Modellsuche

Suchen


Kitty Hawk: Lockheed Martin F-35B (1/48) Drucken
Donnerstag, 13. Februar 2014 um 06:00

 

Spezial – Marine 2014

 

Seitentitel

Modell: F-35B Lightning II
Hersteller: Kitty Hawk
Maßstab: 1/48
Material: Polystyrol
Art.Nr.: KH80102
Preis: 54,95 € (Traudl´s Modellbauladen)

Das Original

Die von Lockheed Martin produzierte F-35 ist dazu gedacht teilstreikkräfteübergreifend veraltete Flugzeugmuster zu ersetzen. Im Einzelnen sind das F-16, F/A-18, F-111 und AV-8B. Durch Änderungen in der Basisversion, der „A“-Version, welche ein herkömmliches Flugzeug mit Stealth-Eigenschaften ist und für die Luftwaffe gebaut wird, wird den Anforderungen des Marine Corps und der US Marine Rechnung getragen. Die „B“-Variante der Marines hat hinter dem Cockpit ein Hubtriebwerk sowie eine Schwenkdüse am Haupttriebwerk. Die „C“ der US Navy zeichnet sich durch vergrößerte, faltbare Tragflächen und verstärkte Fahrwerksbeine und einen Fanghaken für Trägerstarts und –landungen aus.

Der Prototyp der F-35B absolvierte seinen Erstflug am 11. Juni 2008. Am 07. Januar 2010 fand der erste Schwebeflug statt. Und ab dem 03. Oktober 2011 fanden Tests auf der USS Wasp statt.

Insgesamt 13 Staaten beteiligen sich an dem Programm bzw. haben Interesse am Erwerb der unterschiedlichen Muster.

Technische Daten der F-35B:

Länge: 15,61 m
Spannweite: 10,97 m
Flügelfläche: 42,7 m²
Leergewicht: 14.588 kg
Maximales Startgewicht: 27.216 kg
Höchstgeschwindigkeit: offiziell Mach 1,6
Reichweite: 1.667 km
Waffenlast: 6.804 kg

Quelle: wikipedia

Der Bausatz

Der chinesische Hersteller Kitty Hawk ist ein relativ neuer Mitbewerber auf dem Markt für Flugzeugbausätze und hat vornehmlich Bausätze in 1/48 im Programm. Er brachte als eines seiner Erstlingswerke den F-35 Joint Strike Fighter in den Versionen „A“ und „B“ heraus, wovon die „B“ Gegenstand der folgenden Besprechung ist.

Bis auf die transparente Cockpitverglasung sind alle Bauteile in einem Anthrazitton gespritzt. Ober- und Unterschale des Rumpfes und der untere Bereich der Nase liegen einzeln bei. Die Begrenzungen von Zugangs- und Wartungsklappen sind in der für Stealthflugzeuge typischen Weise gezackt und erhaben ausgeführt. Auf dem Rumpfrücken finden sich ebenfalls erhabene Linien sowie teils versenkte, teils hervorstehende Nieten.

In der Anleitung ist vorgesehen, das Modell mit ausgefahrenem Fahrwerk, nach unten gerichteter Schwenkdüse, offenem Hubtriebwerk und geöffneten Waffenschächten zu bauen. Spritzling B hält hauptsächlich die internen Schächte und verschiedene Verschlussklappen bereit.

Alle Bereiche der insgesamt drei Lufteinläufe sind zweiteilig gefertigt und weisen auf der Innenseite Auswerfermarken auf.

Leitwerke und Tragflächen sind allesamt zweiteilig gefertigt. Vorflügel und Klappen sind separat anzubringen und könnten mit etwas Eigenarbeit ausgelenkt gebaut werden. Die Reifen sind in unbelastetem Zustand dargestellt.

Spritzling F ist im vorliegenden Exemplar fehlerhaft gespritzt und an einigen Stellen nicht komplett ausgefüllt. Dies fällt bei der Umrandung eines der Fahrwerkschäfte und an der Spitze des Triebwerkskonus auf. Für Außenlasten sind mehrteilige Pylone vorhanden. Als Bewaffnung selber sind je zwei AIM-9X Sidewinder und AIM-120 AMRAAM beigelegt.

Das komplett, aber vereinfacht dargestellte Triebwerk ist gleichzeitig ein „tragendes“ Element des Modells. An dessen Ober- und Unterseite sind Zapfen, die in Bohrungen in den Rumpfschalen greifen. Ein Schott zum Heck hin wird allerdings nicht bereitgestellt. Dadurch würde der Blick ins Modellinnere verwehrt werden.

Eine sitzende Pilotenfigur ist auch vorhanden.

Die große Kanzelabdeckung ist, obwohl sie in eine einzelne Tüte eingeschweißt ist, leicht verkratzt. Außerdem ist der Blick durch die Haube verzerrt. Weitere Klarsichtteile sind der kugelförmige Sensor unter der Nase sowie dessen Abdeckung und Positionslampen an den Flügelspitzen. 

Decals

Drei Decalbögen liegen dem Bausatz bei. Einer mit farbigen Hoheitszeichen und Schriftzügen fürs Leitwerk, einer mit Low-Viz-Markierungen und ein einzelnes Decal für das Instrumentenbrett. Bei letzterem handelt es sich vermutlich um ein Korrektur-Decal, da ein weiteres aber kleineres schon vorhanden ist.

Die Anleitung

Etwas kleiner als DIN A4 ist die 16seitige, teils farbig gedruckte Anleitung, die 25 Bauabschnitte und drei Bemalungs- / Markierungsvarianten umfasst. In den Baustufen finden sich keine Hinweise auf die Farbgebung der einzelnen Komponenten. Sie sind weitestgehend übersichtlich gestaltet. Nur in Stufe acht und neun, in welchen die Montage des Hauptfahrwerks beschrieben wird, wird auf einmal der Schacht von der Rückseite dargestellt, so dass die Befestigungspunkte der zu verbauenden Hydraulikzylinder, Streben und das Fahrwerkbein verdeckt werden. Es gibt auch keine Hinweise auf in die Tragflächen einzubringende optionale Bohrungen, damit die Pylonen eingeklebt werden können.

Die beiden letzten, farbigen Seiten befassen sich mit den Bemalungsvorschlägen und den drei möglichen Markierungsvarianten. Diese sind eine Maschine der VMFAT-501, die BF-04, zu Testzwecken auf USS Wasp stationiert, und der BF-01 Demonstrator mit farbigem Seitenleitwerk und einer Banderole beidseitig am Rumpf mit Flaggen der am F-35-Programm beteiligten Nationen.

Die Farbangaben beziehen sich auf das lösungsmittelhaltige Sortiment von Gunze Sangyo. Für zwei Farben der Außenhaut sind auch Bezeichnungen aus dem FS-System angegeben. 

Testbau

Parallel zur Bausatzbesprechung hatte ich bereits begonnen einige Baugruppen zusammenzusetzen. Hierbei zeigte sich, dass die Passgenauigkeit nicht das Gelbe vom Ei ist. So musste ich bei fast allen Bauteilen an den Führungsnasen Material wegnehmen, damit ich sie ohne Spalte zusammenkleben konnte. Darüber hinaus ist die Anleitung bei der Teilebezeichnung oft fehlerhaft, meistens sind die Nummern für linke und rechte Bauteile vertauscht. Speziell bei den unterschiedlichen Luftschaufeln wird der Bau zusätzlich durch die Tatsache erschwert, dass hier teilweise sogar die Spritzling-Bezeichnungen falsch sind.

Positiv überrascht hat mich allerdings, dass die Segmente von Waffen- und Fahrwerksschacht sowie des Triebwerks sehr gut ineinander passen.

Fazit

Da dies ein sehr hochpreisiger Bausatz ist, hätte ich mir mehr erwartet. Die angesprochenen Fehler sind sehr störend und machen aus dem relativ einfach aufgebauten Modell ein länger währendes Projekt.

alt Durchschnitt

Sven