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Special Hobby: Aufklärungsflugzeug IMAM (Romeo) Ro.43 (1/48) Drucken
Freitag, 30. Oktober 2015 um 06:00

Deckelbild

Modell: IMAM (Romeo) Ro.43 "Red Striped"
Hersteller: Special Hobby
Maßstab: 1/48
Umfang: 88 Plastikteile, 19 Resinteile und 49 Fotoätzteile
Art.Nr.: SH 48 137
Preis: 37,50 €

Das Original

1933 schrieb die Italienische Marine einen Entwicklungswettbewerb für einen schiffsgestützen Seeaufklärer aus. Außer IMAM (Industrie Meccaniche e Aeronautiche Meridionali) beteiligten sich noch Piaggio, CMASA (Costruzioni Meccaniche Aeronautiche S.A.), CANT (Cantieri Aeronautici e Navali Triestini) und Macchi an der Ausschreibung. Giovanni Galasso, der Konstrukteur des landgestützen Aufklärers Ro.37 Lince, schlug vor, diesen erfolgreichen Entwurf umzubauen.

Die grundsätzliche Konstruktion aus Stahlrohr und Holzstreben, beplankt bzw. bespannt mit Aluminiumblech und Stoff, wurde beibehalten ebenso wie die Auslegung als Zweisitzer. Die neue Maschine erhielt einen Zentralschwimmer und zwei Stützschwimmer unter den Tragflächen. Die Tragflächen selber waren als Knick- bzw. Möwenflügel ausgelegt, wobei die unteren Tragflächen als Inverter-Knickflügel ausgelegt wurden. Der Erstflug fand am 19. November 1934 statt und die generellen Leistungsdaten waren so überzeugend, dass der Fertigungsauftrag an IMAM ging. Leider war die Konstruktion so leicht und schwach, dass die Seetüchtigkeit eher mangelhaft war. Mit leergeflogenen Tanks hüpfte die Ro.43 auf dem Wasser wie ein Wasserball und bei zu harten Landungen brachen auch gerne mal die Streben. Bei Eintritt Italiens in den Zweiten Weltkrieg waren von den 193 gebauten Maschinen noch 105 vorhanden und obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits obsolet waren, taten sie bis 1943 Dienst auf den Schlachtschiffen und Kreuzern der Regia Marina sowie bei diversen Seefliegerstaffeln. Einige Maschinen wurden nach dem Abfall Italiens von der Achse von ihren Besatzungen nach Spanien "entführt", wo sie in die spanischen Luftstreitkräfte integriert wurden und zum Teil noch bis 1957 Dienst taten.

Ein restauriertes Exemplar kann im Italienischen Luftwaffenmuseum in Vigna di Valle besichtigt werden. Von dieser Maschine finden sich auch diverse Fotografien im Internet.

Technische Daten
Besatzung: 2
Länge: 9,71 m
Spannweite: 11,57 m
Höhe: 3,51 m
Startgewicht (max.): 2.400 kg
Motor: 1 x Piaggio P.X.R. 9 Zylinder Sternmotor mit 700 PS
Geschwindigkeit (max.): 300 km/h in 2.500 m Höhe
Reichweite: 1.500 km
Dienstgipfelhöhe: 6.600 m
Bewaffnung: 2 x 7,7 mm Breda Safat Maschinengewehre

Der Bausatz

Italienische Flugzeugtypen in 1/48 sind ja eher selten im Plastikmodellbau, aber italienische Seeflugzeuge sind noch seltener, was sicher auch an dem geringen Käuferinteresse liegt. Nur ein Kleinserienhersteller wie eben Special Hobby kann sowas realisieren. Der Bausatz bietet generell alle Bauteile, die zum Bau einer frühen, sowie einer späten Ro.43, benötigt werden. Das vergrösserte Seitenleitwerk und die späten Höhenleitwerke mit Flettnerruder sowie einige weitere Kleinteile sind im Bauplan aber "ausgeixt" und natürlich liefert der Abziehbilderbogen keinerlei Markierungen für eine späte Ro.43. Da wird ein weiterer Bausatz folgen.

Spritzling ASpritzling BSpritzling CSpritzling D

Die stoffbespannten und blechbeplankten Bereiche sind sehr ansprechend dargestellt. Kein Vergleich mehr mit den "Berg und Tal"-Oberflächen vergangener Kleinserien-Zeiten! Das Rumpfinnere weist feine Strukturen auf und der tragende Rohrrahmen wird mit separaten Bauteilen dargestellt, was zu einer entsprechend vorbildgetreuen Wiedergabe des Originals führt.

AuspuffrohreAuspuffstutzenBreda 7,7 mm-MG
FunkgerätHülsensack, TrimmradKleinteileKlarteile
KühlerringMotorteileMG-HalterungSitz
RumpfRumpfdetailsSchwimmerdetails

Unglücklicherweise gibt es da unschöne Ausdrückermarken an Stellen, wo man sie vermutlich auch noch nach dem Zusammenbau der Rumpfhälften sehen würde. Ärgerlich! Die Detaillierung des Innenraums erfolgt mittels Resinteilen, wie zum Beispiel dem Funkgerät, oder den MG's, sowie diversen Ätzteilen. So besteht das typische Gurtzeug mit seinen Ketten pro Sitz allein schon aus acht Teilen! Die Ro.43 ist eine Maschine mit sehr vielen kurzen und langen Streben. Vierzehn Tragflächen bzw. Leitwerksstreben und zwölf Schwimmerstreben zuzüglich einiger Verspannung. Keine Kleinigkeit. Hierbei ist Erfahrung und Geduld unerlässlich. Spezial Hobby hilft etwas dabei, indem dem Bausatz eine Montagehilfe für die korrekte Positionierung des Zentralschwimmers beigegeben wurde. Dennoch ist dieser Teil des Zusammenbaus sicher der schwierigste. Der Motor wird mit Spritzguss- und Resinteilen, sowie einem Ätzteil komplettiert. Für Zündkabel müsste man noch selber sorgen.

Die Anleitung

Der Bemalplan liefert, ganz dem zusätzlichen Produktnamen "Red striped" entsprechend, Vorlagen für zwei Maschinen mit unterschiedlich ausgeführten roten, nach außen strebenden Streifen auf der Oberseite der oberen Tragflächen. Die erste Maschine, eine Vorkriegsmaschine mit wenigen breiten Streifen, gehörte 1937-1939 zum Leichten Kreuzer Raimondo Montecuccoli. Sie ist, bis auf die schwarzen Unterseiten der Schwimmer, mit Aluminiumlack gestrichen und führt die Nationalfarben, noch ohne das Wappen des Königreichs Italien, am Seitenruder. Der Name des Kreuzers zieht sich in gestauchten Lettern am Rumpf, bis kurz vor das Leitwerk, entlang. Die zweite Maschine trägt ebenfalls einen Vorkriegsanstrich und gehörte zum Schweren Kreuzer Fiume, war aber zum Zeitpunkt seiner Versenkung während der, für Italien katastrophalen, Schlacht von Kap Matapan (27. - 29. März 1941) nicht an Bord und wurde 1943 zur Flucht nach Spanien genutzt. Diese Maschine besaß sehr viel mehr und dadurch natürlich auch dünnere rote Streifen auf der Tragflächenoberseite und führte auch das Wappen des Königreichs Italien am Seitenruder. Der Name des Kreuzers wird auch hier seitlich am Rumpf geführt.

AnleitungAnleitungAnleitungAnleitungAnleitung
AnleitungAnleitungAnleitungAnleitungAnleitung

Abziehbilder und Fotoätzteile

Für beide Varianten sind die roten Streifen als vollflächige Abziehbilder beigegeben, aber selbst die vielen dünnen Streifen der zweiten Variante sollten sich gut abkleben und spritzen lassen, sofern man denn eine Spritzpistole besitzt. Dies gilt auch für die Tricolore am Seitenruder. Sie ist ebenfalls als Abziehbild vorhanden, aber glücklicherweise ohne das königliche Wappen. Das ist separat gedruckt.

AbziehbilderAbziehbilderFotoätzteile

Fazit

Kleinserienbausätze sind ja generell eher etwas für geübte Modellbauer. Das ist hier nicht anders. Der Bausatz ist sehr detailreich und sollte, nicht zuletzt wegen der auffälligen Bemalung, zu einem attraktiven Modell eines eher unbekannten Flugzeugtyps führen.

Dieses Produkt ist für erfahrene Modellbauer

alt empfehlenswert

Olaf Krabbenhöft

Wir danken MPM für das Bausatzmuster