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U-Boot Type 206A, Bemalungsbaubericht von Rolf Karotka, Teil 1 Drucken
Sonntag, 01. Februar 2009 um 07:00

Revell hat glücklicherweise das U-Boot vom Typ 206A wieder aufgelegt. Also gleich los und gekauft, denn ich wollte das sowieso schon lange haben, passt es doch prima zum neuen Typ 212A. Das Boot war an einem Tag gebaut; es waren nur wenige Teile, die einwandfrei zusammen passen.

Vom Bau gibt es keine Bilder, das lohnt sich nicht, aber ich möchte euch hier zeigen, wie ich  vorgehe, wenn ich ein Modell bemale. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen. Praktischerweise kann man hier alles anwenden was man auch bei Fliegern und Panzern machen kann.

Hier mein Equipment: die Farben, die ich hier habe, sind schon recht alt und es sind seit dem ich wieder bastel nur wenige dazu gekommen. Das meiste sind RLM Farben, ich hab ja mal mit WWII angefangen. Die Farbtöne kann man auch gut für andere Modelle gebrauchen, die nicht WWII sind. Die Humbrol Farben verwende ich für Kleinteile oder zum Trockenmalen. Die Humbrols kommen mir auch nicht in die Airbrush.

Das zweite Bid zeigt meine Schmincke-Farben. Auch dieser Koffer ist schon sehr alt (ca.15 Jahre) und die Farben sind immer noch einwandfrei. Ich hatte es mal mit Illustration versucht, aber für Modellbau sind die Farben auch gut zu gebrauchen. Die Farben sind übrigens Wasserlöslich und enthalten auch keine Lösemittel. Wenn man diese auf einem Model verwenden möchte, kommt man um eine Grundierung nicht herum, da sie sonst einfach abperlen.

Meine Airbrushpistole, eine Hansa aero-pro 251 mit 0,2mm Düse. Meine Universalwaffe, mit der ich sowohl Flächig, als auch feine Arbeiten machen kann. Dürfte auch schon über 15 Jahre alt sein. Bisher wurde nur einmal die Düse und Nadel gegen eine neue getauscht. Mein Kompressor ist ein Omega von Revell und natürlich auch so alt wie die Airbrush, welcher bisher ohne Probleme lief.

Hier nun das Modell noch ohne Farbe.

Im Hintergrund ist meine kleine Absauganlage zu sehen. Diese hab ich mit einem stärkeren Lüfter ausgestattet.

Tipps zum Anmischen von Farben oder deren Verdünnung kann ich euch nicht geben. Ich versuche beim bemalen immer lasierend zu arbeiten, soll heißen ich mische sozusagen auf dem Modell, in dem ich verschiedene Farben lasierend übereinander sprühe. Ich nehme eine ungefähr passende Farbe und fange einfach an. Verdünnt wird nach Gefühl. Immer so wie ich es gerade brauche, meist allerdings viel dünner, so kann ich mich langsam an die gewünschte Tönung ranarbeiten.

So los geht’s. Als erstes hab ich dem Boot mal ein Preshading verpasst. Dazu hab ich von Gunze Reifenschwarz (H77) verwendet.

Ich benutze meine Pistole übrigens ohne Düsenkappe. Das vermindert die Luftverwirbelung. Man muss dann nur mehr aufpassen, dass man mit der Nadel nirgends anstößt. Dann ist es vorbei mit Sprühen. Wer diesen Tipp ausprobiert, handelt auf eigene Gefahr!

Nun kommt die Grundfarbe ins Spiel. Revell gibt einen Farbton aus lederbraun 84 und staubgrau 77 im verhältniss 50/50 an. Diese Farben hab ich nicht. Also wird eine Farbe ausgesucht die braun ist und eine die grau ist.

Ich habe die Pistole übrigens nur mit Spiritus ausgespült und dann das braun eingefüllt. Dazu nehme ich Gunze Erdbraun H457. Was anders habe ich nicht. Nun wird das Boot leicht eingenebelt. Aber nicht gleichmäßig, dabei orientiere ich mich am Vorbild, um den späteren Effekt schon von vornherein anzufangen.

Gesprüht wird mit einem Druck von ca. 0,8 bar und nur leicht geöffneter Düse. Sprich die Nadel wird nur leicht zurückgezogen. Gesprüht wird Sektionsweise. Praktisch wie ausmalen. Das sieht dann so aus.

Ich möchte euch kurz erläutern was ich mit ausmalen meine und wie ich es gelernt habe eine Airbrush zu benutzen.
Wie sicherlich die meisten von euch, arbeite ich mit einer Doubleaction Pistole, Hebel runter drücken und Luft kommt, Nadel zurückziehen und die Farbe kommt. Genauso wird die Pistole auch beim Sprühen eingesetzt, vor dem Punkt, an dem die Farbe auf das Modell kommt, wird angefangen Luft zugeben und die Farbe kommt erst kurz vor dem Auftragspunkt dazu und am Ende wird nur die Farbe wieder weggenommen und die Luft bleibt.
Also Luft, Farbe, Farbe, Luft. So wird jeder Sprühgang ausgeführt und unschöne Spratzer und Ausblühungen werden vermieden.
Auch wird die Nadel nie ganz aufgezogen, wenn Farbe kommt reicht es. So wird unnötiges Overspray vermieden.

Die oberen beiden Linien zeigen wie es nicht aussehen soll. Ich mache übrigens vor jeden Sprühgang eine Kontrolle der Farbe auf ein Stück Papier oder Karton.

Rolf Karotka