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Japanisches Schlachtschiff Musashi (1/350, Tamiya) von Andreas Wollinger Drucken
Mittwoch, 13. Mai 2015 um 05:00

Das Original

Die Musashi und ihr Schwesterschiff Yamato waren die größten und am schwersten bewaffneten Schlachtschiffe, die je gebaut wurden. Im Bestreben die quantitative Unterlegenheit gegenüber den Westmächten zu kompensieren, versuchte die japanische Marine stärkere Schiffe zu bauen.

Deshalb erhielten Musashi und Yamato 46 cm-Geschütze und waren gegen Treffer dieses Kaliber gepanzert. Die Panzerung konzentrierte sich auf den Bereich mittschiffs um die Maschinenanlagen und Munitionskammern. Der Seitenpanzer war schräg gestellt - mit nach außen geneigter Oberkante -, um die Schutzwirkung zu steigern. Die Rumpfform fiel wie bei vielen japanischen Schiffen der Epoche aus dem Rahmen: das Deck fiel vor den Aufbauten nach unten ab, um Gewicht zu sparen, und stieg dann zum Bug hin wieder an, um ausreichenden Freibord zu ermöglichen. Die größte Breite wies der Rumpf relativ weit achtern auf und ein langer Bug sollte eine relativ hohe Geschwindigkeit ermöglichen.

Die Musashi traf, wie die meisten späten Schlachtschiffe, nie auf gegnerische Schlachtschiffe und konnte entsprechend nie für den geplanten Zweck eingesetzt werden. Sie wurde für die „entscheidende Seeschlacht“ gegen die US-amerikanische Schlachtflotte zurückgehalten, zu der es nie kommen sollte. Stattdessen wurde sie, wie ihr Schwesterschiff Yamato, von US-amerikanischen Trägerkampfflugzeugen versenkt.

Die Musashi war 263 m lang, 38,7 m breit und verdrängte 72 809 t. Der Antrieb bestand aus zwölf Kesseln und vier Dampfturbinen und leistete 165 000 PS, womit 27 kn erreicht wurden. Die Besatzung setzte sich aus 2399 Mann zusammen. Die Bewaffnung bestand 1944 aus neun 46 cm-Geschützen, sechs 15,5 cm-Geschützen, zwölf 12,7 cm-Geschützen und 115 2,5 cm-Geschützen, zwei 12 cm-Raketenwerfer sowie 6 bis 7 Bordflugzeugen.

Musashi wurde 1938-42 von Mitsubishi in Nagasaki gebaut. Sie wurde danach kaum eingesetzt, diente aber mehrfach als Flottenflaggschiff. Am 29. März 1944 wurde sie bei Palau von dem U-Boot USS Tunny mit einem Torpedo am Bug beschädigt, wobei 18 Mann ihrer Besatzung getötet wurden. Bei der Reparatur in Kure wurde die Flakbewaffnung und die Radarausstattung verstärkt. Am 19. und 20. Juni war sie an der Schlacht in der Philippinensee beteiligt und sicherte den beschädigten Träger Zuiho, wobei sie auch mit ihrer schweren Artillerie das Feuer auf angreifende amerikanische Trägerflugzeuge eröffnete.

Am 18. Oktober lief Musashi zu ihrem letzten Einsatz aus: dem Angriff auf die alliierte Landungsflotte vor Leyte. Nachdem am 23. Oktober in der Pallawanpassage der Schwere Kreuzer Maya versenkt worden war, wurden 796 Überlebende auf die Musashi transferiert. Am nächsten Tag wurde Musashi in der Subiyansee von Flugzeugen der Träger Intrepid, Lexington, Enterprise, Essex, Franklin und Cabot versenkt. Sie wurde von etwa elf Torpedos und zehn Bomben getroffen und kenterte neun Stunden nach dem ersten Angriff. Bei dem Untergang starben 1023 Mann, 1376 Mann wurden gerettet, auch 635 Überlebende der Maya. 18 der angreifenden Flugzeuge wurden abgeschossen.

Das Wrack wurde im März 2015 von einer Expedition auf der Yacht Octopus in 1000 m Tiefe entdeckt und untersucht.

Das Modell

Mein Modell der Musashi stellt den Zustand im Oktober 1944 dar, also etwa vom 18.10. bis zu ihrer Versenkung am 24.10. Eine Besonderheit war das damals schwarz gemalte Deck. Für den nächtlichen Durchbruch in der San Bernardino Meerenge zusammen mit der Yamato  wurde am 18.10.1944 das Deck mit Ruß und Wasser eingeschwärzt. Da es von dem Bauzustand keinerlei Bilder oder vergleichbares gibt, mussten Skizzen in Büchern und schriftliche Quellen herhalten. Das Projekt erstreckte sich über 2,5 Monate hin. Es war schwierig, aber ich habe, glaube ich, eine nahezu richtige Version hinbekommen!

Für das Modell waren nötig:

  • der alte Tamiya-Bausatz
  • Eduard Fotoätzteilsatz
  • gedrehte Geschützrohre für 46 cm- und 15,5 cm-Geschütze von Master
  • Artwox Holzdeck (schwarz)
  • zwei Rüstsätze von Hasegawa für japanisches Schiffszubehör/Details und Bordflugzeuge
  • 25 mm-Drillingsflak und Sandsackbarrikaden von Alliance für alle Flakstellungen
  • für die beiden japanischen 12 cm-Raketenwerfer, die auf dem Schiff im Bereich vor dem Schornstein standen, wurden von WEM englische Schiffsraketenwerfer bestellt, die ich umbauen musste, da es leider keine japanischen in 1/350 gibt. Warum auch immer?! In 1/700 gibt es welche!

Das Modell ist nicht perfekt, aber es kann zukünftigen Modellbauern, die sich dem Thema verschrieben haben, als Hilfestellung dienen.

Andreas Wollinger

(Text über Original von Lars)