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Zerstörer San Marco (Capitani Romani-Klasse, Niko Models, 1/700) von Lars Scharff Drucken
Dienstag, 04. Januar 2011 um 07:00

San Marco

Das Original

Die San Marco wurde ursprünglich als Leichter Kreuzer Giulio Germanico der Capitani Romani-Klasse begonnen. Diese Klasse stellte die italienische Antwort auf die französischen Großzerstörer der Le Fantasque- und Mogador-Klasse dar. Der Entwurf soll auf den Leichten Kreuzer der Alberico da Barbiano-Klasse beruhen, fiel aber deutlich kleiner aus. Auf Panzerung wurde praktisch komplett verzichtet, ebenso auf ein Bordflugzeug.

Dafür erhielten sie eine sehr starke Maschine, um eine Geschwindigkeit über 40 Knoten zu ermöglichen. Als Bewaffnung waren vier 13,5 cm-Zwillingstürme, die auch zur Flugabwehr verwendet werden konnten, 6,5 cm-Flak (die durch acht 3,7 cm-Flak ersetzt wurden), vier 2 cm-Zwillingslafetten und zwei 53,3 cm-Vierlingstorpedorohre vorgesehen. Dazu konnten bis zu 136 Minen mitgeführt werden. Klassifiziert war die Klasse ursprünglich als hochseefähiges Spähschiff (esploratori oceanici). Nach der Aufgabe der Kategorie esploratori wurden die Schiffe zu Leichten Kreuzern (incrociatori leggeri) umklassifiziert.

San Marco

Insgesamt zwölf Schiffe der Klasse wurden begonnen, aber lediglich drei - Attilio Regolo, Pompeo Magno und Scipione Africano - wurden nach dem ursprünglichen Entwurf während des Zweiten Weltkriegs fertigstellt. Attilio Regolo und Scipione Africano mussten nach dem Krieg an Frankreich ausgeliefert werden, die beide Schiffe zu Zerstörerführer umbauten und in Chateaurenault bzw. Guichen umbenannten. Pompeo Magno und die unfertige Giulio Germanico blieben der italienischen Marine und wurden ebenfalls zu Zerstörerführern umgebaut. Die gesamte ursprüngliche Bewaffnung wurde entfernt, die Aufbauten vergrößert und eine Bewaffnung, Feuerleitung und Elektronik aus überwiegend US-amerikanischen Quellen montiert. Dazu kam ein Menon-U-Jagdraketenwerfer vor der Brücke. Die Schiffe wurden in San Giorgio und San Marco umbenannt. San Giorgio wurde erneut 1963-65 umgebaut - dieses Mal zum Schulschiff. Die übrigen acht Schiffe wurden nie fertig gestellt. Sie wurden entweder unfertig abgewrackt, versenkt oder selbst versenkt.

San Marco war 142,18 m lang und 14,4 m breit. Sie verdrängte 5257 t. Ihre Turbinen leisteten 105 000 PS, womit 39,7 kn erreicht wurden.

Bewaffnung 1956
6 x 12,7 cm L/38 Mk 32 (drei Zwillingstürme)
24 x 4 cm L/56 Bofors (vier Mk 2-Vieringslafetten und zwei Mk 1-Zwillingslafetten)
1 Menon-U-Jagdraketenwerfer (dreifach-Starter)

San Marco

San Marco wurde als Giulio Germanico auf der Werft Navalmeccanica in Castellammare di Stabia 1939 begonnen. Beim italienischen Waffenstillstand am 8. September 1943 war das Schiff zu 94% fertig. Das unfertige Schiff konnte zusammen mit anderen Kräften einen ersten deutschen Vorstoss auf die Werft vereiteln, wurde aber drei Tage später doch erobert. Die deutschen versenkten das Schiff kurz darauf am 28.9.1943 beim Rückzug. Nach dem Krieg wurde das Schiff im September 1945 gehoben. Am 27.2.1947 wurde das Schiff aus der Marineliste gestrichen und als F.V.2 bezeichnet. 1950 wurde das unfertige Schiff, dessen Bewaffnung und Teile der Aufbauten entfernt worden waren, in San Marco umbenannt. 1953 wurde mit dem Umbau zum Zerstörerführer in Castellammare di Stabia begonnen, am 1. Januar 1956 wurde sie in Dienst gestellt. In der zweiten Hälfte der 1960er gab es Überlegungen die San Marco zu mit neuen 7,62 cm L/72 und Terrier-Flugabwehrraketen modernisieren, was aber nicht realisiert wurde. Am 1. Februar 1970 wurde das Schiffe gestrichen und in Brindisi abgewrackt (wo Teile des Rumpfs noch 1976 sichtbar waren).

San Marco

Das Modell

Der Bausatz der San Marco von Niko Models im Maßstab 1/700 gehört zu den älteren dieses Herstellers. Er zeigt einen sehr frühen Bauzustand nach Fertigstellung als Zerstörer und berücksichtigt die Unterschiede zum Schwesterschiff San Giorgio.

San Marco

Der Zusammenbau des Rumpfs und der Aufbauten war unproblematisch – die Positionen der Teile wurde mit Hilfe der beiliegenden Pläne ermittelt. Das Urmodell ist teilweise unsauber, z.B. am Splitterschutz um die vorderen Bofors-Zwillinge und den Menon-U-Jagdraketenwerfer.

Meinem Bausatz lag ein alter Ätzteilsatz bei, der nicht der Anleitung entsprach und dem auch diverse Teile nicht beilagen – auf Anfrage wurde aber der neue kostenlos geschickt. Den Fockmast habe ich fast vollständig aus den Ätzteilen gebaut, lediglich zwei Streben sind aus Draht. Auch der Großmast besteht überwiegend aus Ätzteilen. Die Mk 12/Mk 22-Feuerleitradarkombination auf dem Mk 37-Feuerleitgerät ist von LionRoar, da ich das beiliegende Resinteil nicht verwenden wollte. Ansonsten wurde lediglich eine Stabantenne ergänzt.

Der Anstrich erfolgte mit Vallejo 154 Signalgrau für die vertikalen Flächen und Vallejo 160 Neutralgrau für die Decks. Die Kennnumern wurden mit Hilfe der beiliegenden Schablone mit Vallejo 28 Verkehrsrot gemalt. Alterung erfolgte mit Vallejo 120 Beige und 139 Mahagonibraun.

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Quellen

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Lars