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Dragon: Schlachtschiff USS Arizona und Nakajima B5N2 Typ 97 (1/700) Drucken
Dienstag, 03. Februar 2015 um 06:00

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Modell: "Pearl Harbor Attack" 7 December 1941 USS Arizona BB39 + IJN Type 97 "Kate" Carrier Bomber
Hersteller: Dragon
Maßstab: 1/700
Material: Plastikspritzguss, Fotoätzteile, Messingrohre
Art.Nr.: 7053
Preis: ca. 20 € bei Hobby Link

Das Original

In der Geschichte der Seefahrt gibt es einige Schiffe, deren Namen aufgrund ihres Schicksals fest im Gedächtnis der Menschen verankert sind. Dazu gehören die Santa Maria des Christoph Kolumbus, die schwedische Wasa, Admiral Nelsons Flagschiff Victory, die Titanic, Lusitania, SMS Emden, HMS Invincible, Bismarck und Tirpitz - und eben auch die Arizona.

Die USS Arizona war ein amerikanisches Schlachtschiff der Pennsylvania-Klasse. Bei Kiellegung am 16.März 1914 war eigentlich der Name North Carolina vorgesehen, welcher jedoch auf Arizona geändert wurde. Der Stapellauf erfolgte am 19. Juni 1915 beim Naval Shipyard in New York und am 17. Oktober 1916 wurde sie von der US Navy in Dienst gestellt.

Sie gehörte von da an zur US-Atlantikflotte, verlegte aber 1918 nicht wie andere Schlachtschiffe dieses Verbands nach Europa (Bantry Bay, Irland; Verlegung erfolgte zum Schutz der atlantischen Seeverkehrswege), da die Versorgung mit Treibstoff für ihre mit Öl befeuerten Kessel nicht gewährleistet werden konnte. Die anderen entsandten Schlachtschiffe wurden ausschließlich mit Kohle befeuert.

Ab 1921 gehörte die Arizona zur Pazifikflotte. Im Zeitraum vom 15. Juli 1929 bis 1.März 1931 erfolgte im Norfolk Navy Yard ein grundlegender Umbau des Schiffs. Die charakteristischen Gittermasten wurden gegen Dreibeinmasten ausgetauscht, auf denen sich Plattformen zur Feuerleitung befanden. Die Brückenaufbauten wurden vergrößert, die Horizontal- und Unterwasserpanzerung wurde verstärkt. Die Mittelartillerie wurde um ein Deck höher verlegt und damit der Höhenrichtwinkel von 15 auf 30 Grad erhöht. Durch die Verlegung um ein "Stockwerk" konnte nun auch bei starkem Seegang kein Wasser mehr in die Kasematten eindringen. Die alten 7,6 cm Fla-Geschütze wurden gegen 12,7 cm SK L/25 ausgetauscht und ein modernes Feuerleitsystem installiert. Auf der Schanz und auf Turm C wurde je ein Flugzeugkatapult errichtet, am Heck ein Wippkran. Die Torpedorohre wurden entfernt. Nach dem Ende der Umbauarbeiten ging die USS Arizona zurück zur Pazifikflotte.

Am 7. Dezember 1941 lag die Arizona an der „Battleship Row“ des amerikanischen Flottenstützpunkts Pearl Harbor vor Anker, als der japanische Luftangriff begann. Um 08.06 Uhr wurde sie von einer 800 kg schweren Panzersprenggranate, umgebaut zu einer Fliegerbombe einer Nakajima B5N2 getroffen, die das Hauptdeck durchschlug und in der Munitionskammer detonierte. Dabei wurde das Schiff in zwei Teile gerissen und sank im flachen Wasser. Von der Besatzung kamen 1177 Mann ums Leben.

Am 29. Dezember 1941 wurde das Wrack der Arizona als Kriegsgrab registriert. Zwei 35,6 cm Geschütze der Hauptartillerie wurden geborgen und der Küstenverteidigung von Oahu, Hawaii, zur Verfügung gestellt. Die Aufbauten des Schiffs wurden entfernt. Am 1. Dezember 1942 wurde die USS Arizona, die nie einen Schuss im Gefecht abgegeben hatte, aus der Flottenliste der US Navy gestrichen.

1962 wurde das USS Arizona Memorial, ein 56 Meter langes weißes Gebäude, quer über dem Wrack als Gedenkstätte errichtet. Noch heute liegen die Gebeine von 1102 amerikanischen Seeleuten in dem Wrack, aus dem immer noch Öl austritt.

Technische Daten

Bauwerft New York Navy Yard
Kiellegung 16.März 1915
Stapellauf 19.Juni 1915
Indienststellung 17. Oktober 1916

Länge 185,3 m
Breite 29,6 m
Tiefgang 8,8 m
Verdrängung 33.000 t

Maschine 12 Babcock Dampfkessel, ölbefeuert, nach Umbau 6 Bureau-Express Kessel, 4 Parsons-Turbinen mit 4 dreiflügeligen Propellern
Leistung 34.000 PS (25.007 kW)
Geschwindigkeit max. 21 kn (39 km/h)

Bewaffnung
12 x 35,6 cm SK L/45
22 x 12,7 cm SK L/51 , 14 x ab 1920 , 12 x ab 1931 in Kasematten
4 x 7,6 cm Flak, 8 x ab 1920, für diese ab 1931
8 x 12,7 L/25,12 x ab 1940
8 x 2,8 cm Fla-MG
2 Torpedorohre 53,3 cm bis 1931

Besatzung 262 Offiziere, 915 Mannschaften

Nakajima B5N2 Typ 97

Der Nakajima B5N2 Typ 97 Torpedobomber war bei Beginn des Pazifikkrieges der modernste dieser Zeit, der von Flugzeugträgern aus eingesetzt wurde. Von der Elite der japanischen Marinepiloten geflogen, fügten am 7. Dezember 1941 144 Maschinen dieses Typs der amerikanischen Schlachtflotte in Pearl Harbor gewaltige Schäden und Verluste zu. Die Hälfte der Torpedobomber der ersten Angriffswelle und alle Maschinen der zweiten Welle waren mit umgearbeiteten Panzersprenggranaten für Schiffsgeschütze bewaffnet, was vor allem der USS Arizona zum Verhängnis wurde. Insgesamt griffen nur 15% der an den Angriffen beteiligten Flugzeuge mit Torpedos an.

Flugzeuge des Typs B5N2 waren im Verlauf des Krieges an der Versenkung bzw. Beschädigung der US-Träger Lexington, Yorktown und Hornet beteiligt und wurden bei amphibischen Operationen der Japaner im Pazifikraum eingesetzt. Ab 1944 hoffnungslos veraltet, wurden die noch übrig gebliebenen B5N2 mit unerfahrenen Besatzungen in den berüchtigten Kamikaze-Einsätzen sinnlos verheizt.

Technische Daten

Typ einmotoriger, trägergestützter Torpedobomber, Ganzmetallkonstruktion mit stoffbespannten Steuerflächen

Besatzung
Pilot, Navigator (gleichzeitig auch Beobachter und Bombenschütze), Funker (gleichzeitig Bordschütze)

Antrieb
Nakajima NK 1B Sakae 11 Vierzehn Zylinder Sternmotor mit 1000 PS,
max. Reichweite 1220 Seemeilen

Bewaffnung
ein nach hinten gerichtetes Maschinengewehr 7,7 mm Typ 92
800 kg Bombenzuladung oder ein 800 kg Torpedo

Quellen:

  • Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1905-1970, Siegfried Breyer
  • The Complete Encyclopedia 0f Battleships and Battlecruisers, Tony Gibbons
  • Japanese Aircraft of the Pacific War, René J. Francillon

Der Bausatz

In der Schachtel befinden sich sechs Plastikrahmen mit den Teilen für das Schiff, zwei Teile für den Schiffskörper, zwei Fotoätzrahmen mit Teilen für die Reling, Wippkran und Katapulte, zwölf aus Metall gedrehte Geschützrohre für die Hauptartillerie, eine Ankerkette, zwei Rahmen aus Klarsichtplastik mit je einer Nakajima B5N2 Typ 97, ein kleiner Bogen mit Abziehbildern sowie der Bauplan.

Da der Schiffskörper ist in zwei Hälften geteilt ist, bietet sich die Möglichkeit, das Modell sowohl als Vollrumpf- als auch als Wasserlinienmodell darzustellen. Leider passen die beiden Teile nicht hundertprozentig zusammen, das Überwasserschiff ist etwas größer geraten. Hier entsteht beim Zusammenbau eine nur schwer zu bearbeitende Spalte, zumal es keine Führungsstifte gibt, die das Fixieren der beiden Teile erleichtern würden. Beim näheren Hinsehen wirken die Details etwas zu weich, im Bugbereich und im Panzergürtel Backbord gibt es Sinklöcher. Auf dem Deck ist die Plankenstruktur gut, aber durchgehend wiedergegeben. Auf die berüchtigten Aztekentreppen hat man leider nicht verzichtet.

Der Gussrahmen A enthält die Wasserlinienplatte, das Oberdeck, die Decksektionen für Bug und Heck, Brücken-, Plattformen- und Mastteile, sowie einen Schornstein und die Namensplakette der Arizona. Alles in allem sind diese Teile gut detailliert, sehr schön sind die Verstrebungen auf den Unterseiten der Plattformen dargestellt. Ein paar kleine Auswurfmarken dürften ohne Probleme zu entfernen sein.

Am Gussrahmen B, der zweimal vorhanden ist, befinden sich alle Geschütze und Geschützrohre des Schiffs. Die Hauptgeschützrohre sind an der Mündung zentriert aufgebohrt. Kranteile, Feuerleitgeräte, Anker und Scheinwerfer finden sich hier ebenfalls. Die Detaillierung ist gut.

Die Verkehrsboote und Bordflugzeuge vom Typ Kingfisher finden sich am Rahmen C. Auch hier ist die Detaillierung gut. Bei den Bordflugzeugen sind die Gravuren allerdings etwas heftig geraten.

Der Rahmen D, auch zweimal vorhanden, trägt je eine Nakajima B5N2 Typ 97, die Hauptfahrwerksbeine, den Propeller und einen Torpedo. Gravuren sucht man an der "Kate" leider vergebens, der Rumpf ist völlig glatt. Mit den beiliegenden Decals kann man zwei "Kates" der 1. Träger-Division der 1. Luftflotte an Bord des Flugzeugträgers Kaga darstellen. A II-311 ist in diesem Fall der Staffelführer, A II-312 ein weiteres Flugzeug dieser Staffel. Ob nun genau diese beiden Maschinen unmittelbar an der Versenkung der Arizona beteiligt waren, sei dahingestellt. Ein schönes kleines Diorama lässt sich damit allemal erstellen.

Am Rahmen E sind Schiffsschrauben, Wellen, Ruder und Teile der Feuerleitstände zu finden.

Rahmen F führt die beiden Flugzeugkatapulte und die Brückenausleger.

Die Hauptgeschütztürme sind sehr schön detailliert und liegen lose bei. Die Unterseiten der Türme befinden sich am Gussrahmen B.

Die aus Messing gedrehten Geschützrohre für die Hauptartillerie der USS Arizona sehen sehr gut aus und sind eine Bereicherung für das Modell.

Die Ankerkette ist nicht zu gebrauchen, die Kettenglieder sind für diesen Maßstab viel zu groß.

Die Fotoätzteile

Fotoätzteile sind nicht jedermanns Geschmack, sie tragen aber meiner Meinung nach dazu bei, einem Modell den letzten Schliff zu geben. Die dem Bausatz beiliegenden Platinen beinhalten in der Hauptsache die Reling für das Schiff, Gangways, Teile für die Hauptkräne, zwei Leitern, Flugzeugkatapulte und den Wippkran am Heck des Schiffes. Leider sind keine Aufgänge vorhanden, um die Aztekentreppen zu ersetzen. Die Ätzteile sind sauber ausgeführt und von guter Qualität.

Abziehbilder

Auf dem Decalbogen findet sich die Beflaggung für das Schiff, der Schiffsname, die Hoheitsmarkierungen für die Bordflugzeuge, sowie die Markierungen der japanischen Torpedobomber. Sie sind sauber und versatzfrei gedruckt.

Die Anleitung

Der Bauplan führt in 11 Schritten übersichtlich durch den Bau des Modells. Was am Ende auf dem Tisch steht, ist natürlich vom individuellen Können abhängig. Dennoch bietet dieser Bausatz auch dem Anfänger die Möglichkeit, ein interessantes Modell zu bauen, denn der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen.

Leider stellt der Bauplan weder historische noch technische Informationen zur Verfügung. Wer sich intensiver mit dem Schiff und seiner Geschichte auseinandersetzten will, muss auf die einschlägige Literatur zurückgreifen.

Fazit

Trotz der genannten Mängel finde ich den Bausatz

alt empfehlenswert

Thomas Schmidt