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Brengun: Sowjetisches Torpedoboot Tupolev G-5 mod XII (1/144) Drucken
Donnerstag, 02. Oktober 2014 um 05:00

Deckelbild

Modell: Tupolev G-5 mod XII
Hersteller: Brengun
Maßstab: 1/144
Material: Resin, fotogeätzte Messingteile, Abziehbilder
Art.Nr.: BRS 144020
Preis: ca. 27-32 €

Das Original

Zwischen 1933 und 1941 wurden ca. 300 Stück dieses Torpedobootes gebaut, wovon 73 während des Zweiten Weltkrieges verloren gegangen sind. Weitere 31 Stück wurden so stark beschädigt, dass sie nicht mehr repariert werden konnten. Außer der russischen betrieben die spanische, die finnische und die nordkoreanische Marine dieses Torpedoboot. Die Einsatzgebiete der russischen Boote lagen im Schwarzen Meer, in der Ostsee, im Pazifik und im Kaspischen Meer.

Die Klasse G-5 war eine Weiterentwicklung der Version SH-4, die nach einem Entwurf des bekannten Flugzeugkonstrukteurs Andrei Tupolev entwickelt wurde. Ein unbewaffneter Prototyp erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 117,6 km/h. Der Rumpf wurde hauptsächlich aus Duraluminium gefertigt, um das Gewicht zu reduzieren. Allerdings schaffte man sich damit enorme Korrosionsprobleme, die durch salzhaltiges Meerwasser verursacht wurden. Ein gefangen genommener sowjetischer Torpedobootkommandant sagte aus, dass die Boote im Sommer 5-7 Tage und im Winter 10-15 Tage im Meer bleiben konnten, bevor man sie aus dem Wasser holen und den Korrosionsschutz erneuern musste. Um den Schwerpunkt tief zu halten, war unter Deck kein Platz zum Stehen. Die beiden hintereinander sitzenden Benzinmotoren befanden sich vor der Kommandobrücke. Sie waren eine Abwandlung der Mikulin AM-34 Flugzeugmotoren. Die beiden Propeller aus Bronze hatten einen Durchmesser von 0,67 m. Die beiden Torpedos wurden am Heck in zwei Wannen gelagert und durch eine kleine Explosion nach hinten ausgestoßen. Erst durch einen Draht, der hinter dem Boot gezogen wurde, konnten die Sprengladungen aktiviert werden. Dies diente dazu, dass das Boot Zeit zum Abdrehen hatte. Dazu war eine gewisse Erfahrung nötig, vor allem dann, wenn mehrere Boote einen gemeinsamen Angriff durchführten. Weitere Varianten unterschieden sich in der Position der Maschinengewehre oder wurden mit einem Raketenwerfer ausgerüstet.

Technische Daten
Länge 18,85 – 19,1 m, je nach Ausführung
Breite 3,5 m
Tiefgang 0,82 m
Besatzung 6 – 7
Verdrängung 16,26 ts
Antriebsleistung 2 x 630 kW, auf zwei Schrauben
Motoren 2 Mikulin GAM-34 BS Benzinmotoren
Geschwindigkeit 53 Knoten (98 km/h)
Treibstoff 1600 kg

Bewaffnung
1 - 2 12,7 mm Maschinengewehre
2 x 533 mm Torpedos 

Der Bausatz

Die 25, aus grauem Resin bestehenden Teile sind fehlerfrei gegossen. Der Rumpf besitzt von Haus aus viele Details. Die Blechstöße und die Scheuerleiste sind fein ausgeführt. Die Angussstelle verläuft entlang des Kiels und lässt sich dort gut verschleifen. Um die schöne Rumpfform darstellen zu können, sollte man die Tupolev G-5 als Standmodell bauen. Hierzu sollte man an der Unterseite zwei Bohrungen zur Aufnahme der Stützen anbringen. Das Deckelbild gibt hier eine gute Vorlage.

Die Kommandobrücke besteht aus einem Teil. Die Angussstelle ist so geschickt positioniert, dass sie im Inneren des Bootes verschwindet.

Die jeweils doppelt vorhandenen Torpedos sowie die Antriebswellen sind rund, so dass sich die Nacharbeit auf das Versäubern des Angusses beschränkt.

Das Auspuffrohr erstreckt sich über 2/3 der Gesamtlänge des Bootes und besteht aus drei Teilen. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden.

Die Teile R6 bis R11 beinhalten die beiden Maschinengewehre inklusive zwei Munitionsmagazine, zwei Frischluftlüfter, einen Scheinwerfer, ein Schiffshorn sowie einen Flaggenstock.

Teile R17, R18 und R19 sollen einen Drucklufttank sowie ein Nebelaggregat darstellen. Über Teil R17 schweigt sich die Bauanleitung aus. Wie auf Originalfotos zu sehen, müsste dieses Teil direkt hinter der Brücke quer zur Fahrtrichtung angebracht werden.

Die Bauteile R12, R13, R14 sowie R3 gehören zu den Ablaufführungen der Torpedos.

Das letzte zu erwähnende Resinteil R16 stellt den Flaggen- bzw. Antennenmast dar. Erstaunlich, dass man so dünne Resinteile gießen kann.

Die Fotoätzteile

Die kleine Platine aus fotogeätzte Messing hat die Maße 5cm x 4cm und enthält die Schiffsschrauben, die Steuerruder, eine Motorraumabdeckung, einige Handläufe, die Steuerflächen der Torpedos, die Schwenkeinrichtung, die Fadenkreuze und die Griffe der MGs, die Umrandung der Brückenfester sowie weiter Kleinteile. Alles im allem 35 PE- Teile, die reliefartig ausgeführt sind. Damit meine ich, dass sie zweierlei Materialstärken besitzen.

Abziehbilder

Der überschaubare Decalbogen enthält zwei Bootskennungen. Diese Kennungen sind, TK-307 die ein Torpedoboot bei Sulin am Schwarzen Meer aus dem Jahre 1944 darstellt, sowie ein Boot mit der Kennung TK-334, welches 1944 in Yalta an der Südspitze der Halbinsel Krim stationiert war. Leider fehlen der Sowjetstern an der Stirnseite der Brücke und eine Flagge, welche auf Originalfotos zu sehen sind.

Die Anleitung

Die doppelseitige Bauanleitung im Format DIN A5 ist klar und verständlich. Schön, dass die Resinteile fettgedruckt und mit einem R vor der Zahl gekennzeichnet sind. Im Gegensatz zu den fotogeätzten Teilen, die nur eine Zahl in dünner Schrift aufweisen. Zur Unterscheidung der unterschiedlichen Teile werden verschiedene Graustufen verwendet, was die Übersichtlichkeit verbessert. Einzig die Lackieranweisung ist etwas dürftig. Es werden keinerlei Farbhersteller vorgeschlagen, so wird lediglich von „Light Green Gray“ und „Dark Gray“ gesprochen. Schwarzweißfotos aus dem Internet helfen hier auch nicht weiter. Auf diesen Fotos ist allerdings ein dünner weißer Wasserpass zu sehen, der in der Bemalungsanleitung fehlt. Auch sagt die Bauanleitung nichts über die farbliche Gestaltung der Torpedos und die Anordnung der Antennen und Flaggenleinen aus.

Quellen

Fazit

Ein schöner Bausatz, welcher unbedingt als Standmodell gebaut werden sollte. Nur so kommt die schöne Form zur Geltung. Ohne große Vorkenntnisse kann hier jeder Modellbauer an nur einem Wochenende ein schönes russisches Torpedoschnellboot bauen.

alt sehr empfehlenswert

Eberhard Sinnwell

Wir danken Brengun für das Bausatzmuster