Modellsuche

Suchen


Italienischer Schwerer Kreuzer Pola (1/400, Tauro Model) von Andreas Martin Drucken
Dienstag, 29. März 2016 um 05:00

 

29.03.1941 - 75 Jahre Schlacht bei Kap Metapan

 

Heute vor 75 Jahren, am 29. M√§rz 1941, sank der italienische Schwere Kreuzer Pola (siehe Jahrestage auf Modellmarine). Die italienische Marine war mit einem Schlachtschiff, sechs Schweren Kreuzern, zwei Leichten Kreuzern und 13 Zerst√∂rern im Rahmen der Operation Gaudo ins √∂stliche Mittelmeer vorgesto√üen. S√ľdlich von Kreta traf sie auf eine britische Verband aus einem Flugzeugtr√§ger, drei Schlachtschiffen, sieben Leichten Kreuzern und 16 Zerst√∂rern. Die italienische Flotte brach die Operation nach einem Torpedotreffer auf dem Schlachtschiff Vittorio Veneto durch einem Torpedobomber des Tr√§gers HMS Formidable ab. Beim R√ľckzug wurde auch der Schwere Kreuzer Pola torpediert und blieb zur√ľck. Die beiden zu ihrer Sicherung abgeordneten Schweren Kreuzer Zara und Fiume und vier Zerst√∂rern wurde nachts von den britischen Schlachtschiffen Barham, Valiant und Warspite √ľberrascht, die zusammen mit einigen der britischen Zerst√∂rer die beiden Schweren Kreuzer und zwei der Zerst√∂rer versenkten. Unter diesen Umst√§nden musste auch die Pola aufgegeben werden.

Das Original

Die 1932 in Dienst gestellte R.N. Pola war der letzte Schwere Kreuzer der Zara-Klasse. Gegen√ľber ihren Schwesterschiffe erfuhr die Pola einige Verbesserungen. Auffallender Unterschied war die glatte, schon fast stromlinienf√∂rmige Gestaltung des Br√ľckenaufbaus. W√§hrend des Zweiten Weltkrieges nahm R.N. Pola an den Schlachten vor der Landzunge Stilos sowie am Kap Teulata teil. An dem √úberraschungsangriff im S√ľden Kretas war das Schiff ebenfalls beteiligt. Im Laufe der bei diesem Angriff stattfindenden Schlacht am Kap Matapan erhielt R.N. Pola einen Torpedotreffer, der den Kreuzer man√∂vrierunf√§hig machte und vom Rest der Flotte trennte. Der Kapit√§n der Pola sah keine andere Alternative und befahl die Selbstversenkung des Schiffes. Die Besatzung der Pola konnte gl√ľcklicherweise durch den herbeieilenden britischen Zerst√∂rer Jervis aufgenommen werden.

Das Modell

Obwohl nicht vergleichbar mit fern√∂stlichen Baus√§tzen neueren Datums, bietet Tauro Model mit der R.N. Pola eine gute Basis zur Nachbildung dieses italienischen Kreuzers. Ich hatte wohl eine neuere Auflage des Modells ergattert, die bereits √Ątzteile f√ľr die Reling sowie Ankerketten aus Metall enthielt. Zum Gl√ľck hatte ich bei dem allseits bekannten Internetauktionshaus einen weiteren Satz Reling ersteigern k√∂nnen, da die Beigabe im Bausatz zu knapp bemessen ist. Au√üerdem schadet es nicht noch ein paar ge√§tzte Niederg√§nge und Leitern zur Hand zu haben.

Der Bau des Modells gestaltet sich aufgrund der recht guten Passgenauigkeit relativ einfach (soweit man bei Schiffsmodellen mit ihren vielen filigranen Teilen √ľberhaupt von "einfach" reden kann). Positiv fand ich die bereits offen dargestellten Fenster und Bullaugen der Aufbauten. Somit waren nur noch die Bullaugen des Rumpfes aufzubohren, um sie sp√§ter "verglasen" zu k√∂nnen. Beim Br√ľckenaufbau habe ich mit gezogenen Guss√§sten noch ein paar St√ľtzstreben erg√§nzt. Auch das Zwischendeck erhielt St√ľtzen, allerdings aus Glasfasern von in den 1970ern so beliebten Fernsehleuchten.

F√ľr mich mit der schwierigste Bauabschnitt war die rot/wei√üe Lackierung des Vorderdecks. Auf dem Vorderdeck befinden sich eine Menge bereits angegossener Details, die ein sauberes Abkleben der Farbfelder zum Geduldsspiel werden lassen und trotzdem der Farbe mitunter freien Lauf lassen. Entsprechend intensiv musste ich mit dem Pinsel nacharbeiten.

Da das Deck im Heckbereich nicht gerade durch Detailf√ľlle gl√§nzt, entschied ich, mich an Sonnensegeln zu probieren. Aus Draht unterschiedlicher St√§rke baute ich das Ger√ľst, um es anschlie√üend mit zugeschnittenen Streifen aus Butterbrotpapier zu bekleben. Das Papier wurde in einer hellbeigen Farbe gepinselt und anschlie√üend einem dezenten "Washing" in mittelbrauner Farbe unterzogen.

Der Bordflieger, eine Imam Ro 43, ist sehr einfach gehalten und wurde mit einzelnen Streben f√ľr den Hauptschwimmer und die Tragfl√§chen aufgewertet. Ebenfalls erg√§nzt habe ich die St√ľtzschwimmer sowie ein paar Spanndr√§hte zwischen den Fl√ľgeln. Die Kanzel entstand aus klarem Verpackungsmaterial.

Auf einigen Originalaufnahmen erkennt man auf dem Vorderdeck der Pola einen Flugzeugkran, der wohl nur bei Bedarf aufgebaut wurde. Im Bausatz ist dieser Kran nicht ber√ľcksichtigt, lie√ü sich aber mit Kunststoffrundmaterial leicht nachbauen. Inspiriert durch eine Aufnahme aus dem Internet, h√§ngte ich den Flieger an den Kran, beaufsichtigt durch einen auf der Tragfl√§che stehenden Matrosen.

Trotz der laut Kartonaufdruck "nur" 227 Teilen, hat der Bau des Modells doch mehr Zeit ben√∂tigt, als die Teilezahl vermuten lie√ü. Macht aber nichts, da das Modell in jeder Bauphase sehr viel Freude bereitete und ‚Äď wie ich finde ‚Äď zu einem durchaus ansehnlichen Ergebnis f√ľhrte.

Andreas Martin