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Regia Marina: Zerstörer Klasse Mirabello 1/700 Drucken
Dienstag, 15. Juli 2008 um 00:34



Name:
Esploratore Leggero Classe "Carlo Mirabello"
Darstellbare Einheiten: Carlo Mirabello, Carlo Alberto Racchia, Augusto Riboty
Nummer: RM030
Hersteller: Regia Marina
Massstab: 1:700
Material: Resin, Photoätzteile
Preis: 40€

Zum Original


Mit dem Bau der Klasse "Mirabello" wurde 1914 begonnen. Ihr Einsatzbereich wurde als "Esploratore" ("Erkundungsschiff") definiert, also ein schnelles, wendiges Schiff, welches einem grösseren Verband vorausfuhr, um dessen Sicherheit sicherzustellen. Ab 1938 wurde sie zum Zerstörer umklassifiziert. Während die "Alberto Racchia" im bereits Juli 1920 bei Odessa auf eine Mine lief und sank, standen die verbliebenen zwei Einheiten auch während des zweiten Weltkireges im Einsatz. Die Mirabello sank am 21.5.1941 nach einer Minenexplosion bei Griechenland. Die Riboty, die den Krieg überstand, sollte nach dem Friedensvertrag an Russland abgetreten werden, aber wegen des desaströsen Zustandes, in dem sich das Schiff befand, verzichtete Russland auf die Übernahme, und das Schiff wurde 1950 verschrottet. Die Länge dieser Einheiten betrug 103.7m, die Breite 9.7m. Der Antrieb erfolgte durch 4 Heizkessel, die 2 Schrauben mittels zweiter Turbinen antrieben. Dadurch erreichte das Schiff eine Geschwindigkeit von maximal 34 Knoten. Die Reichweite betrug bei dieser Geschwindigkeit noch knapp 500 Seemeilen, bei einem gemütlicheren Tempo von 12 Knoten stieg die Reichweite auf 2800 Meilen. Die Bewaffnung bestand aus 7-8 102mm-Kanonen, 2 76mm Kanonen, 2 Maschinengewehre sowie 4 Torpedorohre. (Die genaue Bewaffnung unterscheidet sich je nach Schiff und Einsatzperiode)

Zum Modell


Der Bausatz wird in einer einfachen Kartonschachtel ausgeliefert; zum Lieferumfang gehören der Rumpf als Wasserlinienmodell, 4 Resinblöcke, ein PE-Rahmen aus Edelstahl, sowie eine vierseitige Anleitung. Decals gibt es keine, ebenfalls ist kein Material für die Masten vorhanden. Dennoch kann man die Ausstattung als "komplett" bezeichnen.

Der Rumpf








Der einteilige Rumpf weist eine ausreichende Detaillierung auf. Viele Aufbauten sind bereits angegossen. Bei gewissen Teilen ist das durchaus sinnvoll, wie zum Beispiel der Wellenbrecher, aber die Schornsteine mit den Dampfleitungen wären besser separat gewesen. Die Bullaugen sind tief genug dargestellt, so dass es kein Problem sein dürfte, sie mit Farbe entsprechend abzudunkeln, um dem Modell mehr Tiefe zu geben. Leider ist die Qualität nicht überragend, es muss sicherlich einiges an Arbeit in den Rumpf gesteckt werden.

Die Gussäste





Die Brücken und andere Aufbauten: für die verschiedenen Schiffe sind auch zwei unterschiedliche Brücken vorhanden. Die Detaillierung dabei ist gut, und die Reling ist sehr dünn mitgegossen.



Die Beiboote hingegen hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck - einerseits sind sie sehr filigran gegossen, man erkennt sogar die Holzplanken in den Schlauchbooten. Leider sind sehr viele Stellen nicht vollständig ausgegossen, und dann muss man entweder mühsam aufspachteln, oder gleich scratch bauen.



Die Bewaffnung ist ebenfalls ausreichend. Bei den 105mm-Geschützen muss das Rohr aus gezogenem Gussast ergänzt werden, was nicht sehr gut ist. Da wäre auch mehr möglich gewesen. Das weitere Zubehör (wie beispielsweise die Lüfter) sind soweit in Ordnung.

Fotoätzteile





Die Platine ist sehr fein und exakt geätzt. Darauf sind ca. ...cm Reling vorhanden, sowie diverse Aufgänge, Davits und fein ausgebrochene Gitter. Sehr elegant wirkt der Doppeldecker mit den geätzten Flügeln und Streben. Die Maschinengewehre wirken etwas flach, da wird man sicher nachhelfen müssen, damit sie am Modell realistisch aussehen.

Die Anleitung






Die Anleitung umfasst 4 A4-Seiten, und sind qualitativ gute Photokopien. Die erste Seite zählt technische Angaben zu den 3 Schiffen auf, sowie deren Bewaffnung im Verlaufe der Zeit. Die Erläuterungen sind leider nur auf Italienisch, aber die Bilder mit den Bauteilnummern helfen darüber hinweg. Seite 2 befasst sich mit den Aufbauten, dem Wasserflugzeug sowie den Masten mit dem Rigg. Hier wurden die Texte auch ins Englische übersetzt. Die Seiten 3 und 4 befassen sich mit der Bemalung der 3 Schiffe. Auch hier wurden alle Schiffe lückenlos dokumentiert, und wo nötig (die Riboty 1942-1946) werden auch beide Seiten des Schiffes abgebildet. Die Farbangaben beziehen sich auf Humbrol-Farben, mit der englichen Bezeichnung der Farbe. Auf der letzten Seite der Anleitung schliesslich sind die Gussäste und die Photoätzplatine abgebildet. Zusammenfassend ist die Anleitung ein Highlight. Sehr umfassend, allerdings könnten ein paar Details etwas anschaulicher dargestellt werden.

Fazit


Dieses Modell richtet sich eher an den erfahrenen Modellbauer, der ein nicht alltägliches Schiff bauen möchte. Regia Marina bedient dieses Publikum mit einem akzeptablen Modell, das einiges an Nacharbeit benötigt, andererseits aber auch sehr sauber dokumentiert ist. Wer ein unproblematisches Modell bauen möchte, wird mit anderen Modellen besser bedient - die dann aber auch entsprechend häufiger an Ausstellungen anzutreffen sein werden.
EMPFEHLENSWERT

Alex
Wir danken Regia Marina für das Bausatzmuster

Quellen


http://it.wikipedia.org/wiki/Classe_Mirabello_%28cacciatorpediniere%29
http://www.marina.difesa.it/storia/almanacco/parte08/navi0835.asp