Modellsuche

Suchen


Aoshima: Japanischer Leichter Kreuzer Kashima 1944 (1/700) Drucken
Dienstag, 24. November 2015 um 06:00

Seitentitel

Modell: I.J.N. Kashima
Hersteller: Aoshima
Maßstab: 1/700
Material: Polystyrol, Metalll-Gewicht, Nass-Schiebebilder
Art.Nr.: 045428
Preis: ab 16,04 € (Toyshop Japan über Amazon)

Das Original

Die Kashima war das zweite Schiff von insgesamt drei Leichten Kreuzen der Katori-Klasse. Die Leichten Kreuzer der Katori-Klasse waren in der Kaiserlich Japanischen Marine ursprünglich als Schulschiffe für Matrosten und insbesondere für Offiziere gedacht. Im Pazifikkrieg waren sie Flaggschiffe verschiedener Flotten und von U-Booten sowie auch als Geleitschiffe eingesetzt. Bei Kampfhandlungen wurden sie aufgrund ihrer relativ schwachen Panzerung nicht eingesetzt.

Im Verlauf des Krieges wurden sie mit verschiedenen Waffensystemen wie zusätzlicher Flakbewaffnung oder Wasserbombem aufgerüstet.

Die Kashima wurde von 1938-1940 auf der Marinewerft Mitsubishi in Yokohama gebaut. Am 1. Dezember 1941 wurde die Kashima Flaggschiff der Vierten Flotte unter Vizeadmiral Inoue mit Basis auf den Karolinen. Im Juli 1942 wurde die Kashima in Kure mit zwei 25-mm-Flaks, Typ 96 aufgerüstet, die im vorderen Teil der Brücke montiert wurden. Vom 23. Januar bis 15. April 1944 diente Kashima wieder als Schulschiff bei der Kaiserlich Japanischen Marine-Akademie in Etajima. Da sich jedoch für Japan die Kriegssituation verschlechterte, diente Kashima ab 26. Mai 1944 als Transport- und Versorgungsschiff, ab dem 11. Juli 1944 wurde Kashima während der „Operation Ro-Go“ zum Transportieren von Personal und Betriebsstoffen eingesetzt.

Ab dem 20. Dezember 1944 wurde Kashima in der Werft von Kure Arsenal modifiziert. Die Torpedorohre wurden entfernt und durch zwei Typ-89-12,7-cm-Kanonen ersetzt. Zusätzlich wurden vier 25-mm-Flaks Typ 96 installiert. Dazu kamen ein Typ-22-Oberflächensuchradar, ein Typ-13-Luftsuchradar, ein Hydrophone und ein Sonar. Zwei Typ-2-Infrarot-Kommunikationsgeräte wurden ebenfalls installiert. Auf dem Achterdeck kamen Magazine mit bis zu 100 modifizierten Wasserbomben mit vier Wasserbombenwerfern auf zwei Schienen hinzu. Darüber hinaus wurden acht 25-mm-Einzelkanonen Typ-96 hinzugefügt.

Ab Februar 1945 ging Kashima auf Anti-U-Boot-Patrouille im Südchinesischen Meer und vor Korea. Am 19. Mai 1945 kollidierte der Kreuzer mit dem Frachtschiff Daishin Maru in der Straße von Tsushima. Ein Treibstofftank der Kashima wurde bei der Kollision beschädigt, was zu einem Feuer führte, aber sie schaffte es nach Chinkai, Korea, zur Reparatur. Bis Ende des Krieges diente Kashima als Geleitschiff und für weitere Anti-U-Boot-Patrouillen.

Am 5. Oktober 1945 wurde Kashima offiziell aus der Liste der Marine gestrichen. Nach dem Krieg verwendeten die amerikanischen Behörden den Kreuzer für Rücktransporte. Ein Deckshaus wurde um den Hauptmast gebaut, die Bewaffnung weitgehend entfernt. Ab Oktober 1945 unternahm Kashima insgesamt zwölf Reisen für Rücktransporte japanischer Truppen und Kriegsgefangenen nach Japan.
Zwischen dem 15. November 1946 und 15. Juni 1947 wurde Kashima in Nagasaki verschrottet.

Kashima war 129,77 m lang und 15,95 m breit. Der Antrieb bestand aus zwei dieselgetriebenen Turbinen, 3 Propeller ermöglichten eine Geschwindigeit von 18 Knoten.

Bewaffnung

4 x 140 mm / 50 Kaliber (2x2)
3 x 127 mm / 40 Kaliber AA guns (1x2)
4 x 25 mm Typ 95 Flak (später erhöht auf 30)
8 x 13 mm Flak
4 x 533 mm-Torpedorohre (2x2) (später entfernt)

Der Bausatz

Der vorliegende Bausatz ist vor einiger Zeit als Formenneuheit im Programm von Aoshima erschienen, zeigt den Bauzustand von 1944 und löst damit den alten, nicht mehr zeitgemäßen Bausatz der Kashima ab.

Insgesamt sechs Spritzlinge, ein Abziehbilderblatt, ein Gewicht für die Wasserlinienplatte und eine gut verständliche Bauanleitung kommen in einer stabilen Box gut verpackt zum Modellbauer. Der Guss ist spritzgusstechnisch auf dem Stand der Zeit, die Teile sind sauber geformt und gratfrei. Das Rumpfteil ist von den Proportionen und den Abmessungen her relativ gut umgesetzt. Bullaugen mit feinen Regenabweisern sind gute Details und oberhalb der Wasserlinie sind die Bullaugen geschlossen dargestellt. Der Verlauf des Entmagnetisierungsbandes wurde nach Zeichnungsvorlagen gut umgesetzt.

Rumpf Rumpf Rumpf

In Spritzling B finden sich die Wasserlinienplatte, Teile für den Brückenaufbau wie Decks, Scheinwerferplattformen, Seitenverkleidungen, Brückendach, der Schornstein, Teile für den Mast achtern und Messgeräte. Das Katapult ist als Plastikteil zu undetailliert und klobig und sollte möglichst durch ein Fotoätzteil ersetzt werden.

Spritzling B Spritzling B Spritzling B

Spritzling C enthält das Vordeck mit feiner Holzplankenstruktur, ein Deck für den Schornstein, die 25-mm- und 13-mm-Flak, die Türme der Hauptartillerie, Barkassen, den Mast mit Funkpeilring, der als Fotoätzteil allerdings besser wirkt, Davits, das Feuerleitgerät, Brückenteile, Scheinwerfer und Teile für den achteren Aufbau mit Feuerleitung.

Spritzling C Spritzling C Spritzling C

In G sind enthalten die Plattform für den achteren Waffenstand, die Bewaffnung. Der Splitterschutz für die Flakplattformen ist für den Maßstab noch akzeptabel. Weiterhin finden sich Mastteile, Abwurfschlitten für Wasserbombem und Decksteile für das achtere und mittlere Deck. Angegossen sind Poller, Lüfter. Die Teile für die 25-mm-Drillings-Flak sind recht gut. Die Geschützrohre für die 140-mm-Hauptartillerie könnte man möglicherweise durch gedrehte Messingrohre ersetzen.

Spritzling G Spritzling G Spritzling G

In Spritzling W (Leviathan) links im Bild sind Teile für Bordflugzeuge, Katapults, Boote, Flaks, Scheinwerfer erhalten. Aufgrund seines beträchtlichen Alters von mittlerweile 30 Jahren ist dieser Spritzling allerdings nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Zeit. Spritzling D in der Mitte enthält die Schornsteinplattform, das Klarsichtteil rechts die Brückenfenster, die als Fotoätzeil jedoch wesentlich besser wirken.

Spritzling W Spritzling D Klarsichteil für Kommandobrücke

Abziehbilder

Der Abziehbilderbogen beinhaltet einen Flaggen-Satz und ist sauber und versatzfrei gedruckt.

Abziehbilder

Die Anleitung

Der Bauplan liegt als Faltbogen im DIN-A4-Format vor und führt den Modellbauer in 21 gut und auch verständlich dargestellten Bauschritten sicher zum Ziel. Die Bemalungsanweisung bezieht sich auf das Sortiment von Gunze. Für authentische Farbgebung kann der erfahrene Modellbauer gut Recherche betreiben.

Quellen

Fazit

Qualitativ ist der vorliegende neue Bausatz der Kashima im Bauzustand von 1944 sicher um Längen besser als der Vorgänger von Aoshima. Verglichen mit dem alten Bausatz ist der aktuelle auf dem Stand der Zeit. Alleine das Rumpfteil bietet schon hervorragende Details. Aufrüsten sollte der erfahrene Modellbauer das Modell mit Fotoätzteilen. Aoshima selbst bietet dazu schon einen detailreichen Set. Insgesamt ist der Bausatz

alt sehr empfehlenswert

Jörg