind allerdings Punkte, die man leicht beheben kann.

Der erste Probebau ergab eine gute Passgenauigkeit, wenn es sich auch zeigte, dass hier und da etwas Kleber helfen könnte. Die Steckverbindungen sind so ausgelegt, dass diese relativ stark halten. Da hoffe ich, ich bekomme den Bausatz wieder auseinander genommen. Ein Bau mit dem Zubehörset von Tetra Model Works ist bei mir fest eingeplant.

Aufkleber

Dem Bausatz liegen keine Abziehbilder bei, nicht mal alternativ. Es ist nur ein Bogen mit Aufklebern enthalten. Dieser ist allerdings recht umfangreich und hat z.B. neben den Flaggen die Blastbags oder die Linoleumstreifen für das Schiffsdeck. Allerdings ist dies für den normalen Modellbauer keine Alternative und er muss selber für Ersatz sorgen.

Die Anleitung

Die Anleitung umfasst eine Übersicht über die Teile und die Anleitung für den Zusammenbau. Diese ist anfangs farbig und wird dann auf der Rückseite schwarz-weiß. Nichts destro trotz ist diese sehr übersichtlich und zeigt auch Zwischenschritte. Zum Schluss kommt noch ein kleiner Abschnitt für den erfahrenden Modellbauer, wo einige Teile ergänzt werden, die geklebt werden müssen. Eine Bemalanleitung gibt es nicht, da der Bausatz schon mehrfarbig ist. Es gibt aber eine zweiseitige Farbansicht. Da die Yamato die Heimatwerft in Kure hatte, kann der Modellbauer ein Kure Grau seiner Wahl nehmen. Zusätzlich kann man sich für die Details an den Aufkleber orientieren. Diese geben die Farbe dann vor. Nur wie erwähnt war das Holzdeck geschwärzt.

Fazit

Das Fazit ist nicht einfach für mich. Einerseits bin ich vom Konzept des leichten Zusammenbaues überzeugt. Soll es doch auch den dringend gesuchten Nachwuchs an das Thema ranführen. Dies hindert ja nicht den fortgeschrittenen Modellbauer daran Farbe und Kleber zu verwenden. Durch die Möglichkeit die Teile kleberlos zusammen zu fügen, ist natürlich die Gefahr von Kleberesten minimiert und es erspart hier und da Abklebearbeiten. Allerdings führt dies dazu, dass unnötig große Fügestelle entstehen, wie bei den Schwimmern für die Flugzeuge zum Beispiel. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Ätzteilsets von Fujimi selber, aber auch von Flyhawk und Tetra Model Works neben den unzähligen allgemeinen Zurüstsets. Mit diesen lässt sich ein sehr schönes Modell bauen, je nach den eigenen Ansprüchen, die sich der Modellbauer stellt. Allerdings ist der eigene Anspruch von Fujimi mit den besseren Details gegenüber der normalen Waterline Serie höher. Dies bekommen allerdings Flyhawk oder Pit-Road mit ihrer NEO Serie besser hin.

Ich gebe dennoch nur Abzüge für die fehlenden Abziehbildern, den Flugzeugen und einigen nicht korrekten Details.

alt empfehlenswert

Christian Höltge

Wir danken Fujimi für das Bausatzmuster